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Pöttmes

12.02.2020

Nach Razzia: Beschuldigte im TSV-Vorstand hoffen auf Entlastung

Hat der TSV Pöttmes vier Spieler nicht ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung angemeldet?
Bild: Christoph Prähofer

Plus 2019 erschütterte eine Razzia den TSV Pöttmes. Es ging um Sozialversicherungsbetrug. Laut Anwalt stehen die verdächtigten Vorstände kurz vor der Entlastung.

Groß war der Schock beim TSV Pöttmes vor rund einem Jahr. Damals verkündete Vorsitzender Anton Neukäufer auf der Jahreshauptversammlung, dass gegen Funktionäre des Sportvereins mit rund 1000 Mitgliedern ermittelt wird. Der TSV Pöttmes soll vier Amateurfußballer bezahlt, aber nicht ordnungsgemäß angemeldet haben und so Beiträge hinterzogen haben, so der Vorwurf seitens der Staatsanwaltschaft Augsburg. Anfang März wurden die Geschäftsstelle des TSV Pöttmes sowie Privat- und Geschäftsräume von Vorstandsmitgliedern, aber auch von Außenstehenden von Zollfahndern durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Drei Mitglieder des Vereinsvorstands sowie Mäzen Rudolf Eitelhuber gerieten ins Visier der Ermittler. Sozialversicherungsbetrug lautet der Vorwurf.

Der Verdacht gegen die Funktionäre ist aus Sicht der Verteidigung vom Tisch. Das teilt Anwalt Georg Zengerle, der einen der drei genannten Vorstandsmitglieder des TSV Pöttmes vertritt, auf Anfrage mit: „Aus meiner Sicht ist klar, dass mein Mandant und seine Mitbeschuldigten, sich nichts vorzuwerfen haben“, so der Dillinger Jurist. Er betont: „Die umfangreichen Ermittlungen des Hauptzollamtes haben ergeben, dass die Beschuldigten entlastet sind.“ Zengerle hat deshalb keinen Zweifel, dass das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt wird: „Am besten so schnell wie möglich, denn für meinen Mandanten stellen die Anschuldigungen eine enorme Belastung dar. Es gibt keinen Grund, auch vor dem Hintergrund der Kommunalwahl, das Ganze noch in die Länge zu ziehen.“

TSV Pöttmes: Für Staatsanwaltschaft ist noch nichts entschieden

Allerdings ist die Angelegenheit für die drei geschäftsführenden Vorstände des TSV Pöttmes formal noch nicht beendet, wie Matthias Nickolai, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg, gegenüber unserer Redaktion klarmacht: „Die Ermittlungen sind weit fortgeschritten, aber eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Es ist noch nichts entschieden.“ Das gilt insbesondere für den Mäzen des TSV Pöttmes, Rudolf Eitelhuber. Es ist kein Geheimnis, dass die Fußballabteilung des TSV Pöttmes seit Jahren von Eitelhubers Firma finanziell unterstützt wird. In diesem Fall geht es um zwei Spieler und zwei Spielertrainer, die seit Juli 2017 laut Matthias Nickolai nicht ordnungsgemäß angemeldet worden sein sollen.

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Rechtsanwalt Zengerle machte auf Eitelhuber angesprochen klar: „Die Vorstände hatten keinen Einblick in die Vorgehensweise von Rudi Eitelhuber. Das ist eine völlig andere Baustelle“, so der Jurist, der hinzufügt: „Die Fußballer, die als Zeugen aufgetreten sind, kennen die Vorstände zum Teil nicht einmal und wissen schon gar nicht, welche Funktionen sie innehaben.“

Razzia: Rudi Eitelhuber ist sich keiner Schuld bewusst

In der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr betonte Neukäufer in einer Presseerklärung, dass dem Vereinsvorstand keine Verstöße bekannt seien. Eitelhuber hatte unmittelbar eingeräumt, dass die Führungsriege des TSV Pöttmes nicht eingebunden sei. „Das sind unbescholtene Bürger im Vorstand, die damit überhaupt nichts zu tun haben“, so der mittlerweile 76-Jährige Anfang April 2019. Eitelhuber selbst war sich keiner Schuld bewusst: „Nicht ein Spieler hat von uns einen Werbezuschuss erhalten, der nicht ordnungsgemäß versteuert wurde. Das betrifft auch die Sozialabgaben.“

Die Hoffnung beim TSV Pöttmes ist rund ein Jahr nach dem Schock groß, dass die Angelegenheit für die Vereinsspitze ein Ende nimmt. Die nächste Jahreshauptversammlung findet am 20. März statt.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Manfred Graser will Pöttmeser Bürgermeister werden

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