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Petersdorf

28.07.2020

Petersdorf investiert weiter in die Wasserversorgung

Damit die Wasserversorgung für die Gemeinde Petersdorf auch in Zukunft gesichert ist, stehen weitere Investitionen an.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Plus Willprechtszell wird direkt an den neuen Hochbehälter von Petersdorf angeschlossen. Dafür müssen aber rund 700 Meter Leitung verlegt werden. Was das bedeutet.

Die Gemeinde Petersdorf investiert weiter in die Wasserversorgung. Dafür sprach sich der Gemeinderat am Montag einstimmig aus. Bernhard Wernthaler vom Ingenieurbüro Kienlein erläuterte den Status quo rund um den Neubau des Hochbehälters. Bisher wurde der erste Alsmooser Brunnen ertüchtigt, und ein zweiter Alsmooser Brunnen ging ans Netz. Auch wurde eine Ringleitung gebaut. Im Frühjahr 2021 soll der Neubau des Hochbehälters beginnen. Nun mussten die Räte unter anderem entscheiden, wie die Halle aussehen soll.

Neuer Hochbehälter fürs Petersdorfer Wasser

Geplant wird die Halle im Waldgebiet oberhalb von Hohenried aus Stahl oder Holz. Darin werden zwei Edelstahltanks mit je 350 Kubikmeter Fassungsvermögen untergebracht. Die Räte entschieden sich gegen eine Massivbauweise aus Beton, die bis zu 100.000 Euro teurer gewesen wäre als eine Stahl-Paneelen-Konstruktion. Offen ist noch, ob Holz zum Einsatz kommen kann.

Aus Gründen der Nachhaltigkeit wollte Andreas Lamminger Holz berücksichtigen. Sonja Bachmeir sprach sich aus optischen Gründen für den natürlichen Rohstoff aus. Robert Langenegger gab zu bedenken, dass eine Stahlhalle langlebiger sei. Wernthaler wird die Anregungen nun als Basis für die weitere Planung nutzen. Die Dimensionen der Halle werden so angelegt, dass kein zusätzlicher Standsicherheitsnachweis nötig ist. Der Windwurfproblematik, die wegen des Standorts inmitten alter Fichten und jüngeren Bäumen thematisiert wurde, könne durch Rodungen und einen niedrigen Bestand begegnet werden.

Auch für zwei weitere Eingriffe ins Netz, für den Leitungsbau nach Willprechtszell und die Verlegung des Pumpwerks, entschieden sich die Räte einstimmig – obwohl dies ursprünglich nicht so geplant war.

Willprechtszell erhält eine Wasserleitung direkt zum Hochbehälter

Durch den Standort des Hochbehälters wäre der direkte Anschluss von Willprechtszell möglich. Etwa 700 Meter Leitung müssten dafür verlegt werden. Zum Vergleich: Bis dato ist wegen Standort und Leitungen ein aufwendiges Pumpgebilde nötig, um das Wasser in die Ortsteile in diesem Gemeindegebiet zu bringen. Pumpe und Druckanpassung kosten jährlich etwa 3400 Euro. Die Räte stimmten für den Rohrleitungsbau ab dem Hochbehälter. Sie sehen darin mehr Versorgungssicherheit, geringere Kosten und die Option, bei Bedarf eine Noteinspeisung durch das Aindlinger Wassernetz zu ermöglichen. Letzteres ist für Stephan End der „Kernpunkt“, der keinen Zweifel an dieser Baumaßnahme offenlasse – auch wenn sich die Kostenschätzung sich auf etwa 200.000 Euro beläuft.

Auch das Pumpwerk, das sich aktuell unter der Hauptstraße in Hohenried befindet, soll künftig am Hochbehälter betrieben werden. Nachjustieren hätte die Gemeinde am Pumpwerk ohnehin müssen, da sich die Druckverhältnisse durch den Hochbehälter verändern. Eine reine Neuanpassung hätte 15000 Euro gekostet. Eine Verlegung zum Hochbehälter wird etwa 240.000 Euro kosten – für die Pumpenanlage, die elektrische Anlage, die Maßnahmen in der Halle und den Rohrleitungsbau. Die Alternative – alles für den Umzug des Pumpwerks vorzubereiten und die Maßnahme zeitlich versetzt durchzuführen – hätte Mehrkosten verursacht.

Petersdorf will die Wasserversorgung für die Zukunft sichern

Bürgermeister Dietrich Binder bezeichnete die Verlegung des Pumpwerks im Zuge von Neubau und Rohrleitungsbau als „beste Zukunftsvariante“. Auch End plädierte für die Option, eine wesentlich bessere Versorgung durch die Mehrinvestitionen zu ermöglichen. „Die Bürger sollen stolz auf die Petersdorfer Wasserversorgung sein“, wünschte sich der Zweite Bürgermeister. Die ungeplant größere Investition sei besser zu erklären, als in ein paar Jahren wieder zu investieren. Auch Robert Brandner erklärte, die Gemeinde müsse „in den sauren Apfel beißen“ und mehr investieren. Später erneut ins System einzugreifen und die Technik aufeinander abzustimmen, ginge nie gut. Willi Niedermeier erinnerte an die Kanal- und Straßensanierung, die für Hohenried geplant sei: „Dann wäre das Pumpwerk im Weg.“

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