1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Öko-Branche im Landkreis Landkreis Aichach-Friedberg schließt sich zusammen

Aichach-Friedberg

08.05.2019

Öko-Branche im Landkreis Landkreis Aichach-Friedberg schließt sich zusammen

Copy%20of%2020190410_233859.tif
2 Bilder
Der Vorstand der Vereinigung ökologische Land- und Ernährungswirtschaft Aichach-Friedberg: (von links) Manfred Fritsch (Kassenprüfer), Ursula Lensing (Beisitzerin, Bioland), Johann Moser (Beisitzer, Naturland), Dritter Vorstand und Kassier Hubert Birkmeir (Demeter), Zweiter Vorsitzender Steffen Watzke (Bioland), Vorsitzender Stephan Kreppold (Bioland), Christian Forster (Beisitzer), Ulrich Resele (Naturland). Auf dem Bild fehlt Biggi Häußler (Kassenprüferin).
Bild: Andreas Hopf

Über 40 ökologisch wirtschaftende Bauern und Imker, Hersteller und Verarbeiter von Öko-Lebensmitteln der unterschiedlichen Verbände aus dem Wittelsbacher Land gründen Vereinigung. Vorsitzender ist Stephan Kreppold

Das Wittelsbacher Land hat als einer der ersten Landkreise in Bayern eine Organisation aller Bio-Landwirte und Bio-Lebensmittelhersteller über alle Verbände (Bioland, Demeter, Naturland) hinweg. Dazu kommen noch ungebundene Mitglieder. Vor Kurzem gründeten laut einer Mitteilung über 40 Bio-Bauern und Bio-Imker sowie Hersteller und Verarbeiter von Biolebensmitteln die neue Vereinigung ökologische Land- und Ernährungswirtschaft Aichach-Friedberg (VÖL Aichach-Friedberg). Zum Vorsitzenden wurde Stephan Kreppold vom Biolandhof Wilpersberg (Aichach) gewählt. Zweiter Vorsitzender ist Steffen Watzke, Bioland-Imker aus Affing und Schatzmeister der Demeter-Landwirt Hubert Birkmeir Schorn (Markt Pöttmes).

Die neue Vereinigung will die gesamte Ökolebensmittelbranche im Landkreis politisch vertreten und damit einen Beitrag zur Agrarwende leisten. Durch eine bessere Vernetzung aller Akteure über die verschiedenen Anbauverbände und durch die Einbeziehung der Hersteller von Ökolebensmitteln soll die Vereinigung für ein weiteres Wachstum des Ökolandbaus im Landkreis sorgen und eine bessere Interessensvertretung der Bio-Branche im Landkreis sorgen. Der Vorstand des neu gegründeten Vereins will laut Mitteilung aktiv auf die Kommunalpolitiker im Landkreis zugehen und die Anliegen der Öko-Branche deutlich machen.

Erster Erfolg ist die Vermarktung von Öko-Produkten

Als ersten Erfolg wertet Vorsitzender Stephan Kreppold die vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium übermittelte Förderzusage für die neue Öko-Modellregion Paartal, die die Förderung der Vermarktung von Ökoprodukten im Landkreis Aichach-Friedberg zum Ziel hat (wir berichteten). Kreppold: „Wir Biobauern haben unsere Ideen für die Schaffung wichtiger Wertschöpfungsketten und sinnvolle Vermarktungsprojekte formuliert und mit Unterstützung des Landkreises und des Bund Naturschutz eine hervorragende Bewerbung nach München geschickt.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die VÖL Aichach-Friedberg erwarte nun, dass der Kreistag und die Kommunen im Kreis in einem ersten Schritt die Rahmenbedingungen für eine erhöhte Vermarktung von Ökoprodukten verbessern, beispielsweise durch den vermehrten Einsatz gesunder Ökolebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung im Landkreis wie beispielsweise an Schulen oder Kindertagesstätten. „Viele Landwirte wären inzwischen bereit von der konventionellen auf die ökologische Landwirtschaft umzustellen. Das geht aber nur, wenn auch der Absatz der Ökoprodukte wächst“, so Kreppold.

Starke Interessensvertretung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft erforderlich

Mit Blick auf das Ziel der Staatsregierung, den ökologischen Landbau zu fördern und dessen Flächenanteile zu vergrößern, bestehe gerade im Landkreis Aichach-Friedberg großer Handlungsbedarf, sagt Zweiter Vorsitzender Steffen Watzke. Aufgrund der guten Böden im Wittelsbacher Land sei der Anteil der nach ökologischen Kriterien bewirtschafteten Fläche im bayernweiten Vergleich unterdurchschnittlich. So mache der Anteil der Öko-Betriebe laut Bayerischen Agrarbericht 2018 lediglich 5,7 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis aus, so Watzke weiter. Für Kreppold ist eine starke Interessensvertretung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft erforderlich. Die Biobranche im Kreis könne durch die Vereinigung einen deutlichen Schritt nach vorne gehen und so aktiven Trinkwasser-, Arten- und Klimaschutz betreiben. (AN)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren