1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Neues und altes Baugebiet werden verbunden

Gemeinderat I

04.12.2019

Neues und altes Baugebiet werden verbunden

Auf dem alten Sportplatz im Petersdorfer Ortsteil Alsmoos soll ein neues Baugebiet entstehen. Die Gemeinderäte befassten sich jetzt mit der Frage, wie die neue Siedlung verkehrstechnisch erschlossen werden soll. Auf unserem Archivbild stand im Rahmen der Maibaumfeier ein Zelt auf dem Sportplatz. Archivfoto: Johann Eibl

Das Baugebiet „Alter Sportplatz“ im Petersdorfer Ortsteil Alsmoos wird von der Aichacher Straße aus befahrbar sein. Die neue Straße durch die Siedlung schafft einen Zusammenschluss mit den vorhandenen Häusern. Zwei Bürger erhalten Rederecht

Mehr als zehn Bürger lockten die Themen der Gemeinderatsitzung am Montagabend in Petersdorf an. Die Mehrheit war gekommen, um direkt mitzuerleben, welche Erschließung die Gemeinderäte sich für das Baugebiet „Alter Sportplatz“ in Alsmoos ausgedacht hatten. In dem Gebiet, das nördlich von der Aichacher Straße und südlich von der abknickenden Eichenstraße (einer Sackgasse) begrenzt wird, sollen mehrere Bauplätze entstehen. Zur Diskussion stand nicht etwa die Zahl der Bauplätze oder gar die Größe dieser, sondern die Verkehrsführung durch das Baugebiet.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Planer Paul Kienberger hat im Vorfeld zwei Varianten zu Papier gebracht. Die Zufahrt zum neuen Baugebiet, die über die Aichacher Straße erfolgen soll, eint die Ansätze. Anschließend führt die neue Straße durchs neu zu erschließende Baugebiet. Wohin sie dann führt, ist jedoch der Unterschied der Planung: In der ersten Variante mündet die Straße durchs neue Baugebiet in die Eichenstraße und sorgt damit auch für einen Zusammenschluss zwischen der Bestandsbebauung und dem neuen Baugebiet. In der zweiten Variante endet die Straße in einem Wendehammer. Es gäbe dann keine Verbindung zur bestehenden Wohnsiedlung in der Eichenstraße.

Beate Pußl vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Aindling beschrieb die Vor- und Nachteile der ersten Variante so: Die Verkehrssituation in der Eichenstraße wird durch die durchgängige Straßenführung verbessert. Bis dato mussten große Fahrzeuge (beispielsweise auch das Müllfahrzeug) rangieren oder gleich rückwärts einfahren. Durch die Verbindung sei zwar eine Durchfahrt möglich, allerdings erhöhe eben diese auch den Durchgangsverkehr. Zu schnell könne dieser allerdings nicht durch die Wohngebiete fahren, das verbiete allein schon die enge Straßenführung, so die VG-Mitarbeiterin. Das Verkehrsaufkommen könnte allerdings in der Eichenstraße zum Problem werden, weshalb kurzzeitig die Idee im Raum stand, die Eichenstraße in dem Teil zur Einbahnstraße zu machen, die eine Süd-West-Ausrichtung hat.

Neues und altes Baugebiet werden verbunden

Ein Anlieger, der in diesem Teil der Straße sein Unternehmen betreibt, erhielt in der Sitzung das Rederecht und erklärte, dass eine Einbahnstraße das Verkehrsaufkommen im neuen Baugebiet stark erhöhen würde – allein schon weil Mitarbeiter und Zulieferer dann von der Aichacher Straße aus einfahren müssten, um in die Eichenstraße zu gelangen. Ohne Einbahnstraße könne sich der Unternehmer sogar vorstellen, die Straße zu verbreitern, auch wenn das zulasten der Anliegergrundstücke gehen würde. Auch ein zweiter Bürger, der wegen dieses Themas zur Sitzung gekommen war, sorgte sich um die Durchfahrt in der Eichenstraße und erklärte: Der Winterdienst könne aktuell ohnehin nur eine Spur durch die enge Straße bahnen (laut Beate Pußl misst die Straße 4,80 Meter in der Breite) – mit mehr Gegenverkehr könne dies schwierig werden.

Die Alternativlösung, die vorgesehen hätte, dass die Straße durch das neue Baugebiet mit einem Wendehammer endet, fand keine Befürworter im Rat. Robert Brandner sprach sich gegen die Trennung der Baugebiete aus sowie gegen die Versiegelung der Flächen für den Wendehammer mit einem Durchmesser zwischen zwölf und 25 Metern. Zudem wäre bei dieser Variante ein Bauplatz weggefallen. Laut dem Petersdorfer Bürgermeister Dietrich Binder werde die Wohnsiedlung aus den 60er- oder 70er-Jahren durch die neue Straße auch für Rettungskräfte und Versorgungsdienstleister besser zugänglich.

Andreas Lamminger befürchtet nicht, dass die Strecke durch die Baugebiete als Abkürzung genutzt werde und möchte nicht auf einen Bauplatz verzichten. Beate Pußl benannte dennoch auch für diese Option Vorteile wie etwa die hohe Wohnqualität in beiden Wohngebieten und die Möglichkeit, eine Verbindung zu schaffen, die mit dem Fahrrad passierbar sei.

Letztlich fiel die Entscheidung im Gremium einstimmig für die erste Bauvariante: Die Verbindung zwischen dem Baugebiet „Alter Sportplatz“ und der Bestandsbebauung soll geschaffen werden. Die Eichenstraße wird dann nicht mehr länger eine Sackgasse bleiben.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren