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Affing-Mühlhausen

09.05.2019

Mühlhausen sucht einen Bürgermeisterkandidaten

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Bürgermeister Markus Winklhofer gratulierte Gerhard Faltermeier nach der Vereidigung zum Zweiten Bürgermeister. Damals (2015) deutete alles auf eine gute Zusammenarbeit hin. Das hat sich inzwischen geändert.
Bild: Carmen Jung

Die Wählergemeinschaft des Affinger Ortsteils findet: Es geht in der Kommune zu wenig voran. Sie will eine Alternative zu Rathauschef Markus Winklhofer präsentieren. Vor 80 Bürgern im Sportheim werden zwei Namen genannt.

Affings Bürgermeister Markus Winklhofer hat den politischen Rückhalt im Ortsteil Mühlhausen-Bergen verloren. Bei einer Versammlung der Wählergemeinschaft mit über 80 Bürgern im Sportheim war der Tenor eindeutig: Die beiden Ortsteile wollen bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr einen eigenen Bürgermeisterkandidaten präsentieren.

Die vier örtlichen Gemeinderäte, Zweiter Bürgermeister Gerhard Faltermeier, Markus Jahnel, Albert Gutmann und Manfred Klostermeir, hatten die Versammlung einberufen. Sie wollten die Stimmung in der Bevölkerung ausloten, wissen, wo die Bürger der Schuh drückt. Markus Jahnel machte bei der Begrüßung keinen Hehl daraus, dass sie als Gemeinderäte nicht zufrieden seien mit der Umsetzungsgeschwindigkeit von Beschlüssen. Bürgermeister Winklhofer setze nicht die richtigen Prioritäten. Im Gemeinderat lege inzwischen eine Mehrheit „eine deutliche Unzufriedenheit“ an den Tag, so Jahnel.

Mühlhausener Gemeinderäte sagen: "Es hakt gewaltig"

So beurteilt auch Faltermeier die Leistung des Gemeindechefs. Themen wie die Umfahrungen, der schlechte Zustand des Mühlhauser Berges, die Realisierung von Baugebieten oder die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes kommentierte Faltermeier, wie schon seit Monaten im Gemeinderat, mit Feststellungen wie: „es hakt“, „es hängt“, „es zieht sich“. Der stellvertretende Bürgermeister betonte, damit ziele er nicht auf einzelne Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. All das sei eine „Frage der Organisation, der Aufgabenverteilung und der Schwerpunktsetzung“ und „da hakt’s aus unserer Sicht gewaltig“.

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In der großen Sportheimrunde, zu der sich auch zahlreiche Frauen eingefunden hatten, kam es nicht zu einer großen Bürgermeister-Schelte. Es war auch Verständnis für Winklhofer zu hören. Eine Frau erklärte zum Beispiel: Es sei nicht gerecht, „dass man immer alles dem Bürgermeister in die Schuhe schiebt“. Sie verwies auf die Lücken in der Verwaltung und betonte: „Dann schwimmt auch der Bürgermeister.“ Insgesamt hegen viele Menschen nach wie vor Sympathie für den Amtsinhaber. Menschlich könne man nichts gegen ihn sagen, hieß es, und: Winklhofer sei „wahnsinnig nett“.

Zuhörer unterstützen Forderung nach Bürgermeisterkandidat für Mühlhausen

Gleichwohl kristallisierte sich rasch die Grundhaltung heraus, die zunächst der frühere Gemeinderat Wolfgang Hörmann formulierte: „Wenn von oben nichts kommt, müssen wir an der Führung etwas verändern. (...) Wir müssen einen Gegenkandidaten auf die Bahn bringen.“ Die Mehrheit der Besucher gab einer Lösung aus den eigenen Reihen den Vorzug vor einem externen Kandidaten. Im Raum standen schnell zwei Namen: Markus Jahnel und Gerhard Faltermeier.

Es gibt keine Zusage der beiden potenziellen Kandidaten

Der 50-jährige Jahnel, der seit 2014 im Gemeinderat sitzt, denkt zwar über eine Kandidatur „seit einiger Zeit“ nach, wie er sagte. Alle

Markus Jahnel

rdings gab er keine Zusage. Jahnel: „Von meiner Seite aus kann ich nicht sagen, dass ich mit fliegenden Fahnen kandidiere im nächsten Jahr.“ Ein definitives Nein kam von ihm aber ebenso wenig wie vom 62-jährigen Faltermeier. Letzterer betonte zwar, dass seine Lebensplanung eine „ganz andere“ und die Frage selbst „ein ganz schweres Thema“ für ihn sei. Denn er habe immer gesagt, er kandidiere nicht gegen Markus Winklhofer. Er sei als Zweiter Bürgermeister angetreten mit der Prämisse, gemeinsam mit Winklhofer anschieben zu wollen. Das habe aber zunehmend schlechter „bis gar nicht mehr funktioniert“. Faltermeier versprach: „Ich will alles daransetzen, dass wir eine gute alternative Lösung finden.“ Interessierte könnten sich gerne melden. Gefragt sei eine Person mit Führungs- und Verwaltungserfahrung, ein „Typ, der was vorantreibt“. Gesucht sind außerdem Interessierte, die für den Gemeinderat kandidieren wollen.

Thema an diesem Abend waren auch die Dauerbrenner Umgehungen und Ortsdurchfahrt. Bürger berichteten von „Spießrutenlaufen“ für Fußgänger und bis zu 15-minütigen Wartezeiten für Autofahrer, wenn sie zu den Stoßzeiten in die Ortsdurchfahrt einbiegen wollen. Was die überlastete Kreuzung zum Gewerbegebiet anbelangt, gibt es keine eindeutige Haltung. Viele denken noch immer an einen Kreisel, den das Staatliche Bauamt allerdings aus Platzgründen ausschließt. Die vier Gemeinderäte machen sich derzeit für einen Ampel-Testlauf stark.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Wer steht hinter Bürgermeister Winklhofer?

und den Kommentar Das ist keine Überraschung in Affing

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