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Obergriesbach

13.02.2020

Obergriesbach ringt weiter um Standort für Funkmast

In Obergriesbach könnte ein neuer Funkmast gebaut werden. Allerdings gibt es weiterhin unterschiedliche Meinungen zum Standort. Zudem gibt es Bedenken wegen einer möglichen Strahlenbelastung.
Bild: Claudia Stegmann (Symbolbild)

Plus Mehr als 25 Anhänger der Bürgerinitiative Neuer Funkturm kommen zur Ratssitzung. Soll der Mast nördlich der Straße Am Weiher oder im Wald gebaut werden?

Gesprächsbereitschaft und Transparenz wollte der Obergriesbacher Gemeinderat in Sachen Funkmast demonstrieren. Folglich glich die Gemeinderatsitzung am Dienstag einer Fortführung der Infoveranstaltung, die am Freitag im Gemeinschaftshaus stattgefunden hatte. Dorthin hatte die Interessengemeinschaft (IG) Neuer Funkturm geladen, um die Bürger mithilfe von Referent Siegfried Zwerenz, dem Vorstandssprecher des Vereins Bürgerwelle, über die Funktechnik und die gesundheitlichen Auswirkungen zu informieren. Der Dritte Bürgermeister Jürgen Hörmann hatte im Zuge der Infoveranstaltung Gesprächsbereitschaft signalisiert. Der Standort des Funkmastes sollte bei einer öffentlichen Gemeinderatsitzung Thema sein.

Dieses Zugeständnis nahmen die Vertreter der IG beim Wort und besuchten nun mit über 25 Personen die Gemeinderatsitzung. Das Thema stand ursprünglich nicht auf der Tagesordnung. Der Zweite Bürgermeister Daniel Schulz und Jürgen Hörmann schlugen vor, dass die Räte zunächst ihre Meinung zur Infoveranstaltung kundtun sollten. Anschließend würde die Sitzung geschlossen, um den Vertretern der IG Raum zu geben. In einer regulären Gemeinderatsitzung hätten sie als Besucher kein Rederecht. Mit dieser Vorgehensweise unterstrich Hörmann die Gesprächsbereitschaft seitens der Gemeinde und signalisierte auch, wie die Gemeinde für Transparenz sorgen wollte.

Gemeinderat Asam: Bürger wurden mangelhaft informiert

Stefan Asam sagte: „Ich stehe zum Beschluss.“ Bezüglich des Standorts für den neuen Funkmast möchte er nur mit sich reden lassen, wenn schriftlich dokumentiert wird, dass die Gemeinde keine Regressansprüche fürchten muss, weil der Vertrag mit der Betreiberfirma, der Deutschen Funkturm GmbH, nicht zustande kommt oder geändert werden muss. In der Vergangenheit seien Fehler gemacht worden – und zwar in Form von mangelhafter Information der Bürger, als die Gemeinde den Standort nördlich der Straße Am Weiher geplant hatte.

Obergriesbach ringt weiter um Standort für Funkmast

Peter Liebl erklärte ebenfalls, wie der Gemeinderat zu seinem Entschluss kam. Wer im Szenario mehr recht habe – die Betreiberfirma, die den Mast nördlich der Straße Am Weiher gut sichtbar auf einer Anhöhe errichten will, oder die IG, die den Funkturm außer Sichtweite in den Wald hinter dem Gemeinschaftshaus platzieren will – wisse Liebl nicht.

Markus Weber stand ebenfalls zu seinem Beschluss, wünschte sich aber seitens der Betreiberfirma eine Stellungnahme zu den Aussagen von Siegfried Zwerenz. Zudem regte er das Minimierungsgebot an, das verhindern solle, dass ein überdimensionierter Mast im Ort aufgestellt wird. Hans Greppmeier regte ebenfalls an, dass die Gemeinde die Telekom um Prüfung des Alternativstandorts bitten sollte. Darüber hinaus wiederholte er die Worte aus der Infoveranstaltung: „Jeder Standort ist gesundheitsschädlich.“ Vor diesem Hintergrund setzte er sich für Transparenz ein.

Funkmast Obergriesbach: Standort im Wald prüfen

Für Lorenz Mahl sei hingegen klar: Man sollte mit dem Eigentümer des Waldes sowie mit der Betreiberfirma verhandeln, um den Mast im Wald platzieren zu können. Auch Hans Willer würde diesen Weg begrüßen. Anja Klein konnte sich nicht vorstellen, warum der alte Mast beim Gemeinschaftshaus abgebaut wurde, wenn der Standort gut gewesen wäre. Norbert Wuddel, der die erste Abstimmung zum Standort des Funkmastes nicht mitgetragen hatte, weil er damals noch kein Mitglied des Gemeinderats war, wollte die Gemeinderatswahl dazu nutzen, noch einmal ins Gespräch zu kommen. Er vertrat die Meinung, dass den Ratsmitgliedern nicht alle Informationen vorlagen, um eine Entscheidung zu treffen. Manfred Kern widersprach diesem Argument, er fühlte sich umfassend informiert und will zu seinem Beschluss stehen, weil er sich auf den Rat der Fachleute verlässt, dass es sich beim Grundstück nördlich der Straße Am Weiher um den Standort handle, der die Gemeinde am besten versorgen könne. Begleitet wurden die Meinungsäußerungen davon, dass sich einige Räte immer wieder den Schwarzen Peter hin- und herschoben – so bezeichnete Liebl den teils hitzigen verbalen Schlagabtausch, der sich im Sitzungssaal ereignete. Zielführend sei das nicht, fand der Gemeinderat.

IG-Vertreter: Strahlenbelastung steigt an

Vertreter der IG, die anschließend das Wort ergriffen, wiederholten ihre Argumente aus der Informationsveranstaltung. Der Funkmast schieße „über’s Ziel hinaus“ und sei „überdimensioniert“, erklärte ein Bürger, dem Herbert Lange, einer der IG-Sprecher, mit Daten beipflichtete. Die Strahlenbelastung steige wegen der Ausstattung des Mastes und der Tatsache, dass die Funkstrahlen nicht mehr ausschließlich horizontal ausgerichtet sein werden.

Schulz erklärte, wie es nun weitergeht. Die Gemeinde wolle den Vertrag prüfen. Schulz bat an dieser Stelle um das Vertrauen der Bürger, denn Vertragsangelegenheiten dürfen nicht öffentlich ausgehandelt werden. Darüber hinaus wolle die Gemeinde versuchen, eine zweite Meinung zu den gesundheitlichen Belastungen einzuholen, etwa vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. Das Ergebnis solle in öffentlicher Runde verkündet werden, erklärte der Zweite Bürgermeister.

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