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Gemeinderat II

09.07.2015

Neues Baugebiet: Anwohner schlagen eine Kühbacher Nordumgehung vor

Momentan ist alles ruhig in der wegen Kanalsanierung gesperrten Windener Straße in Kühbach. Sie erschließt die Wohngebiete zwischen Schul- und Schrobenhausener Straße. Anwohner befürchten durch das neue Baugebiet „Schildbreite“ nun eine zusätzliche Verkehrsbelastung.
Bild: Helene Monzer

Betroffene befürchten weitere Verkehrsbelastung. Aus Sicht der meisten Räte ist sie aber zumutbar. Bürgermeister bringt einen alten Vorschlag wieder ins Spiel

Es hatte sich im Mai schon abgezeichnet: Das geplante Baugebiet „Schildbreite II“ in Kühbach stößt bei Anwohnern auf Bedenken. Sie befürchten eine weitere Verkehrsbelastung, vor allem in der Windener Straße, über die die 30 Bauplätze erschlossen werden. Die sei schon jetzt ein „Nadelöhr“, kritisieren sie. Als Lösung sehen sie den Bau einer Nordumfahrung. Doch der Marktgemeinderat beurteilte das am Dienstag ganz anders.

Planer Hans Brugger stellte im heißen Sitzungssaal am Dienstag die Ergebnisse der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung für die nötige Flächennutzungsplanänderung vor. Sieben Anwohner aus Windener, Rosen- und Auenstraße hatten in Briefen ihre Bedenken formuliert. Grundsätzlich sei nichts gegen das Baugebiet einzuwenden. Allerdings wird dadurch eine weitere Verkehrsbelastung für die Windener Straße auch durch Lastwagen und Traktoren befürchtet, zumal an der Falterbreite in Zukunft weitere 24 Bauplätze angedacht sind. Es komme heute schon zu Stauungen, Anwohner und Kinder seien gefährdet, wird argumentiert. Ein Betroffener sah die Gelegenheit, eine Verbindung von Windener zu Schulstraße zu schaffen und auch noch die Schrobenhausener Straße anzubinden. Das könnte auch über einen Feldweg gegenüber der Biberstraße geschehen, lautete ein anderer Vorschlag. Andere brachten die Verlängerung der Westumgehung in den Norden als „zukunftsfähiges Verkehrskonzept“ ins Gespräch.

Völlig anders sahen das Planer Brugger, Bürgermeister Hans Lotterschmid und die Mehrheit des Gemeinderates. Lastwagenverkehr wegen des Baugebietes sei zeitlich begrenzt. Der landwirtschaftliche Verkehr habe mit dem Baugebiet nichts zu tun. Außerdem seien andere Straßen, wie die Schönbacher Straße oder die Verbindung von Unterbernbach nach Rettenbach, stärker belastet, argumentierte Lotterschmid. An der Unterbernbacher Ortsdurchfahrt würden täglich über 2000 gezählt. Laut Brugger sind derzeit 500 Fahrzeuge täglich in der Windener Straße unterwegs, mit dem Baugebiet würden es rund 620 sein. Das liege im Bereich von vergleichbaren Straßen. Die gesetzlichen Lärmwerte werden laut Brugger „bei Weitem nicht erreicht“. Gegen eine Umfahrung sprechen aus Sicht des Bürgermeisters auch der große Flächenverbrauch und die Kosten. Außerdem würde die Verkehrsbelastung nur den neuen Siedlern zugemutet. Auch im übrigen Markt werde der Verkehr grundsätzlich zunehmen. Und: Weil die Bauschuttanlage in Stockensau geschlossen worden ist, hat sich der Verkehr verringert.

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Franz Lechner schlug vor, mit den Landwirten über eine Änderung ihrer Route zu sprechen. Das will Lotterschmid versuchen. Über Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung könne man ebenfalls nachdenken, sagte Lotterschmid. Er brachte außerdem erneut einen alten Vorschlag ins Spiel, mit dem er im Gemeinderat bislang noch nie landen konnte („Ich laufe gegen eine Wand, nur weil jeder Angst hat, dass es ihn selbst erwischt“): die kommunale Verkehrsüberwachung. Radarmessungen seien besser als alles andere. Im September will Lotterschmid dieses Thema erneut auf die Tagesordnung setzen.

Jeweils gegen zwei Stimmen lehnte der Gemeinderat die Bedenken der Anwohner ab. Andreas Arzberger war in Sachen Umgehung der Ansicht, man solle vorausdenken und sich überlegen, was in 20 Jahren sei. Albert Schormair hielt eine Verbindung von der neuen Siedlung in die Schulstraße für überlegenswert. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat die Änderung des Flächennutzungsplanes und den Bebauungsplanentwurf. Beides wird nun öffentlich ausgelegt.

Nicht endgültig festgelegt sind die Grundstücksgrößen, versicherte Planer Brugger auf Nachfrage von Karl-Heinz Kerscher. Die meisten haben gut 600 Quadratmeter, es gibt aber auch kleinere (570) und größere (bis zu 1100). Es habe sich gezeigt, dass die kleineren Areale schneller verkauft sind als größere.

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