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30.03.2016

Mit ihren Büchern machte sie vielen Mut

Claudia Mayr (rechts) zusammen mit Hanna Strodl, die sie bei der Vorstellung ihrer Bücher immer begleitete. Eine tiefe Freundschaft entstand zwischen den beiden Damen. Hier im Frühjahr 2011 bei der Vorstellung des 4. Kinderbuches mit dem Titel "Angst habe ich keine".
Bild: Josef  Abt

Claudia Mayr aus dem Rehlinger Ortsteil Unterach war 14, als sie schwer erkrankte. Trotzdem machte sie sich einen Namen als Autorin. Im Alter von 33 Jahren ist sie gestorben.

Rehling-Unterach/Augsburg Das Schreiben hat Claudia Mayr geliebt. Schon in der Schule. Und später, als ihre schwere Erkrankung sie zunehmend einschränkte, umso mehr. Schreiben war für sie auch Freiheit. Morbus Pompe Typ 2b heißt die unheilbare Stoffwechselerkrankung, die bei Claudia Mayr diagnostiziert wurde, als sie 14 Jahre alt war. Die Muskeln werden immer schwächer. Durch die Krankheit saß sie seit ihrem 21. Lebensjahr im Rollstuhl und war rund um die Uhr auf ein Beatmungsgerät angewiesen. Dennoch veröffentlichte sie fünf – teils autobiografische – Bücher, die von Optimismus und Lebensfreude zeugten. Vielen machte sie mit ihnen Mut. Lesern der Aichacher Nachrichten ist auch als langjährige Autorin unserer Jugendseite K!ar.text bekannt. Sie schrieb unter dem Kürzel (clm). Am Karfreitag ist Claudia Mayr im Alter von 33 Jahren gestorben.

In ihren Büchern verarbeitete sie ihre Krankheit

Dass Claudia Mayr irgendwann an ihrer Krankheit sterben würde, stand seit der Diagnose fest. Der Zeitpunkt kam für die Familie der jungen Frau dennoch überraschend. Seit einem halben Jahr hatte Claudia Mayr zunehmend mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen, weshalb sie sich am 10. März ins Augsburger Klinikum begab. Noch am Gründonnerstag habe sie unbedingten Lebenswillen gezeigt. Doch in der Nacht verschlechterte sich ihr Zustand. In den frühen Morgenstunden sei sie „friedlich entschlafen“, sagt ein Familienmitglied. Claudia habe keine Angst vor dem Tod gehabt. Sie sei sehr gläubig gewesen.

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Glaube und positive Denken spricht auch aus ihren Büchern. 2005 hatte sie ihre erste Biografie veröffentlicht mit dem Titel „Mein Glück liegt mir am Herzen“. 2006 folgte das zweite Buch „Lebe den Augenblick“. Beide Bücher handeln von Claudia Mayrs Leben mit der Krankheit Morbus Pompe Typ 2b.

Sie machte Kindern und Jugendlichen Mut

Da Claudia Mayr gelernte Kinderpflegerin war, lag es für sie nahe, auch für Kinder zu schreiben. 2010 wurde ihr erstes Kinderbuch „Der kleine Käfer Muck“ veröffentlicht, mit elf fröhlichen und lehrreichen Geschichten. Im April 2011 folgte ihr zweites Kinderbuch „Angst hab’ ich keine“, 2013 „Der liebe Gott ist überall“, in dem der kleine Jonas sich auf die Suche nach Gott macht. Mit Hanna Strodl vom Bauer-Verlag, in dem ihre Bücher erschienen sind, stellte sie besonders ihre Kinderbücher gerne den Lesern persönlich vor. Ihr war es ein Anliegen, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass man trotz Behinderung viel erreichen kann.

Über ein weiteres Kinderbuch hat sie noch im Dezember mit ihrem Verleger Josef Bauer gesprochen. Doch ihre Kraft reichte nicht mehr.

Für ihren Abschied hatte Claudia Mayr sich gewünscht, dass es bunt und farbig zugeht, nur fröhliche Musik zu hören ist. Ihrem Wunsch gemäß steht in der Traueranzeige: „Auf Trauerkleidung darf gerne verzichtet werden.“ (bac)

Der Trauergottesdienst mit Beerdigung findet am Samstag, 2. April, in Rehling statt. Beginn ist um 9.30 Uhr mit einem Rosenkranz.

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