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Gemeinderat Affing

18.07.2019

Mühlhausen: Die Ampel kommt

Vor allem jene Autofahrer, die in Mühlhausen vom Unterkreuthweg wieder in die Staatsstraße 2035 abbiegen wollen, müssen sich zu den Stoßzeiten lange gedulden. Jetzt soll eine Ampelanlage die Situation verbessern.
Bild: Martin Golling

An der Ortsdurchfahrt in Mühlhausen beim Gewerbegebiet soll die Anlage für Sicherheit sorgen. Die Gegner haben nicht nur wegen der Kosten Bedenken.

Der Verkehrsausschuss hat sich vor zwei Wochen schon entschieden: An der überlasteten Kreuzung der Mühlhausener Ortsdurchfahrt beim Gewerbegebiet soll eine Ampel Abhilfe schaffen (wir berichteten). Einig war sich das Gremium damals nicht. Es gab zwei Gegenstimmen. Auch im Affinger Gemeinderat gab es am Dienstag einige, die Bedenken hatten. Die Befürworter setzten sich schließlich aber durch. Mit 11:6 Stimmen beschloss das Gremium eine Ampel, die die Gemeinde an die 150000 Euro kosten wird.

Der ursprünglich angedachte Probebetrieb war nur noch am Rande ein Thema in der Diskussion. In den hätte die Gemeinde 70000 Euro investieren müssen, 50000 Euro davon wären unwiederbringlich verloren gewesen. Bürgermeister Markus Winklhofer betonte deshalb: „Wir können unseren Bürgern den Probebetrieb nicht zumuten.“

Für Stefan Matzka ist eine Ampel „Geldverbrennung“

Georg Engelhard hielt dagegen die gesamte so genannte Lichtsignalanlage für nicht zumutbar. Sein Argument: „Wir wissen nicht, wie das Ding funktioniert.“ Im Zweifelsfall wären die 150000 Euro umsonst ausgegeben. Ähnlich sah das Josef Schmid, der sich ohnehin überzeugt davon zeigte, dass die Summe nicht reichen wird: „Da würde ich Wetten abschließen.“ Auch einige Gemeinderäte aus Affing waren skeptisch. Stefan Matzka zum Beispiel sprach von „Geldverbrennung“. Die Ampel sei „für die Katz’“. Dann müssten auch Ampeln an vielen anderen Stellen der Ortsdurchfahrt her. Die Gegner argumentierten mit zusätzlichen Rückstaus und einer zusätzlichen Belastung für die Anwohner.

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Markus Jahnel geht es um die Sicherheit an der Kreuzung in Mühlhausen

Deren Bedenken sind auch den Befürwortern bekannt. Gerhard Faltermeier, der in Mühlhausen wohnt, betonte, die Mühlhausener Gemeinderäte müssten es eben aushalten, dass nicht alle einverstanden seien. Es gehe aber um die Sicherheit. Die hatte zuvor auch schon Markus Jahnel in den Mittelpunkt gestellt. Es gehe nicht um den Verkehrsfluss. „Jeder, der auf Sicherheit wert legt, sollte zustimmen“,l so Jahnel, der die Ampel beantragt hatte. Seine Argumentation: Diese Kreuzung sei die mit Abstand am meisten belastete im Gemeindegebiet. Mit der geplanten Vergrößerung des Gewerbegebietes nehme der Verkehr sogar noch mehr zu. Jahnel: „Das einzige, das die Situation verbessern kann, ist eine Ampel mit einer vernünftigen Steuerung.“ Das Einfahren aus dem Seeweg oder Unterkreuthweg schilderten mehrere Redner erneut als nahezu unmöglich. Josef Engelschalk kennt die Situation als Lastwagenfahrer. Diese verlören irgendwann die Geduld, wenn sie vom Unterkreuthweg in die Ortsdurchfahrt einbiegen wollten. Da könne leicht ein grausamer Unfall passieren. Es sei nur Glück, dass noch nichts passiert sei.

Matthias Brandmeir glaubt nicht an eine Verschlechterung

Die Zweifel an der Wirksamkeit einer Ampel teilten die Befürworter nicht. Matthias Brandmeir bezeichnete Ampeln, als gutes System, um den Verkehr zu leiten. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in unserem Fall eine riesige Verschlechterung gibt“, so Brandmeir. Josef Tränkl pflichtete bei. Die Ampelanlage lasse sich steuern, und „Rückstau haben wir jetzt auch“. Manfred Klostermeir schließlich stellte fest: „Die schlechteste Lösung ist, wenn wir überhaupt nichts machen.“

Am Ende stimmten Engelhard, Xaver Lindermeir, Matzka, Paul Moll, Josef Schmid und Carlos Waldmann gegen die Ampel. Sie ist damit beschlossen. Kommen wird die Anlage frühestens 2020. In diesem Jahr ist im Haushalt kein Geld reserviert. Außerdem muss die Anlage auch erst noch geplant werden.

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