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Gemeinderat

23.11.2017

Obergriesbach verkauft Feuerwehr-Fahrzeug

Die Männer der freiwilligen Feuerwehren Obergriesbach und Zahling freuten sich im September über ihr neues Feuerwehrfahrzeug. Das alte soll nun verkauft werden. Archiv
Bild: Katharina Wachinger

Dass die Gemeinde das alte Gefährt verkaufen wird, war allen Räten klar. Nur den Zeitpunkt hätten sie gerne hinausgezögert. Grund ist die ungeklärte Löschwassersituation

Obergriesbach Alles deutete auf eine zügige Gemeinderatssitzung in Obergriesbach hin – wäre es nicht um die Zukunft des alten Feuerwehrautos gegangen. Die Freiwillige Feuerwehr Adelzhausen hatte Bürgermeister Josef Schwegler mitgeteilt, dass sie kein Interesse an einer Leihgabe oder am Kauf des Fahrzeugs hat. Stattdessen hat sich ein Unternehmer aus Obergriesbach gemeldet und Interesse am Fahrzeug bekundet. 5000 Euro würde er für das Gefährt bezahlen.

Die finale Entscheidung war eindeutig: Alle stimmten prinzipiell für den Verkauf. Hans Greppmeier, Anja Klein, Manfred Kern und Lorenz Mahl hätten sich allerdings Vergleichsangebote gewünscht, die zeigen sollten, ob die gebotenen 5000 Euro dem Wert des Fahrzeugs entsprechen. Mit ihren vier Stimmen unterlagen sie jedoch der Mehrheit. Markus Weber und Tassilo Drobek stimmten dagegen, den Zuschlag direkt und unmittelbar dem ortsansässigen Unternehmer zu geben. Beide waren nicht grundsätzlich gegen den Verkauf. Sie begründeten, warum ihnen der vorübergehende Erhalt des Fahrzeugs so wichtig ist.

Drobek erklärte: „Ich bin dagegen, das Fahrzeug zum aktuellen Zeitpunkt zu verkaufen.“ Damit stieß er eine große Diskussion an. Er nannte eine anstehende Feuerbeschau als Grund für sein Veto. Ebenso das aus seiner Sicht mangelnde Löschwasser im Ort. Noch am Freitag sei das alte Fahrzeug zum Einsatz gefahren, weil kein Fahrer für das neue Feuerwehrfahrzeug – ein Löschfahrzeug LF 20, das erst im September eingeweiht worden war – zur Verfügung gestanden habe, so Drobek.

Daniel Schulz versuchte die Situation zu erläutern: Beim Einsatz habe es sich lediglich um eine Ölspur gehandelt. Dafür sei das alte Fahrzeug ausreichend gewesen. Schwegler erklärte: „Das neue Feuerwehrfahrzeug ist eine Ersatzbeschaffung.“ Dafür müsse das alte Fahrzeug ausrangiert beziehungsweise verkauft werden.

Markus Weber bekundete seine Sorge, dass die Löschwasserversorgung im Ort nicht ausreiche. Nach der Sitzung erklärte er seine Sorge ausführlicher und gab dabei Entwarnung für weite Teile des Ortes: „Für Wohngebäude ist der Brandschutz sichergestellt.“ Nur für große landwirtschaftliche Anwesen oder auch für das Gemeinschaftshaus sei bei einem größeren Brand nicht ausreichend Löschwasser vorhanden, so Weber. Denn der Weiher, der eigentlich das Löschwasser bereithalten soll, sei dafür nicht nutzbar. Die Hydranten, die aktuell zur Verfügung stehen, dienten nur dem Erstangriff. Um den Brandschutz sicherzustellen, bis die Löschwasserthematik geklärt ist, plädierte auch er in der Sitzung dafür, das alte Fahrzeug vorübergehend zu behalten. Zwei Pumpen sowie sogenannte B-Schläuche ermöglichen es der Obergriesbacher Feuerwehr aktuell, auch aus weiterer Entfernung Wasser herbeizuholen. Da der Löschweiher nicht mehr verfügbar ist, muss nach einer anderen Lösung gesucht werden. Webers Idee: Es müssten andere Hydranten samt Zuleitungen her, die mehr Wasser zur Verfügung stellen können.

Berthold Schmitt meldete sich ganz am Ende der Sitzung zu Wort und brachte erneut den Löschwasserweiher zur Sprache. „Wie lange sollen wir beim Weiher noch zuschauen?“, fragte er in die Runde. Der Weiher diene weder als Rückhaltebecken, noch als Feuerlöschweiher und der Gehweg sacke auch ab, was letztlich Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit habe. Doch Schwegler entgegnete, dass die Gemeinde keine rechtliche Handhabe habe, weil der Weiher, der mehr und mehr verlandet, sich auf einem Privatgrundstück befindet.

Manfred Kern war entrüstet, dass mit der Ersatzbeschaffung durch das LF 20 die Löschwasserversorgung nicht geklärt wurde. Zudem dürfe es nicht sein, dass niemand da sei, der das Fahrzeug auch fahren könne. Die Einsatzbereitschaft sei dem Rat zugesichert worden. Diese sei auch gegeben, bestätigten Schwegler und Weber.

Acht Floriansjünger verfügten über eine Fahrerlaubnis für das neue Fahrzeug. Hans Willer hätte das Thema lieber im nicht-öffentlichen Teil besprochen. Peter Liebl versuchte, die Sorge zu zerstreuen, der gebotene Kaufpreis von 5000 Euro liege unter dem Wert des Fahrzeugs. Er erklärte: „Das ist ein guter Preis für das Auto.“

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