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22.06.2009

Mit viel Geschick und guten Nerven zum Abschluss

Sielenbach Einen besonderen Tag erlebte gestern Sielenbach. Mit vielen Fest- und Ehrengästen feierte der Ort in der Moserhalle den Abschluss der Dorf- und Flurneuordnung. 30 Jahre hatte das Verfahren, das knapp fünf Millionen Euro kostete, insgesamt gedauert.

Es sei absolut kein Nachteil gewesen, dass die Dorf- und Flurneuordnung so viele Jahre gedauert hat, ist sich Bürgermeister Martin Echter sicher. Über die Zeit seien immer wieder neue Maßnahmen und Verbesserungen geschaffen worden. Noch dazu hatte Sielenbach den Vorteil, die Aufnahme in das Projekt noch in einer stabilen und finanziell guten Zeit geschafft zu haben. Trotz einer schwierigen Haushaltslage habe der Bayerische Landtag immer dafür gesorgt, dass Mittel für die Dorferneuerung zur Verfügung stehen, sagte Baudirektor Walter Landthaler vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben. "Davon hat Sielenbach ganz wesentlich profitiert."

Von den knapp fünf Millionen Euro, die die Maßnahme insgesamt kostete, stammen rund 3,6 Millionen Euro aus Zuschüssen vom Freistaat Bayern, der Bundesrepublik und der Europäischen Union. Mit 680 000 Euro beteiligte sich die Gemeinde an dem Verfahren und die Eigenleistung der Teilnehmer lag bei 740 000 Euro.

Es sei für den örtlichen Beauftragten Josef Trinkl bestimmt nicht immer einfach gewesen, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen, war sich Landthaler bewusst. Für die Verhandlungen sei nicht nur viel Zeit und Geschick notwendig gewesen, sondern auch ein gutes Nervenkostüm, stellte er rückblickend fest. "Es war nicht immer leicht, allen gerecht zu werden", stimmte ihm Echter zu. "Aber ich kann beruhigt sagen, dass es gute und ehrliche Entscheidungen waren." Die größte Herausforderung im Rahmen der Flurerneuerung waren die vielen zersplittert gelegenen Grundstücke, die teilweise auch noch ungünstig geformt waren. In dem 1000 Hektar großen Gebiet gibt es über 350 beteiligte Grundstückseigentümer. Während vor dem Verfahren ein Grundstück durchschnittlich zwei Tagwerk groß war, liegt die Größe heute bei zwei Hektar. "Ein enormer Erfolg bei der Zusammenlegung", fand Landthaler.

Mit viel Geschick und guten Nerven zum Abschluss

Bessere Verkehrssituation hat Priorität

Oberste Priorität hatte die Verbesserung der innerörtlichen Verkehrssituation. Ein besonderes Anliegen der Gemeinde war hier die Anlage von Gehsteigen entlang der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße. Im Ortskern fehlte ein Dorfplatz und außerdem war es ein Wunsch der Sielenbacher, den Vorbereich der Wallfahrtskirche und den Schulvorplatz neu zu gestalten. Mit dem Anlegen eines neuen Rundwegenetzes um den Ort, wurde der landwirtschaftliche Verkehr durch den Ort reduziert. Uferschutzstreifen an der Ecknach und Siele bilden eine Abgrenzung gegenüber den intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen. "Die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft haben sich verbessert", so Landthaler.

Insgesamt wurden im Verfahren Sielenbach 31,6 Kilometer Wege neu angelegt oder verbessert und etwa zwei Kilometer Wege rekultiviert. Durch Flächentausch konnte Grund für eine Radwegverbindung zwischen Adelzhausen und Aichach bereitgestellt werden.

Sielenbach feierte den Abschluss des Verfahrens mit einem Dankgottesdienst und einem großen Fest. Die Sielabecker Blaskapelle sorgte beim Festumzug für die musikalische Begleitung. In der Festhalle unterhielten Robert Echter mit seiner Tochter Sophia die zahlreichen Gäste mit Gstanzln.

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