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Nach Aichacher Zugunglück: Ein modernes Stellwerk war bitter nötig

Kommentar Von Carmen Jung
03.07.2020

Plus Mehr als zwei Jahre nach dem Aichacher Zugunglück hat die Deutsche Bahn das Stellwerk modernisiert. Der bittere Nachgeschmack bleibt.

Auf diese Nachricht haben viele Menschen schon lange gewartet: Aichachs Bahnhof ist jetzt sicherer. Die Deutsche Bahn hat ihre Ankündigung wahr gemacht und in die Technik investiert. Das war auch bitter nötig.

Die Bahn wollte es nie als Konsequenz aus dem Aichacher Unglück bewertet sehen und trotzdem war es gewiss kein Zufall: Wenige Wochen nach dem Zugunglück, das zwei Menschen das Leben kostete und in dessen Folge die Sicherheitsstandards der Deutschen Bahn vielfach kritisiert wurden, stellte die Bahn Modernisierungspläne für 600 veraltete Stellwerke vor. Investitionsvolumen bis 2023: rund 90 Millionen Euro. Und sicher war es ebenso wenig ein Zufall, dass Aichach mit seinem Stellwerk von 1949 (!) als einer der ersten Bahnhöfe angekündigt wurde, die mit der zusätzlichen Technik ausgerüstet werden sollten.

Deutsche Bahn: Nachrüstung war längst überfällig

Die schnelle Reaktion der Bahn damals zeigt vor allem eines: Die Nachrüstung war längst überfällig – auch in den Augen derjenigen, die für die Sicherheit auf deutschen Schienen verantwortlich sind. Sie ahnten nicht nur, was auf sie zukommen würde, sie mussten es längst wissen. Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) stellt in ihrem Abschlussbericht zum Aichacher Zugunglück fest: Eine technische Sicherung hätte das Unglück verhindert. Und die BEU empfiehlt das Gleiche wie nach einem Zugunglück in Leese-Stolzenau an der westfälisch-niedersächsischen Grenze: Die Bahn solle veraltete Bahnhöfe sukzessive nachrüsten. Das Unglück in Leese-Stolzenau ereignete sich im Juni 2017; der Abschlussbericht der BEU liegt seit Ende Januar 2018 vor – knapp vier Monate vor dem Aichacher Zugunglück.

Es ist gewiss eine Beruhigung für alle, dass der Aichacher Bahnhof nun sicherer ist: für Fahrdienstleiter und Lokführer ebenso wie für alle Passagiere. Der bittere Nachgeschmack bleibt trotzdem.

Lesen Sie auch den Bericht hierzu: Zwei Jahre nach Aichacher Zugunglück: Bahnhof ist jetzt sicherer

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