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21.01.2019

Neueröffnung: Baarer bekommen weiter frisches Brot

Adelheid Kandler (vorne) sieht den Betrieb des einzigen Lebensmittelladens in Baar als ihre Verpflichtung im Ort an. Auch ihr vierjähriger Enkelsohn Bastian Himsel turnt ab und an durch den Laden, dessen Herzstück die Theke mit frischen Back- und Wurstwaren ist. Hier bedient auch die langjährige Angestellte Angelika Lustig.
Bild: Stefanie Brand

Plus Das Ehepaar Kandler hat einen Frische-Shop eröffnet. Er umfasst ein Zehntel der früheren Ladenfläche. Was es dort zu kaufen gibt und wann der Laden offen hat.

In Baar hat das Ehepaar Kandler Anfang des Jahres Neueröffnung gefeiert. Dabei gibt es schon rund 70 Jahre ein Lebensmittelgeschäft am Postweg und damit eine Nahversorgung in der kleinen Gemeinde im nordwestlichen Landkreiseck. Die ist weiter gesichert, allerdings deutlich reduziert in Fläche und Sortimente und auch der Name hat sich geändert.

Statt dem blau-gelben Edeka-Schild wie früher nennt sich das Geschäft jetzt Frische-Shop. „Frischeladen klang für uns zu altmodisch, dessen haben wir uns ganz frech ‚Frische-Shop’ getauft“, erklärt Adelheid Kandler. Gemeinsam mit Ehemann und Bürgermeister Leonhard Kandler hat sie den Laden im Jahr 1981 eröffnet. Damals hatte der Laden gerade einmal 29 Quadratmeter. Jetzt ist er zwar doppelt so groß wie am Anfang, aber er hat nur noch ein gutes Zehntel der Verkaufsfläche vom vergangenen Jahr.

2018 schloss das Ehepaar den 500 Quadradmeter großen Edeka-Kandler

„Kleine Läden waren zu der Zeit als ,Tante-Emma-Laden‘ verpönt“, erinnert sich Adelheid Kandler zurück und erklärt damit auch, warum sie gemeinsam mit ihrem Mann regelmäßig in den Laden investiert hat. Der größte Umbau fand in den Jahren 1992/1993 statt. Als sie ihren Edeka-Kandler im vergangenen Jahr zum letzten Mal zusperrten, verabschiedete sich das Paar von einer 500 Quadratmeter großen Ladenfläche und baute um – zugunsten eines überschaubaren Verkaufsraums mit etwa 60 Quadratmeter, in dem die Frische Programm ist, wie Adelheid Kandler betont.

Frische Wurst, frische Backwaren, ein kleines Sortiment in der Kühltheke und einige Getränke zählen heute zum Sortiment, das mit dem Umbau auf etwa ein Drittel des ursprünglichen Warenangebots reduziert wurde. Unter dem blau-gelben Firmenlabel von Edeka wäre dies nicht möglich gewesen, erklärt die Chefin. Ursprünglich, lange bevor die Verkleinerung des Ladens geplant wurde, gab es Gespräche mit Edeka. Doch einen interessierten, potenziellen Franchisenehmer schreckten die Größe des Ortes und die große Konkurrenz im Umland ab.

Dazu kommt das veränderte Kaufverhalten. Denn viele Bürger auf dem Land tätigen ihre Einkäufe heute in großen Verbrauchermärkten und nehmen in kleineren Einzelhandelsläden vor Ort nur das mit, was vergessen wurde, ausgegangen ist oder ganz frisch geholt wird – darauf gehen die Kandlers jetzt ein. Als darüber hinaus klar wurde, dass die Kinder des Ehepaars den Laden nicht weiterführen werden, nahmen die Planungen zum Umbau konkrete Formen an. Die durch die Reduzierung der Verkaufsfläche frei gewordene Fläche nutzt ab März die Firma Balleis, die von der Hauptstraße an den Postweg umzieht. Auf dem Gelände werden Büros, Verkaufs- und Ausstellungsraum, sowie eine Werkstatt für den Händler für Industrie und Werkstattbedarf geschaffen.

Adelheid Kandler: Laden „ist unsere Verpflichtung im Dorf“

Warum das Paar nicht etwa ein- für allemal die Türen schloss, welches Schicksal gerade aus wirtschaftlichen Gründen häufig Dorfläden in ländlicheren Gegenden ereilt, dafür hat Adelheid Kandler einen einfachen Grund: „Es ist unsere Verpflichtung im Dorf.“ Jahrelang war der Kandler’sche Laden die einzige Anlaufstelle im Ort; nach wie vor sollen die Baarer hier ihre Grundbedürfnisse in puncto Lebensmittel stillen können.

„Zusperren geht nicht“, erklärt Adelheid Kandler strikt. Sie wischt damit auch den ursprünglichen Ansatz vom Tisch, den Betrieb des Unternehmens auf einen Probelauf von einem Jahr zu reduzieren. „Wir müssen optimistisch sein, sonst kann man das nicht machen“, erklärt die Frau des Bürgermeisters. Dass ihr Dorfladen-Konzept auch andernorts Schule machen könnte, bezweifelt sie allerdings. Der Trend geht ihrer Meinung nach eher dahin, dass vielerorts Hofläden eröffnen und für ein kleines Lebensmittel-Angebot in ländlicheren Regionen sorgen. In Baar ist das nicht der Fall, dort gibt es keinen Hofladen, dafür den Kandler’schen Frische-Shop.

Die treue Stammkundschaft dankt es den Kandlers, indem sie regelmäßig in den Laden pilgert und sich darüber freut, dass sie direkt neben dem ursprünglichen Edeka-Kandler nun im Frische-Shop Kandler frische Lebensmittel erhalten. Dort werden sie namentlich begrüßt und von Adelheid Kandler und ihrer Angestellten, Angelika Lustig, bedient.

Wann der Laden geöffnet hat

Geöffnet hat der Laden montags bis freitags von sieben bis 12.30 Uhr. Montags, dienstags, donnerstags und freitags öffnet der Laden auch nachmittags von 14.30 und 18 Uhr. Am Samstag gibt es Lebensmittel von sieben bis 12 Uhr. Der Zugang befindet sich vor dem ursprünglichen Eingang.

Und noch ein Detail ist anders, denn Leonhard Kandler steht nun nicht mehr selbst in der Backstube. Stattdessen wird der Frische-Shop der Kandlers vom Back-Paradies Heckl beliefert. Kandler selbst vermisst die Arbeit in der Backstube nicht. „Ich habe mich recht schnell ans länger Schlafen gewöhnt“, verrät er lachend. Obgleich länger zu schlafen für den Baarer Bürgermeister nur bedeutet, dass er nicht mehr um 4 Uhr morgens in der Backstube steht, sondern um 5.30 Uhr munter ist. (mit cli)

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