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Aichach

21.10.2020

Neuer Kinofilm: Aichacherin bereist auf Wildpferden Europa

Simone Hage war während ihrer Reise mit ihrer Stute Coco an einem Strand auf der Insel Romo in Dänemark.
Bild: Kaike Tappe

Plus Simone Hage ist mit ihren Wildpferden quer durch Europa gereist. Über die 20-jährige Aichacherin erscheint nun bereits der zweite Kinofilm.

Am Ende des Lebens, sagt Simone Hage, wolle sie nicht auf dem Grabstein stehen haben: "Mein Leben hat allen anderen gefallen, nur mir nicht." Die 20-Jährige hat in den vergangenen Jahren so einiges erlebt. Mit 16 Jahren verließ sie die Schule, machte sich als Fotografin selbstständig und beschloss, dass sie nicht dem typischen Weg – Schule, Ausbildung, Job – folgen würde. Stattdessen wollte sie die Welt sehen. Seitdem ist die Aichacherin stets auf Reisen gewesen, unter anderem in Dänemark, Spanien und Portugal. Und das zu Pferd.

Ihr Abenteuer war Teil des Dokumentarfilms "Die Magie der Wildpferde". Der Film handelte zu einem Drittel von den Abenteuern, die Hage während ihrer Reisen erlebte. Nun erscheint ein Kinofilm, in dem es nur um sie geht. Der zweite Film "Wildherz — Auf der Reise zu mir selbst" befasst sich mit Simone Hage als Person. Denn über die Jahre wurde der heute 20-Jährigen bewusst, dass sie nicht ewig so weiterleben kann. Auch sie muss einmal sesshaft werden und ihren Weg finden. Doch das ist, wie sie herausfinden musste, gar nicht so einfach.

Aichacherin reitet mit zwei Wildpferden von Bayern an die Ostsee

Simone wandert in dem Film mit zwei Wildpferden von Bayern 1500 Kilometer hoch an die Ostsee, verbringt den Winter in Dänemark. Ein paar Monate später zieht sie wieder zurück in die Berge nach Bayern. Auf ihren Reisen nach Österreich, Spanien und Portugal verliert sie sich zunehmend mehr, statt sich zu finden und am Ende will sie nur noch eines: Wissen, was ihre Aufgabe in diesem Leben ist. Hage erzählt, anfangs sei es komisch gewesen, ständig von einem Kamerateam begleitet zu werden.

Es sei nicht immer leicht, sich vollständig zu öffnen. "Ich teile schließlich meine eigene Welt mit der großen weiten Welt", so Hage. Doch mit der Zeit habe sie sich daran gewöhnt. Zwischen ihr und dem Filmteam sei eine Freundschaft entstanden.

Die Corona-Pandemie war für die Aichacherin eine Pause

In den Filmen will die 20-Jährige nach eigener Aussage eine Botschaft übermitteln. Im Leben sei alles möglich. "Es ist ein großes Abenteuer, und wir selbst entscheiden, was wir daraus machen." Hage erzählt, sie wolle ihre eigene Geschichte mit den Menschen teilen und ihnen das Gefühl geben, dass sie mit ihren Sorgen, Ängsten und Träumen nicht alleine seien. "In Filmen wird immer ein perfektes Leben dargestellt. Das ist aber nicht die Realität", sagt Hage. "Daher war es meine größte Intention, einfach mal ehrlich zu sein." Laut Hage war ihre größte Erkenntnis nach all den Reisen, dass "man sich manchmal komplett verlieren muss, um sich wieder zu finden".

Der Beginn der Corona-Pandemie fiel in das Ende der Dreharbeiten. Für die freiheitsliebende 16-Jährige, die die Zuschauer im ersten Kinofilm kennen lernten, wäre die Corona-Krise eine große Einschränkung gewesen. Doch Simone Hage sagt, sie habe sich verändert, sich weiterentwickelt. Mittlerweile ist die 20-Jährige nicht mehr so viel auf Reisen, konnte die Pandemie als eine Pause betrachten.

Kinofilm auf Tour durch Deutschland

Die Dreharbeiten von "Wildherz" waren im April beendet. Seitdem, erzählt Hage, habe sich vieles verändert. Die Zeit mit Reise und Filmdreh, die sie selbst als "Findungsphase" bezeichnet, habe ihr sehr viel Klarheit gebracht – vor allem im beruflichen Sinne. Nachdem sie auf ihren Reisen immer wieder Menschen mit großem Bezug zu Spiritualität begegnet sei und sich von diesen stets verstanden gefühlt habe, beschloss sie, einen Weg in diese Richtung einzuschlagen. Sie fängt eine Ausbildung zu einem energetischen Coach an. Ihre Ausbilderin hatte sie während der Dreharbeiten kennengelernt.

Den Sommer hat die Pferdeliebhaberin in den Bergen in Österreich verbracht. Seit Oktober ist Simone Hage zurück in ihrer Heimat, in Aichach. Doch viel Zeit wird die 20-Jährige auch diesmal nicht zu Hause verbringen. Am 24. Oktober feiert der zweite Kinofilm, der über sie gedreht wurde, seine Premiere in Köln. Hage wird natürlich dabei sein. Danach geht es dann auf Kinotour durch ganz Deutschland. Im Aichacher Cineplex wird der Film am 4. November um 19.30 Uhr auf der Leinwand laufen. Simone Hage wird auch da sein.

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