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Obergriesbach

16.04.2019

Obergriesbacher fordert: Dorfweiher muss in gemeindliche Hand

Der Obergriesbacher Dorfweiher – hier ein Archivbild von Mitte März – bewegt weiter die Gemüter in Obergriesbach.
Bild: Archivfoto: Erich Echter

Plus Nach den „Amphibienschützern von Obergriesbach“ kämpft auch Martin Treder dafür, dass sich am Dorfweiher etwas ändert. Was Landratsamt und Feuerwehr dazu sagen.

Mehr Wasser wünscht sich der Martin Treder aus Obergriesbach im Weiher, der sich zwischen Annastraße und der Straße Am Weiher in Obergriesbach befindet. Das tun auch die „Amphibienschützer von Obergriesbach“, in deren Namen unlängst Gustav Herzog Unterschriften sammelte. Herzogs Wunsch: „Der Teich muss in gemeindliche Hand kommen.“ Das wünscht sich auch Martin Treder. Doch er führt andere Gründe als den Amphibienschutz für seinen Wunsch an.

Treder glaubt, die Information des Landratsamtes sei nicht korrekt, dass der Obergriesbacher Weiher im Zeitraum vom 1. April bis zum 15. Oktober eine Restwasserfläche von einem Viertel führen müsse – zum Schutz der Laichzeiten von Amphibien. Stattdessen zitiert er aus einem Bescheid des Landratsamtes aus dem Jahre 2011, nachdem das Gewässer auf 466,94 Meter über Normal aufgestaut werden müsse und nicht zu einem Viertel. Auch müsse der Weiher regelmäßig entschlammt werden. Zudem müsse die Gemeinde Obergriesbach dafür Sorge tragen, dass die vorgeschriebene Wasserstandshöhe eingehalten wird. Und Treder zitiert, dass sich der Bescheid auf die beschränkte Erlaubnis einer Fischzucht beziehe.

Landratsamt: Weiher unterliegt naturschutzfachlichen Vorgaben

Dieser Punkt ist jedoch genau der Knackpunkt, wie Teresa Wörle von der Pressestelle des Landratsamtes Aichach-Friedberg erklärt: Nur, wenn der Fischteich als solcher genutzt werde, müsse der Eigentümer den Weiher auf 466,94 Meter über Normal aufstauen. Sie ergänzt: „Dieser Wert ist jedoch irrelevant, weil der Fischteich als Naturteich genutzt wird.“ Zudem obliege die Überprüfung des Wasserstandes der technischen Gewässeraufsicht des Wasserwirtschaftsamtes. Zwischen dem Bescheid, aus dem Treder zitiert, und der Vereinbarung, die das Landratsamt mit dem Eigentümer getroffen hat, liegt also im Grunde eine Nutzungsänderung.

Obergriesbacher fordert: Dorfweiher muss in gemeindliche Hand

Pressesprecher Wolfgang Müller erklärt: „Der Obergriesbacher Weiher wird als Landschaftsweiher genutzt und unterliegt naturschutzfachlichen Vorgaben.“ Eine dieser Vorgaben ist es eben, den Weiher zum Schutz der Laichzeiten der Amphibien aufzustauen – und zwar auf ein Viertel zwischen dem 1. April und dem 15. Oktober.

Treder führt noch ein anderes Argument an: den Brandschutz. Da im Gemeinderat im vergangenen Jahr über den „Löschweiher ohne Wasser“ diskutiert wurde und ihn die Sorge um den Brandschutz im Ort umtreibe, richtete Treder Anfragen an Kreisbrandrat Christian Happach, den örtlichen Feuerwehrkommandanten Josef Schmid und Bürgermeister Josef Schwegler.

Kreisbrandrat: Weiher ist kein offizieller Löschweiher

Kurz und knapp beantwortete Kreisbrandrat Happach über die Pressestelle des Landratsamtes Martin Treders Fragen. Ja, das Löschen eines Großbrandes wie in der Dasinger Western City (in den Jahren 2013, 2016 und 2017) oder ein Waldbrand auf Obergriesbacher Gebiet wie in der Lüneburger Heide im vergangenen Jahr wäre ohne einen Zugriff auf den Obergriesbacher Dorfweiher möglich. Und nein, der Obergriesbacher Weiher sei kein offizieller Löschweiher. Um Löschwasserhubschrauber zu befüllen, um Waldgebiete auf Obergriesbacher Flur löschen zu können, müsste der Weiher mindestens zwei Meter tief sein, so Happach. Die Aussage des Kreisbrandrates, dass die Löschwasserversorgung sichergestellt sei, versteht Treder so: „Geprüft wurde hierzu noch nichts.“

Rathauschef Josef Schwegler sagt, zu den Ausführungen des Kreisbrandrats habe er nichts zu ergänzen.

Feuerwehrkommandant: Brandschutz im Ort ist gewährleistet

Kommandant Schmid sagt auf Nachfrage unserer Redaktion: „Das Ortsnetz gibt das her, was für die Brandbekämpfung erforderlich ist.“ Der Brandschutz im Ort sei damit gewährleistet, allerdings gebe es keine Reserve. Für einen Großbrand wie in der Western-City reiche das Ortsnetz nicht. In der Praxis schätze die erste Feuerwehr am Brandort die Lage ein und melde dies an die Integrierte Leitstelle, die dann weitere Wehren alarmiere.

Doch Schmid glaubt auch zu wissen, woher das Engagement der Obergriesbacher rührt: „Die Bevölkerung will den ‚Schandfleck’ weghaben, doch dieser wird sich nicht ändern, wenn der Weiher zum offiziellen Löschweiher wird.“

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