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Geschichtsstammtisch

28.06.2017

Ortsname kommt von einer Schneise

Noch heute existiert in Oberschneitbach der Hof beim Mathes/Modes, einst Eigentum des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg.
Bild: Anton Mayr

Heimatforscher Anton Mayr weiß, dass Oberschneitbach wesentlich älter ist als andere Orte

Die Gründung von Oberschneitbach war Thema beim Geschichtsstammtisch des Heimatvereins Aichach. Heimatforscher Anton Mayr berichtete über seine Forschungsergebnisse. Sie sind Teil einer im Entstehen begriffenen Chronik über den Ort. Viele Einwohner aus dem Aichacher Stadtteil waren zu diesem Vortrag gekommen. Der Name Schneitbach soll von dem Wortteil „Schneit“ kommen, einer Schneise, also „einem durch den dichten Mittel- und Niederwald gehauenen Durchgang“. Nie habe der Bach Chrombach geheißen, wie ein Straßenname glauben mache.

Erste Spuren menschlichen Lebens wurden im Grubet gefunden. Eine dendrochronologische Datierung des Landesamtes für Denkmalpflege habe das Fälljahr 648 ergeben. Durch diese Feststellung sei der Bereich Schneitbach nachweisbar wesentlich älter als alle anderen Orte in der Region. Die Arbeiten im Grubet dürften im Hochmittelalter (12./13. Jahrhundert) beendet worden sein. Damit gingen die Nachweise nahtlos in die Zeit über, als im zwölften Jahrhundert die Urkunden zu sprechen begannen, so der Redner. Mit der Ersterwähnung sei aber nicht die Gründung von Oberschneitbach zu verstehen, wie der Redner ausdrücklich betonte. Die Gründung sei wie bei allen anderen Orten unbekannt.

Die ersten schriftlichen Nachweise datieren aus der Zeit zwischen 1146 und 1152. Ein „Rudolf von Aichach“ (später auch „Rudolf von Schneitbach“) gab ein Landgut an das Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg. In dieser Urkunde heißt einer der Zeugen „Diemar de Snaitpach“. Dies sei die entscheidende Urkunde für Oberschneitbach hinsichtlich seiner Ersterwähnung, betonte Mayr. Nach dieser ersten Schenkung gab es kurze Zeit später noch eine Übertragung von Grundstücken in Oberschneitbach an dieses Augsburger Kloster. Es habe sich um drei Anwesen gehandelt: Im Bereich Kirche war es das inzwischen nicht mehr vorhandene Anwesen beim Schweizer (um 1970 abgebrochen). Im Bereich Erzweg gehörte der heute noch vorhandene Hof beim Mathes und im Bereich östliche Georgenstraße war dies der Hof beim Haas, Georgenstraße 14.

Neben diesen übertragenen Anwesen könnte das heutige Anwesen beim Hundzeller, nahe beim Grubet gelegen, schon längere Zeit bestanden und einen weiteren Siedlungsschwerpunkt dargestellt haben. Bei der Beschreibung des Hofes beim Baumeister Georgenstraße 26 im Jahr 1585 seien mehrere Grundstücke in der Hundzell genannt worden. Das bedeute aber nicht, dass beide Anwesen erst in jenem Jahr entstanden waren. (am)

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