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12.06.2009

Noch eine Realschule?

Ehekirchen/Pöttmes Der Schulverbundgedanke im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen reißt nicht ab. So plant jetzt Ehekirchen, mit der Hauptschule Pöttmes zu kooperieren. Was sich genau hinter dieser Idee verbirgt, kann Bürgermeister Günter Gamisch zum jetzigen Zeitpunkt nur umreißen. Konkrete Pläne gibt es bislang nicht. Man habe sich lediglich auf politischer Ebene mit Pöttmes ausgetauscht und die schulische Situation ausgelotet.

Fakt ist jedoch, dass sich Ehekirchen grundsätzlich einen Schulverbund mit Pöttmes vorstellen kann. Gamisch spricht auch davon, innerhalb dieses Verbundes einen mittleren Bildungsabschluss möglich zu machen. Ob dies über einen M-Zug oder über eine neue Realschule passiert, sei noch völlig offen. Dazu soll es nach den Pfingstferien Gespräche mit entsprechenden Fachleuten geben.

Was derzeit in Karlshuld diskutiert wird, könnte möglicherweise auch bald in Ehekirchen Thema werden. Für Gamisch ist es nämlich gar nicht so abwegig, auch an der Landkreisgrenze zu Aichach-Friedberg eine Realschule zu installieren - und das, obwohl gerade sehr kontrovers über eine neue Realschule in Karlshuld diskutiert wird. Doch ob es in Karlshuld eine Zweigstelle der Paul-Winter-Realschule geben wird oder nicht, tangiert Gamisch nur am Rande: Wegen der Entfernung spielt der Standort im Donaumoos für Ehekirchen nur eine untergeordnete Rolle.

Diese Überlegungen kann auch Schulamtsdirektor Gerhard Preisler nachvollziehen. "Ich könnte es verstehen, wenn sich Ehekirchen in den Nachbarlandkreis orientiert", sagte er. Dadurch könne die Gemeinde ihren Schulstandort sichern und möglicherweise einen M-Zug aufbauen. Derzeit kommt die dafür notwendige Mindestzahl von 15 Schülern an keiner der beiden Schulen zustande, obwohl die sieben Kilometer entfernte Hauptschule in Pöttmes zweizügig und fast doppelt so groß ist wie die in Ehekirchen.

Noch eine Realschule?

Dass die Kooperation nicht nur landkreis-, sondern auch regierungsbezirksübergreifend wäre, spielt dabei keine Rolle. "Das Kultusministerium gibt diesbezüglich keine Einschränkungen vor", weiß Preisler. Allerdings machte er auch deutlich, dass solche Zusammenschlüsse nicht der Weisheit letzter Schluss sind. "Wenn die Schülerzahlen weiter zurückgehen, sind auch Schulverbände nicht die Rettung."

Fünf Jahre noch ist der Schulstandort in Ehekirchen gesichert, bevor sich erste Lücken auftun. "Man muss die Zeichen der Zeit erkennen und darf nicht warten, bis es zu spät ist", argumentiert Gamisch seine Bestrebungen. Auch eine Kooperation mit den Volksschulen in Burgheim und Rennertshofen ist angedacht. Doch die Gespräche diesbezüglich seien zwischenzeitlich "ins Stocken geraten", was Gamisch jedoch nicht sonderlich bedauert. Die Entfernung zu den beiden Gemeinden sei ohnehin ungünstig.

Die Pläne, die derzeit in Ehekirchen geschmiedet werden, unterstützt Landrat Roland Weigert voll. "Einem Bürgermeister muss man zugestehen, sämtliche Möglichkeiten in diese Richtung auszuloten und auch mal schräg denken zu dürfen", betonte er. Bislang seien alle Ideen ohnehin nur Gedankenspiele und "ungelegte Eier". Was davon letztlich umgesetzt werde, sei noch völlig offen.

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