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Sebastiansfest

23.01.2012

Neuer Klang für die Sebastiankapelle

Am Ziel angekommen sind die neuen Glocken für die Kapelle St. Sebastian.
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Am Ziel angekommen sind die neuen Glocken für die Kapelle St. Sebastian.

Glockenweihe und Prozession zu Ehren des Aichacher Stadtpatrons

Aichach Der heilige Sebastian hat in der Stadtgeschichte Aichachs als Stadtpatron immer eine besondere Rolle gespielt. Am gestrigen Sonntag kam der Heilige wieder zu besonderen Ehren. Stadtpfarrer Johannes Schmidt weihte im Rahmen des Sebastiansfestes zwei neue Glocken für die Kapelle an der Donauwörther Straße. Die beiden alten Glocken, die Kommerzienrat Robert Haselberger 1947 gestiftet hatte, haben nach 65 Jahren ausgedient.

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Beim Festgottesdienst ging der Stadtpfarrer in seiner Festpredigt besonders auf die Bedeutung der Glocken ein. Auf einer, der Marienglocke mit ihren 32,4 Kilogramm Gewicht, ist zu lesen: „Maria breit den Mantel aus“. Auf der Sebastianglocke – Gewicht 56 Kilogramm – steht die Bitte „St. Sebastian, Patron der Stadt Aichach, bitt für uns“.

Bei der Andacht am Nachmittag würdigte Stadtpfarrer Johannes Schmidt den heiligen Sebastian als Vorbild des Glaubens und als Pestpatron. Als Letzteres wird er in der Stadt verehrt, seitdem die schlimme Krankheit Aichach heimgesucht hatte.

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Nach der feierlichen Andacht bewegte sich eine große Schar von Gläubigen von der Stadtpfarrkirche über den Stadtplatz mit Gebet und Gesang zur Sebastiankapelle an der Donauwörther Straße. Mit angeführt wurde die Prozession von den Aichacher Vereinen mit ihren Fahnen und der Geistlichkeit. Stadtpfarrer Johannes Schmidt trug eine Reliquienmonstranz mit. Die Fürbitten sprach Stadtprediger Julius Kreuzer. Mit dabei war auch Kaplan Pater Joby. In der Prozession gingen neben Bürgermeister Klaus Habermann zweite Bürgermeisterin Renate Magoley, Landrat Christian Knauer, der ehemalige Bürgermeister Heinrich Hutzler und einige Vertreter des Stadtrates mit. Die beiden Glocken wurden auf einem Wagen von den Ministranten mitgezogen.

Die feierliche Überführung des kleinen Geläuts bezeichnete Bürgermeister Habermann als „ein großes Ereignis für uns alle, aber auch einen bedeutsamen Tag für die Stadt.“ Sein Dank galt Stadtpfarrer Johannes Schmidt und Mesner Martin Ruhland, der sich besonders intensiv um die neuen Glocken kümmerte. Der Wunsch des Bürgermeisters: „Dass diese neuen Glocken wie auch alle anderen Glocken in der Stadt und den Ortsteilen stets nur gute Nachrichten verkünden mögen“.

Ein Gelübde, als die Stadt von der Pest bedroht war

Seit 1320 wird der heilige Sebastian in der Stadt Aichach verehrt und als Stadtpatron angerufen. 1484 weihte Weihbischof Ulrich von Augsburg die Sebastiankapelle an der Stelle eines Vorgängerbaus an der Stadtmauer. Nach dem Schwedeneinfall 1634 wurde das kleine Kirchlein völlig zerstört. Pfarrer Mathias Müller (Molitor) ließ die Kapelle neu erbauen. Die bestehende Bruderschaft wurde durch Papst Alexander VII. neu bestätigt.

1656 brach in der Stadt die Pest aus. Im März starben 33 Menschen, im April waren es 51, im Mai 42 Todesfälle. Die Aichacher legten ein Gelübde ab: Falls ihre Stadt von der Seuche verschont bliebe, sollte alljährlich im Januar eine Prozession zur Sebastiankapelle stattfinden.

Eine umfassende Renovierung war dann 1937 nötig. Im Zweiten Weltkrieg musste die 68 Kilogramm schwere Glocke abgeliefert werden.

Kommerzienrat Robert Haselberger stiftete nach den schweren Kriegsjahren im Jahre 1947, neben anderen Aichacher Glocken, auch zwei Glocken für die Sebastiankapelle. 1974 renovierte die Stadt die Kapelle umfassend.

Auch die Schützen erkoren Sebastian zu ihrem Schutzheiligen. Schon seit Alters her gab es nahe der Aichacher Sebastiankapelle einen Schießstand, wie auf alten Stichen zu sehen ist. Die Aichacher Schützen und die Sebastianbruderschaft hatten ein besonderes Verhältnis. Bei der Hundert-Jahr-Feier bezüglich der Wiedererrichtung der Bruderschaft 1756 feierten die Aichacher Bürger ihre Sebastianbruderschaft und die Schützenkompanie hatte sich dabei besonders hervorgetan. Während der gesamten Veranstaltung wurde in Uniform paradiert und auf den Wällen der Befestigungsanlage Salut geschossen.

Die große Sebastianprozession, wie sie momentan von der Stadtpfarrei gepflegt wird, wurde 1985 bezüglich des 750-jährigen Stadtjubiläums der Stadt von Bürgermeister Alfred Riepl wiederbelebt.

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aichacher-nachrichten.de/bilder

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