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Gemeindeentwicklung

12.03.2018

Petersdorf unterzieht sich einem Vitalitäts-Check 

Einen Mountainbike-Parcours wünschen sich Jugendliche aus der Gemeinde Petersdorf. Auch das ist ein Thema für das Gemeindentwicklungskonzept. (Symbolfoto)
Bild: Manfred Deger

Gertrud Bittl-Dinger stellt den theoretischen Unterbau vor. Prüfinstanz Andreas Pardun steht den Arbeitskreis-Mitgliedern mit praktischen Tipps zur Seite

Viel Input und nur wenige Zuhörer trafen im Gemeindezentrum in Petersdorf aufeinander. Neun Mitglieder des Gemeinderats, vier Aktive aus den Arbeitskreisen (AK) des Gemeindeentwicklungskonzepts, Petersdorfs Bürgermeister Dietrich Binder sowie die Referenten, Andreas Pardun vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben und Gertrud Bittl-Dinger vom Büro Eger und Partner, fanden sich zusammen, um einem wahrlich sperrigen Begriff Leben einzuhauchen: dem Vitalitätscheck.

Zusammengefasst in einer großen Datenbank und auf Basis dieser analysiert, entstanden Berichte und Karten, die der Bewertung der einzelnen Ortsteile Petersdorfs sowie einer Maßnahmenentwicklung dienen sollten. Nachdem Gertrud Bittl-Dinger die Zuhörer durch die Theorie der Datenerfassung geführt hat, kam sie unter anderem zu folgendem Empfehlungen: In den Ortskernen der Ortsteile Petersdorfs sollte ein Bewusstsein fürs Wohnen entstehen. Die Nach- und Umnutzung von Gebäuden und Flächen sollte forciert werden. Straßenraum- und Platzgestaltung, begrünte Flächen, Dorfplätze sowie Geh- und Radwege sollten die Ortsteile aufwerten und miteinander verbinden. Es fehle an Wohnraum in den Ortsteilen. Zudem sollte gezielt „nicht störendes Gewerbe“ angesprochen werden. Ein multifunktionaler Treffpunkt sei denkbar. Auch die Erlebbarkeit der Gewässer könne angedacht werden.

Die Zuhörer reagierten auf den abstrakten Datenberg mit Zurückhaltung. Binder erklärte auf Nachfrage: „Wir werden die Informationen erst einmal verdauen müssen.“ Anschließend soll der via Vitalitäts- check gelieferte theoretische Unterbau dazu dienen, die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen zu untermauern, zu nivellieren oder hervorzuheben, so der Rathauschef.

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Aus den Reihen der Arbeitskreise kamen – vor allem im Gespräch mit Referent Pardun – ganz praxisnahe Fragen, die aufzeigten, was sich in den vergangenen Monaten alles in den einzelnen Arbeitskreisen entwickelt hatte. Markus Ehm (AK Umwelt, Landschaft, Naherholung, Mobilität) thematisierte den Wunsch der Jugendlichen, eine Mountainbike-Strecke zu bekommen. Auch bei Binder war diese Anfrage schon angekommen – und zwar von den Mountainbikern selbst. Aktuell versucht er, die rechtliche Lage zu klären, die vor allem in puncto Haftung etwas schwierig aussieht. Gespräche habe Binder bereits mit der Forstverwaltung, dem Sportverein und der Kirche geführt. Der Plan ist, ein Konstrukt zu bauen, bei dem es mehrere Akteure gibt: Einen Besitzer, der den Grund und Boden für die Mountainbike-Strecke stellt. Eine Gemeinde, die die Haftung übernehmen könnte. Und die Jugendlichen, die dann – wenn alles geregelt werden kann – ihre Mountainbike-Strecke selbst kreieren dürften.

Ein anderes Problem quält den AK Versorgung und Gewerbe. Stephan End erklärt: „Wir könnten noch bis Ende des Jahres weitermachen.“ Zwar wollte der AK nicht etwa den Ablauf des Gemeindeentwicklungskonzepts durcheinander bringen, der vorsieht, dass die Arbeitskreise nun langsam zum Ende ihrer Arbeit kommen, allerdings seien die Themen besonders komplex und es liege ihm fern, ein halb fertiges Konzept abzugeben.

Wie detailliert das Konzept sein muss, damit Gertrud Bittl-Dinger daraus ein Gemeindeentwicklungskonzept erstellen und das beim Amt für Ländliche Entwicklung zur Prüfung einreichen kann, kann pauschal nicht ausgesagt werden. Klaus Settele (AK Leben im Dorf) erfuhr, dass zur Idee einer neuen Dorfstraße beispielsweise keine weiteren Planungen nötig sind. Detailfragen, die für Pardun als Prüfinstanz im Prozess entscheidend sind, sind Funktion, Inhalt und Nutzen der Ideen, die eingereicht werden. „Bei den Themen muss es im Übrigen gar nicht nur um klassische Bauthemen gehen“, erklärte er. Auch schnelle Themen, die häufig sozialer Natur sind, können skizziert werden. Als Faustregel gelte: Die Ideen, die ohnehin ohne Förderzuschuss zu stemmen sind, dürfen dann sogar in Eigenregie umgesetzt werden. Konzeptionell werden sie natürlich im Gesamtwerk des Gemeindeentwicklungskonzepts niedergeschrieben.

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