1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Obergriesbach braucht mehr Platz für Kinder. Aber wo?

Obergriesbach

08.06.2018

Obergriesbach braucht mehr Platz für Kinder. Aber wo?

Obergriesbach fürchtet die Kosten, die bei der Sanierung des Kindergartengebäudes entstehen könnten. 
Bild: Symbolfoto/Ida König

Der Obergriesbacher Kindergarten muss erweitert werden. Der Weg dorthin ist allerdings noch unklar. Dafür gibt es Gründe

Der Kindergarten-Neubau in Obergriesbach, der in wenigen Wochen fertiggestellt wird, soll erweitert werden. Zu dieser Entscheidung konnten sich die Gemeinderäte in der Sitzung am Mittwochabend durchringen. Wie diese Erweiterung aussehen wird, darüber bestand jedoch keine Einigkeit.

In einer nicht-öffentlichen Zusammenkunft der Räte mit den Planern am Vortag waren wohl mehrere Optionen vorgestellt worden. So klang bei der öffentlichen Sitzung durch, dass die Option, an den Neubau anzubauen, wohl zu teuer und damit vom Tisch ist. Die Alternative ist nicht weniger problematisch: Sie sieht vor, die fehlenden Gruppenräume im bestehenden Gebäude im Untergeschoss einzurichten – dort, wo sich der alte Kindergarten befindet und wo sich die Räte zu ihren Sitzungen treffen.

Hans Willer sagte: „Wir haben eine Riesenangst vor dem Thema Sanierung und den Kosten.“ Die Sanierung des bestehenden Gebäudes ginge nämlich mit der Erweiterung um eine Kindergarten- und eine Krippengruppe einher.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der neue Kindergarten wird noch nicht einmal genutzt, sondern befindet sich derzeit im Bau. Nötig wird die Erweiterung wegen der in die Höhe schnellenden Anmeldezahlen. Für das kommende Kindergartenjahr 2018/2019 wurden 59 Kindergarten- und 15 Krippenkinder angemeldet.

Mit Blick auf die Betriebserlaubnis ist die Krippe damit voll ausgelastet, im Kindergarten sind sogar sechs Kinder zu viel angemeldet. Hier dürfen maximal 53 Kinder betreut werden. Eine Befragung der Bürger Obergriesbachs, die einen Blick in die Zukunft ermöglichen sollte, zeigte: 32 Kinder im Ortsgebiet haben einen Betreuungsplatz. 21, also in etwa eine Kindergartengruppe, noch nicht.

Die Regierung von Schwaben riet Obergriesbachs Bürgermeister Josef Schwegler, für die Zukunft zu planen. Das bedeutet, dass die Gemeinde ihr Betreuungsangebot auf 33 Krippen- und 75 Kindergartenplätze aufstocken sollte. Dieser Schritt wurde grundsätzlich einstimmig beschlossen – auch aufgrund der bestehenden Baugebiete und Baulücken, die sich in Obergriesbach insgesamt auf 69 Wohneinheiten und in Zahling auf 41 Wohneinheiten belaufen. Das Jugendamt hatte zudem angeregt, einen Platz für die Schulkinder-Betreuung einzuplanen. Voraussichtlich stehe Eltern nämlich ab Anfang 2019 ein Rechtsanspruch darauf zu.

Wie die Erweiterung des Kindergartens ins Bestandsgebäude aussehen soll, darüber waren sich manche Gemeindevertreter noch uneins. Schwegler erklärte, dass die Gemeinde eine einmalige Chance von der Regierung von Schwaben angeboten bekomme: Sie müsste nicht etwa einen neuen Antrag stellen, sondern der Zuschussantrag wie auch die Auswahl der Planer und der Gewerke würden als Ergänzungsantrag behandelt. Somit sei keine Neuausschreibung nötig. Dafür müssten die Räte aber nicht nur die grundsätzliche Erweiterung beschließen, sondern sich auch für eine grobe Raumaufteilung entscheiden. Das wäre die Grundlage für die Detailplanung, die Kostenschätzung und den Ergänzungsantrag.

Für Gemeinderat Berthold Schmitt war die Zeitspanne von der Zusammenkunft am Dienstag bis zur Sitzung am Mittwoch eindeutig zu wenig Zeit, um die Vorschläge der Planer zu überdenken. Zudem gebe es bis dato unausgesprochene Punkte, die der Gemeinderat nicht öffentlich besprechen wollte. Willer verstand diesen Einwand. Hubert Wachinger hingegen erklärte das Konzept der Planer für „schlüssig“. Auch Anja Klein nickte zustimmend. Daniel Schulz brachte das Dilemma auf den Punkt: „Ohne Beschluss drehen wir uns im Kreis.“ Jürgen Hörmann plädierte für „kleine Schritte“. Er wünschte sich, die Planungen so weit zu beschließen, wie jeder sich damit wohlfühle. Er erklärte: „Wir müssen ein paar Schritte nach vorne gehen.“ Tassilo Drobeks diplomatischer Weg sah hingegen vor, die Detaildiskussion auf eine neue Sitzung am kommenden Dienstag zu verschieben.

Schwegler erklärte, dass er – ähnlich wie die Räte Willer und Liebl – ebenfalls Bauchschmerzen mit der Erweiterung habe, weil sie eine Sanierung des Bestandsgebäudes umfassen würde. Allerdings habe er noch größere Bauschmerzen damit, die kostengünstige Offerte der Regierung, die nicht mehr lange gelte, auszuschlagen. Der Ergänzungsantrag samt Plan müsste der Regierung von Schwaben vorliegen, bevor der Neubau abgeschlossen ist. Ob es eine Entscheidung gibt und welche Erweiterung dann beschlossen wird, soll die Sitzung am Dienstag zeigen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Land002.tif
Aichach-Friedberg

Aichacher Landratsamt rückt näher an Münchener Straße

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen