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Inchenhofen

03.01.2019

Neun Verletzte bei Gasunfall: Ist der Sprengmeister schuld?

Die missglückte Sprengung ereignete sich am Wasserhaus an der Sainbacher Straße in Inchenhofen.
Bild: Erich Echter (Archiv)

Im August wurden bei einer Sprengung in Inchenhofen vier Menschen leicht verletzt. Die Polizei sieht die Schuld offenbar beim Sprengmeister.

Eine Brunnensprengung sorgte am 1. August vergangenen Jahres in Inchenhofen für enormes Aufsehen. Nicht wegen des unvermeidlichen Knalls, sondern weil sich ein Gasunfall anschloss. Neun Menschen erlitten leichte Verletzungen, weil sich bei der Sprengung Kohlenmonoxid gebildet hatte. Doch wie konnte das passieren?

Der Brunnen an der Sainbacher Straße hatte ausgedient. Schon über 20 Jahre war er vom Netz, als Notbrunnen kam er nicht in Frage. Deshalb musste der 45 Meter tiefe Brunnen ordnungsgemäß verfüllt werden. Damit beauftragte die Marktgemeinde eine Spezialfirma. Die sah drei Sprengungen im Untergeschoss des Wasserhauses vor, in dem sich die Brunnenöffnung befand. Alle drei klappten problemlos. Doch als Beteiligte nach der dritten Sprengung im Untergeschoss nach dem Rechten sahen, mussten sie am eigenen Leibe erfahren, dass eben doch nicht alles reibungslos gelaufen ist.

Kohlenmonoxid: Vier Menschen mussten ins Krankenhaus

Der Sprengmeister, so berichtete damals Bürgermeister Karl Metzer, sei umgefallen, reagierte aber dennoch richtig. Er sorgte dafür, dass alle das Wasserhaus verlassen und löste Alarm aus. Trotzdem spürten neun der zehn Menschen, die den Raum betreten hatten, Kribbeln und Atemnot. Kein Wunder: Die Inchenhofener Feuerwehr stellte später fest, dass im Untergeschoss eine erhöhte Belastung mit Kohlenmonoxid herrschte. Eine solche kann in der entsprechenden Konzentration sogar tödlich sein.

Das war in Inchenhofen zum Glück nicht der Fall. Der Gasunfall ging glimpflich aus. Nur vier der neun Betroffenen mussten ins Krankenhaus. Eine Woche später meldete die Polizei, dass alle die Klinik wieder verlassen konnten.

Betroffene haben keinen Strafantrag gestellt

Erledigt ist der Fall für die Polizei trotzdem bis heute nicht, auch wenn bislang keiner der Betroffenen – eine Vernehmung steht noch aus – Strafantrag gestellt hat, wie Pressesprecher Peter Löffler auf Anfrage mitteilte. In den vergangenen Monaten ermittelte die Polizei, ob der Unfall hätte vermieden werden können. Das ist offenbar nach bisherigem Erkenntnisstand der Fall. Der verantwortliche Sprengmeister werde sich voraussichtlich wegen fahrlässiger Körperverletzung und wegen Verstoßes gegen die Sprengstoffverordnung verantworten müssen, so Löffler.

Denn die Verordnung sieht unter anderem vor, dass der Verantwortliche nach jeder Sprengung eine Messung vornehmen muss, „was vermutlich nicht gemacht wurde“, so Löffler. So hätte womöglich entdeckt werden können, dass sich bei der Sprengung Kohlenmonoxid entwickelt hatte. Die Entscheidung, ob Anklage erhoben wird, trifft nach dem Ende der Ermittlungen die Staatsanwaltschaft in Augsburg.

Von dem Unfall betroffen waren neben vier Mitarbeitern der Spezialfirma, jeweils zwei Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes und der Gemeinde sowie eine Vertreterin des Landratsamtes.

Mehr zu dem Vorfall lesen Sie hier: Rätsel um Gasunfall nach Brunnensprengung

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