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Aichach-Friedberg/Kissing

20.07.2010

Nach dem Bad im Weitmannsee juckte die Haut

Der Weitmannsee.

Nach dem Baden im Weitmannsee bei Kissing hatte ein Ehepaar juckenden Hautausschlag beklagt. Dem Gesundheitsamt liegt eine Meldung über "Zerkariendermatitis" vor.

Dem Gesundheitsamt am Landratsamt Aichach-Friedberg liegt eine Meldung über sogenannte "Zerkariendermatitis" vor. Nach dem Baden im Weitmannsee bei Kissing hatte Ende der letzten Woche ein Ehepaar juckenden Hautausschlag beklagt.

Ebenso wie die Entenbilharziose kann Zerkariendermatitis nach dem Baden in natürlichen Gewässern entstehen, so das Gesundheitsamt. Verursacht wird beides durch Gabelschwanzlarven. Die Symptome sind ungefährlich und heilen folgenlos ab, doch können die verursachten Beschwerden für Betroffene äußerst unangenehm sein.

Schon wenige Minuten nach dem erstmaligen Kontakt im Wasser kann ein leichtes Hautjucken auftreten, das von kleinen roten Flecken begleitet ist. Bei dafür besonders empfindlichen Personen kommt es dann möglicherweise zu einem stark juckenden und Bläschen bildenden Hautausschlag, der bis zu 20 Tage anhalten kann. Bei erheblichen Beschwerden kann der Arzt Juckreiz mindernde Salben, Gele oder Lotionen verordnen. Gegebenenfalls kann eine Untersuchung durch den Hausarzt erfolgen.

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Verhaltensregeln für Badegäste

Der normale Entwicklungszyklus der Zerkariendermatitis findet zwischen Wasservögeln als Endwirt und Schlammschnecken als Zwischenwirt statt. Die Eier der geschlechtsreifen Saugwürmer gelangen mit dem Kot ins Wasser und infizieren die Schnecken über Wimpernlarven. In der Schnecke entwickeln sich Zehntausende von Gabelschwanzlarven (Zerkarien), die wiederum ins Wasser abgegeben werden und Wasservögel infizieren. Auch in die Haut des badenden Menschen als Fehlwirt bohren sich diese Zerkarien ein.

Einige Verhaltensregeln für Badegäste gibt das Gesundheitsamt. Diese können zwar nicht vollkommen vor Zerkarienbefall schützen, aber das Risiko mindern:

l längere Aufenthalte im Flachwasserbereich vermeiden (gerade Kinder sind gefährdet);

l bevorzugt in tieferen oder leicht strömenden Bereichen schwimmen;

l nach dem Schwimmen die Badesachen wechseln;

l Körper mit einem Handtuch gut abreiben (Zerkarien trocknen schnell aus).

Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Wirkstoffe ein Eindringen der Zerkarien in die menschliche Haut verhindern können. Eine wirksame Lotion zum Quallen- und Sonnenschutz (LSF 15, für Kinder LSF 30) ist in Drogerien oder Apotheken erhältlich.

Wasservögel nicht füttern

Ein vorübergehendes Badeverbot wäre nur bei einem massiven Auftreten von Zerkarienlarven angebracht. Derzeit ist dies nicht der Fall. Das Gesundheitsamt rät aber dringend, Fütterungsverbote für Wasservögel unbedingt das ganze Jahr über zu beachten. (AN)

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