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Gemeinderat

24.01.2019

Obergriesbach vertagt Frage nach Hauptamt

Gremium diskutiert über die Zukunft des Bürgermeisteramts: Soll der Nachfolger von Josef Schwegler ehrenamtlich oder hauptberuflich im Rathaus arbeiten? Entscheidung wird nach kontroverser Diskussion verschoben

Eine Mehrheit von neun Gemeinderatsmitgliedern entschied sich am Dienstagabend in Obergriesbach dafür, die Entscheidung zu vertagen, ob der Nachfolger von Bürgermeister Josef Schwegler hauptamtlicher oder ehrenamtlicher Rathaus-Chef werden soll. Ein Stimmungsbild zeigte die Gesprächsrunde im Vorfeld dieser Entscheidung dennoch.

Stefan Asam erkundige sich nach dem Aufwand, den der Bürgermeisterjob mit sich bringt: „Ist ein hauptamtlicher Bürgermeister ausgelastet?“ Schwegler erklärte, wie umfangreich die Aufgaben eines Bürgermeisters seien, dass vieles „immer komplizierter“ würde und, dass es sich beim Amt des Bürgermeisters nicht etwa um einen regulären 40-Stunden-Job handle, sondern dass 50 Wochenstunden und mehr ganz normal seien.

Gerhard Kinzel sprach sich für eine bessere Arbeitsteilung zwischen dem Bürgermeister und seinen Stellvertretern aus, forderte mehr Zuarbeit seitens der Verwaltungsgemeinschaft (VG) und erklärte, dass für ihn ein Bürgermeister im Ehrenamt kaum mehr vorstellbar sei. Berthold Schmitt sprach sich zwar ebenfalls für einen hauptamtlichen Bürgermeister aus, allerdings hatte er für die VG andere Pläne: „Die hohen Kosten für VG und die Kosten für einen hauptamtlichen Bürgermeister können wir uns nicht leisten.“ Wenn die Gemeinde Obergriesbach die VG verlasse, könne sich die Gemeinde einen hauptamtlichen Bürgermeister leisten, so Schmitt. Hans Greppmeier sah dies ganz anders: „Die VG zu verlassen, können wir uns nicht leisten.“ Er fragte in die Runde, ob es denn Kandidaten gäbe, die den Job im Ehrenamt machen würden. Greppmeier: „Wenn wir keinen Ehrenamtlichen finden, gehen wir den zweiten Schritt.“ Tassilo Drobek würde sich am liebsten gar nicht entscheiden und das hat seinen Grund: Er möchte niemanden diskriminieren, der vielleicht Interesse hätte, aber beispielsweise aus Altersgründen nicht mehr als hauptamtlicher Bürgermeister kandidieren könnte. Jürgen Hörmann sieht im Ehrenamt die flexiblere Lösung. „Wir sollten uns gedanklich von der Entlohnung lösen“, forderte er. Über die Entlohnung könne der Gemeinderat beim ehrenamtlichen Bürgermeister mitentscheiden.

Daniel Schulz sorgte sich um die Zahl der Bewerber. Er vermutet, dass sich weniger Kandidaten finden, wenn der Gemeinderat beschließt, dass auch der künftige Rathauschef den Job ehrenamtlich übernehmen soll. Schwegler vermutete, dass es sowohl bei der Suche nach einem haupt- als auch nach einem ehrenamtlichen Rathaus-Chef schwer werden könnte. Zudem erklärte er sich selbst zum Verfechter der VG. Schwegler: „Die VG hat sich bewährt.“

Peter Liebl ergriff das Wort, als bereits der Antrag im Raum stand, die Entscheidung zu vertagen. Er wünsche sich Kandidaten, die um ihre Verantwortung für die 2000 Seelen der Gemeinde wissen. „Die Verantwortung für und das Wohl der Bürger sollten im Fokus stehen und erst an zweiter Stelle das Geld“, forderte der Gemeinderat.

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