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Affing

15.07.2020

Personalmangel: Kita Haunswies kämpft jeden Tag

Die Kindertagesstätte Krambambuli in Haunswies kämpft mit einem großen Personalnotstand.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Leiterin Claudia Daniel schildert, wie schwierig es gerade ist, den Betrieb in der Kita Haunswies aufrechtzuerhalten. Was ein wenig helfen könnte.

Vier Erzieherinnen, die innerhalb von drei Wochen schwanger werden: Dieses freudige Ereignis stürzte die Kita Krambambuli Haunswies im vergangenen Herbst in akute Schwierigkeiten. Denn Mitarbeiterinnen, die schwanger werden, dürfen nicht mehr arbeiten. Sie fallen von heute auf morgen aus. Zwei Monate lang konnte die Kita damals nur vier statt fünf Tage pro Woche öffnen. Auch wenn längst wieder täglich geöffnet ist: Die Situation in Haunswies bleibt schwierig. Leiterin Claudia Daniel sagt: „Der Betrieb ist fast nicht mehr aufrechtzuerhalten.“

Fachkräfte sind Mangelware - nicht nur in der Kita Haunswies

Die Lücke, die die vier schwangeren Kolleginnen gerissen haben, ist kaum zu schließen. Fachkräfte sind Mangelware, seit der Betreuungsanspruch auch für Kleinkinder gilt und neue Kitas wie Pilze aus dem Boden schießen. Für eine Erzieherin, die geht, findet sich häufig „nur“ eine Kinderpflegerin. Die aber darf keine Gruppe leiten, schildert Daniel am Dienstag im Affinger Gemeinderat das Problem.

Zwar hat die Kita Haunswies 19 Mitarbeiterinnen, Vollzeit arbeiten aber nur drei Kinderpflegerinnen. Eine von ihnen absolviert nebenher die Erzieherinnenausbildung. Mit diesem Team muss Daniel 47,5 Stunden Öffnungszeit pro Woche stemmen. Jeden Tag sind Krippen-, Kindergarten- und Schulkinder zwischen 7 und 16.30 Uhr zu betreuen. Und zwar nicht nur zu beaufsichtigen, „wir haben auch einen Bildungs- und Erziehungsauftrag“. Daniel betont: „Es ist jeden Tag ein Jonglieren.“

Personalmangel: Kita Haunswies kämpft jeden Tag

Zwei Mitarbeiterinnen haben in Haunswies gekündigt

Die Corona-Krise hat die Lage weiter verschärft. Zwei Mitarbeiterinnen gehören zur Risikogruppe und dürfen nicht mehr „am Kind arbeiten“. Mitarbeiterinnen dürfen außerdem nicht mehr flexibel in verschiedenen Gruppen eingesetzt werden. Zu allem Überfluss haben jüngst zwei langjährige Kolleginnen gekündigt. Spätestens zum 1. Oktober sind sie weg. Einen Ersatz gibt es noch nicht. Nach Ansicht Daniels sind an der Kündigung auch die schwierigen Rahmenbedingungen in Haunswies schuld. Hinzu kommt eine hohe Krankheitsrate unter den Mitarbeitern. Die Leiterin vermutet, dass das auch auf die hohe Belastung zurückzuführen ist. Die Situation macht Daniel zu schaffen. Nicht nur aus organisatorischen Gründen: „Mir bricht echt das Herz, wenn wir gute, langjährige Kolleginnen ziehen lassen.“

Immerhin gibt es nun einen kleinen Lichtstreif am Horizont. Der Gemeinderat beschließt einstimmig das, was Daniel „die mit einfachste Möglichkeit einer Entzerrung“ nennt. Die 25 Schulkinder, die derzeit nachmittags in der Kita Haunswies betreut werden, werden ab September in die neue Mittagsbetreuung nach Affing geschickt. So werden Personalkapazitäten frei. Paul Moll regte an, das auch mit den etwa 20 Schulkindern der Kita Bergen zu tun.

Hat die Neue Affinger Mittagsbetreuung genügend Platz?

Nun wird geprüft, ob der Platz dafür im neuen Affinger Gebäude ausreicht. Ist das der Fall, wird das Personal auf Vorschlag von Rudi Fuchs auch gleich gesucht. Die neue Mittagsbetreuung bietet drei Gruppenräume für maximal 72 Kinder.

Der Vorteil des Wechselns: Für die Schulkindbetreuung in den Kitas muss Fachpersonal gestellt werden, wobei in Haunswies ohnehin improvisiert wird. Die Schulkindbetreuung leitet dort eine Kinderpflegerin kommissarisch. Sie sei, so Daniel, „weder dafür ausgebildet, noch wird sie dafür bezahlt“. Unter der Überschrift „Mittagsbetreuung“ ist hingegen kein qualifiziertes Personal nötig. Es ist, so die Hoffnung in Affing, damit leichter zu finden.

Die „Umsiedlung“ ist auch im Sinne von Bürgermeister Markus Winklhofer. Das Personal sei äußerst engagiert, die Eltern sehr verständnisvoll. Doch alles habe seine Grenzen. Kindergartenreferent Matthias Brandmeir spricht von einer „ganz guten Idee“, am Personalthema müsse man zugleich dran bleiben. Geklärt werden muss noch, wie Marine Sarcone, ebenfalls Kita-Referentin, hinwies, das Thema Ferienbetreuung. In den Kitas ist sie für Schulkinder bislang gewährleistet, in der Mittagsbetreuung gibt es sie nicht. Rudi Fuchs, bekanntlich Affinger Ex-Bürgermeister, betont, seit Jahrzehnten sei die Kinderbetreuung ein hehres Ziel in der Gemeinde. „Ich hoffe und wünsche, dass es in diesem Interesse wieder so weitergeht“, sagt er.

Trotz allem: Ganz gelöst, so Daniel, sei das Personalproblem damit nicht, zumal zum Jahresende eine weitere Mitarbeiterin in Rente geht.

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