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Kirche

22.05.2019

Pfarreiengemeinschaft Pöttmes wächst weiter

Zelebrierten den Festgottesdienst zum Abschluss der Pastoralvisitation in Pöttmes gemeinsam: (von links) Pfarrer Othmar Kahlig, Kaplan Helmut Epp, Generalvikar Harald Heinrich und Pfarrer Thomas Rein.
Bild: Wilhelm Wagner

Ab Herbst gehören Echsheim-Reicherstein und Wiesenbach zur Pfarreiengemeinschaft Pöttmes. Das verkündet Generalvikar Harald Heinrich bei der Pastoralvisitation.

Die Pfarreiengemeinschaft Pöttmes wächst. Bisher gehören ihr acht Pfarreien an. Ab September sind es zehn: Echsheim-Reicherstein und Wiesenbach kommen hinzu. Das verkündete Generalvikar Harald Heinrich am Wochenende bei der Pastoralvisitation in Pöttmes.

Zwar war dieser Schritt im Zuge der pastoralen Raumplanung 2025 vorgesehen. Einen konkreten Zeitpunkt dafür gab es aber nicht. Die Raumplanung werde schrittweise umgesetzt, wenn Pfarrer zum Beispiel ihren Ruhestand antreten oder die Pfarrstelle wechseln, hieß es bei der Diözese. Nun liegt ein solcher Fall vor: Der 62-jährige Geistliche Klemens Kiser, seit 26 Jahren in Echsheim, geht in den Ruhestand.

Kirchenbesucher erfahren Neuigkeit im Sonntagsgottesdienst

Ehe die Kirchenbesucher im Sonntagsgottesdienst davon erfuhren, hatte der Generalvikar am Samstag in Gundelsdorf im Gespräch mit dem Pöttmeser Pfarrgemeinderat die Neuigkeit mitgeteilt. Wie dessen Vorsitzender Helmut Specht berichtet, reagierte die Runde erstaunt, aber keineswegs negativ. Es folgte eine offene Diskussion über die Folgen für alle Beteiligten. Specht sagt: „Wir sehen das sehr positiv.“ Im gemeinsamen Pastoralrat funktioniere die Zusammenarbeit gut. Der Generalvikar gewann offenbar denselben Eindruck. Das erlebe er so nicht überall, sagte er.

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Vor acht Jahren waren Gundelsdorf, Ebenried und Osterzhausen zur Pfarreiengemeinschaft Pöttmes hinzugekommen, die damit von fünf auf acht Pfarreien wuchs. Ab September sind es also zehn. Pfarrer Thomas Rein sagt über die Nachricht vom Wochenende: „Das war schon überraschend.“ Es werde eine Herausforderung für ihn, die bisherigen und neuen Pfarreien. „Mehr Gottesdienste können wir nicht anbieten. Wir können sie nur anders verteilen.“ Nicht jede Pfarrei könne am Sonntag eine Messe haben. Doch der Pastoralrat habe große Offenheit signalisiert. Die Stimmung am Wochenende sei so positiv gewesen, dass er das Gefühl gehabt habe: „Es ist gut, es soll jetzt so sein“, so Rein.

Auf Gläubige kommen weitere Wege zu

Entscheidend sei nun, miteinander zu sprechen und sich zu bewegen – geistig wie räumlich. „Wichtig ist, dass der Glaube vor Ort gelebt wird.“ Dafür sei nicht immer ein Pfarrer nötig. Gläubige könnten Andachten oder Gebetsstunden selbst organisieren. Rein wirbt dafür, auch Gottesdienste in Nachbarpfarreien zu besuchen. Die Messe am Sonntag mit Besuchern, Sängern und Ministranten aller Pfarreien habe gezeigt: „Das ist eine schöne Gemeinschaft, die zusammenwächst.“

Auch der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Helmut Specht hofft auf die Bereitschaft der Gläubigen, den ein oder anderen Weg auf sich zu nehmen: „Die Leute müssen auch mal ein paar Kilometer fahren.“ Die Entfernungen in der Pfarreiengemeinschaft seien überschaubar. In allen Orten gebe es Pfarrteams, die ohne administrative Funktion helfen, Messen oder etwa Seniorennachmittage zu organisieren. Nachbarorte täten sich zusammen. So habe heuer ein erster gemeinsamer Seniorennachmittag für Osterzhausen und Ebenried stattgefunden.

Kaplan Helmut Epp verlässt die Pfarreiengemeinschaft

Nun werden die kirchlichen Gremien Kontakt miteinander aufnehmen. Bereits am Dienstagabend ging es in der planmäßigen Sitzung des Pöttmeser Pfarrgemeinderats um die nächsten Schritte angesichts der hinzukommenden Pfarreien. Im Herbst kommt außerdem ein neuer Kaplan. Kaplan Helmut Epp tritt eine Stelle als Pfarrer in Immenstadt an. Mit seinem Weggang und dem Ruhestand von Kiser stehen zwei personelle Veränderungen bevor.

Kiser betreut Echsheim-Reicherstein und vikariert Wiesenbach. Seine Person und seine Ansichten sind in der Pfarrei stark umstritten. Er gilt als traditionalistisch und hat Gegner, aber auch Unterstützer. Letztere sind froh, in Echsheim einen Priester und vergleichsweise viele Messen zu haben. Einige Pfarreimitglieder gehen hingegen lieber in Kirchen in der Umgebung. Aus Kreisen der Pfarrei hieß es in der Vergangenheit, es habe immer wieder Beschwerden über ihn bei der Diözese gegeben. Zuletzt entbrannte Ende 2018 angesichts der Wahl zur Kirchenverwaltung, die geschlossen nicht mehr antrat, und der Suche nach neuen Kandidaten ein offener Streit. Im Dezember sollte in Echsheim eine Visitation stattfinden. Sie wurde nach damaliger Auskunft der Diözese kurzfristig abgesagt.

Die Visitation in Pöttmes ging planmäßig vorüber. Am Samstag traf sich der Generalvikar noch mit Jugendlichen und besuchte das Pflegezentrum St. Hildegard, ehe er eine Maiandacht im Schlosshof feierte. Am Sonntag folgte zum Schluss der Gottesdienst in Pöttmes. (mit cli)

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