Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Nach dem Preis-Zwischenhoch wieder im Tiefsee-Niveau

11.03.2009

Nach dem Preis-Zwischenhoch wieder im Tiefsee-Niveau

Aichach 48. Mitgliederversammlung des Maschinenring Aichach (MR AIC) - eigentlich war alles wie immer. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind nach dem Zwischenhoch im 2008 wieder auf Tiefsee-Niveau, die Kosten für Dünger und Pflanzenschutzmittel explodieren. "Wir sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet", formulierte der Vorsitzende Michael Lutz und sprach das Metier seines eigenen Betriebs direkt an: "Die Milchpreise - eine klassische Bruchlandung."

Lutz hatte an gleicher Stelle im vergangenen Jahr noch vor allzu großer Euphorie gewarnt und auf die Qualitäten des MR verwiesen: die hohe Schlagkraft, den gebündelten Sachverstand und daraus folgend nicht zuletzt eine hohe Lebensqualität. Um Letztere ging es den Verantwortlichen des MR auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Besonderen. "Wir heißen zwar Maschinenring, doch eigentlich geht es um Menschen. Wir sind ein Menschenring", rief Michael Lutz den knapp über 100 Mitgliedern entgegen. Um diese menschliche Komponente hervorzuheben, hatte sich der MR AIC einen Experten geholt: Pfarrer Josef Mayer vom Petersberg.

Der Kreisobmann des bayerischen Bauernverbandes (BBV), Reinhard Herb, stellte nüchtern die Zahlen in den Raum. 2008 habe der Bauer für Doppelzentner Weizen 25 Euro bekommen, heuer 13, für den Doppelzentner Mais 23 Euro, heuer 12 Euro. Im gleichen Zeitraum habe sich der Preis für den Dünger Kalkammon von 20 Euro auf 39 Euro fast verdoppelt. "Oben schieben sie sich, wie früher beim Monopoly, die Milliarden zu - 100 allein für eine einzige Bank -, beim Agrardiesel dagegen wird um 34 Millionen Euro diskutiert", wetterte Herb und fand doch für seine Berufskollegen einen Rat: "Sparen bei den Investitionen, sparen bei den Maschinen, Kosten sparen mit dem Maschinenring."

In einer sehr persönlichen Ansprache gratulierte Kreisbäuerin Martha Brunnenmeier der Vorstandschaft des MR für den Mut zum Thema des Abends, "Leben - nicht gelebt werden!". Es seien nämlich nicht nur Betrieb und Arbeit wichtig, sondern vor allem ein gutes Miteinander, so Martha Brunnenmeier. Reinhard Herb richtete als Mitglied des Kreistages und Vertretung des Landrats Grüße aus. Der Name Horst Seehofer tauchte mehrmals auf. Einmal, als es um seine kaum zu haltenden Versprechungen als Bundeslandwirtschaftsminister bezüglich des Milchpreises ging, ein andermal erinnerten Sprecher an seinen Besuch im Frühjahr 2008 in Untergriesbach.

Nach dem Preis-Zwischenhoch wieder im Tiefsee-Niveau

Betriebshilfe: 50 000 Stunden in Haushalten und Höfen

Der MR hat mit seiner Sparte Betriebshilfe immer auch einen sozialen Aspekt, doch auch der lässt sich in Euro und Cent beziffern. 490 000 Euro rechnete das MR-Team hier ab, 386 000 unter "wirtschaftliche", 103 000 Euro unter "soziale Hilfe". Knapp 50 000 Stunden leisteten die Helferinnen und Helfer in den Haushalten und Höfen ab. "Danke an alle. Das sind nicht immer ganz einfache und tolle Einsätze", erinnerte Evi Schade und spontan brandete Beifall auf. Allein Betriebshelferin Clara Daum und Betriebshelfer Hans Schmidgall seien an 422 Tagen, 2458 Stunden, bei 23 Familien im Einsatz gewesen, verdeutlichte Schade.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren