1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Nach Sex-Mails an Schülerin: Lehrer kommt nicht zu Verhandlung

Aichach/München

17.07.2015

Nach Sex-Mails an Schülerin: Lehrer kommt nicht zu Verhandlung

Weil er einer 15-jährigen Schülerin E-Mails mit seinen sexuellen Fantasien schrieb und dafür verurteilt wurde, will der Freistaat Bayern einen ehemaligen Lehrer des Aichacher Deutschherren-Gymnasiums aus dem Beamtenverhältnis entfernen.
Bild: Brigitte Hefele-Beitlich/Volker (Symbolbild)

Weil er einer Schülerin E-Mails mit sexuellen Fantasien schrieb, sollte heute ein Gericht in München über die Zukunft des Beamten entscheiden. Doch dazu kam es nicht.

Weil er einer 15-jährigen Schülerin E-Mails mit seinen sexuellen Fantasien schrieb, muss ein ehemaliger Lehrer des Aichacher Deutschherren-Gymnasiums um seine Zukunft bangen. Am Freitagvormittag sollte das Verwaltungsgericht in München darüber entscheiden, ob und wie es mit seiner Laufbahn weitergeht.

Der Freistaat Bayern hatte gegen den suspendierten 38-Jährigen ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel der endgültigen Entfernung aus dem Beamtenverhältnis angestrengt. Er habe sich eines schweren Dienstvergehens schuldig gemacht. Doch die Verhandlung wurde verschoben.

Lehrer erscheint nicht vor Gericht

Wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts mitteilte, waren der Lehrer und sein Anwalt nicht vor Gericht erschienen. Unter bestimmten Voraussetzungen könne in solchen Fällen trotzdem verhandelt werden. Diese Voraussetzungen seien jedoch am Freitag nicht gegeben gewesen, so der Sprecher. Neuer Termin ist der Montag, 17. August.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Lehrer war vor gut einem Jahr in zweiter Instanz am Landgericht Augsburg wegen der Verbreitung pornografischer Schriften und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen à 70 Euro, also fast 17000 Euro, verurteilt worden. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Zwar ging es beim Vorwurf der Körperverletzung nicht um sexuelle Übergriffe. Doch der Lehrer hatte nach Ansicht des Gerichts in Kauf genommen, dass seine E-Mails die Schülerin psychisch so überfordern, dass sie therapeutische Behandlung braucht.

Richter nannte Email "pervers"

In erster Instanz hatte das Jugendgericht in Aichach den Lehrer sogar zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Damit hätte er seinen Beamtenstatus verloren. Er focht das Urteil an – mit Erfolg.

Dennoch fand Richter Lenart Hoesch in der Berufungsverhandlung klare Worte: Er bezeichnete eine E-Mail, die der Angeklagte dem Mädchen vor drei Jahren geschrieben hatte, als „pervers“. Darin hatte der Angeklagte seine sexuellen Fantasien geschildert und eine gleichaltrige Mitschülerin der 15-Jährigen ebenfalls darin einbezogen.

Die 15-Jährige und der Lehrer fühlten sich offenbar zueinander hingezogen. Beide begaben sich später in Therapie. Gerhard Haunschild, Direktor des Aichacher Gymnasiums, hatte den Lehrer sofort suspendiert, nachdem sich die 15-Jährige der Schulpsychologin anvertraut hatte.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Alcotest.jpg
Aichach

Betrunken: 18-Jähriger baut Unfall und schläft ein

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!