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Jugend forscht und Schüler experimentieren

26.02.2013

Ohne Rumms, aber mit viel Pfiff: Experimente verändern den Alltag

Einen innovativen Kleidertrockner haben Frank Widmann aus Rehling (rechts) und sein Schulkollege Yannik Pecher für Jugend forscht entwickelt. Beide besuchen das Augsburger Gymnasium bei St. Stephan.
Bild: Philine Lietzmann

Dinge, die die Welt verändern, fangen oft im Kleinen an. Vielleicht schafft es auch eines der Projekte, die Schüler aus der Region Aichach jetzt beim "Jugend forscht"- und "Schüler experimentieren"-Wettbewerb vorstellen zu Weltruhm.

Wer kennt das nicht. In der Zahnpastatube steckt noch ein kleiner Rest, doch den auf die Bürste zu bekommen, ist eine knifflige Herausforderung. Auch erst beim Montieren herauszufinden, ob die neue Energiesparlampe überhaupt funktioniert, ist lästig. Und lange warten zu müssen, bis das frisch gewaschene T-Shirt endlich trocken ist, sowieso. Doch das alles könnte dank einiger junger Tüftler bald der Vergangenheit angehören. Gleich sechs Schüler aus der Region Aichach treten am Donnerstag und Freitag beim Regionalwettbewerb von „ Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ in Augsburg an.

Kleidertrockner Zwar hat ihnen ihre Erfindung bislang noch keine Firma abgekauft, doch Frank Widmann (15) aus St. Stephan (Gemeinde Rehling) und sein Mitschüler Yannik Pecher (14) aus Diedorf sowie Julian Thomas (15) aus Augsburg haben mit ihrem Kleidertrockner etwas ganz Ausgefallenes und Praktisches gebaut. Die beiden Schüler, die das Augsburger Gymnasium bei St. Stephan besuchen, haben mehrere Kunststoffrohre an den Enden verschlossen und kleine Löcher reingebohrt. Die Konstruktion wird ins nasse Hemd oder ein anderes Kleidungsstück geschoben und ein Fön bläst warme Luft hinein, die sich dann gleichmäßig verteilt. So wird das Hemd schnell trocken. „Es wäre schön, das zusammen mit einer Firma zu optimieren“, sagt Frank Widmann, der auch in seiner Freizeit gerne Konstruktionen wie Steinschleudern und Armbrüste baut.

Verpackungen Auch Gina Huber aus Motzenhofen (Gemeinde Hollenbach) und Luisa Neumeir aus Hausen (Markt Aindling) sind zusammen mit ihrer Mitschülerin Rhea Thron aus Augsburg sind beim Regionalwettbewerb dabei, den die Augsburger Allgemeine zusammen mit MAN Diesel & Turbo ausrichtet. Die drei vom Maria-Ward-Gymnasium in Augsburg haben beim Benutzen von Nagellack gemerkt, dass viele Produkte nicht alles hergeben, was in ihnen steckt – wie auch bei der Zahnpastatube.

Ohne Rumms, aber mit viel Pfiff: Experimente verändern den Alltag

Die Zwölfjährigen haben daraufhin mehrere Artikel untersucht. Ihre Ergebnisse stellen sie in Augsburg vor, und vor allem, was sich verbessern lässt. So haben die Mädchen unter anderem einen Tubenausquetscher entwickelt. „Daran haben wir schon länger gearbeitet“, erzählt Gina Huber.

Lampen-Tester Um Verbesserungen geht es auch beim Projekt von Samuel Reithmeir (13) und Noah Lechner (12) aus Rehling. Die beiden Schüler vom Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen haben einen Energiesparlampen-Tester entwickelt.

Denn wer will schon erst auf der Leiter beim Wechseln feststellen, ob die Lampe auch wirklich funktioniert. Sie machen es jetzt ganz „einfach“: In einer Konstruktion aus Lego-Steinen befindet sich ein Plasmaball und erzeugt dort ein elektromagnetisches Feld.

Wer die Lampe hinein legt und sie dann den Ball berührt, kann sehen, ob sich das Erklimmen der Leiter auch lohnt. „Denn wenn die Lampe funktioniert, fängt sie bei der Berührung an zu leuchten“, erklärt Samuel Reithmeir. Für ihn und seinen Mitschüler war das alles ein Klacks. Nur fünf Tage haben sie daran gebastelt, mit ein paar zusätzlichen Ideen aus dem Internet.

Regenschutz Relativ schnell fertig waren auch Korbinian Haas (14) aus Gebenhofen (Gemeinde Affing) sowie seine Mitschülerinnen Laura Winterfeldt (15) und Claire Nunnink (14) aus Augsburg. In einem Monat haben sie einen Regenschutz für Gartenmöbel entwickelt. Das Unterstellen oder Abwischen gehört damit der Vergangenheit an. An einem Regenrohr haben die Schüler des Augsburger Gymnasiums bei St. Stephan einen Trichter befestigt. Darin liegt ein mit Alufolie umwickelter Tischtennisball.

Läuft (Regen-) Wasser durch das Rohr, wird der Ball gegen zwei Kontakte gedrückt. Dadurch läuft ein Motor an, der dafür sorgt, dass sich eine Plane entfaltet und die Gartenmöbel geschützt sind. Für Korbinian war das kein allzu großes Problem. „Handwerklich habe ich schon so einiges gemacht“, sagt er. Mal schauen, wo die Industrie zuerst anklopft, um die Erfindung in Serie zu produzieren.

Die Ausstellung der Wettbewerbsprojekte im Staatlichen Textil- und Industriemuseum (tim) in Augsburg, Provinostraße 46, ist am Freitag, 1. März, von 9 bis 14 Uhr für alle interessierten Besucher geöffnet. Die Preisverleihung ist um 15 Uhr im Textilmuseum.

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