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Abschied

25.08.2019

Pfarrer Kiser wäre gerne noch in Echsheim geblieben

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3 Bilder
Kirchenpfleger Johann Müller (rechts) verabschiedete Pfarrer Klemens Kiser.
Bild: Johann Eibl

Der 62-jährige Geistliche Klemens Kiser nimmt vorzeitig Abschied in Echsheim. Interessant ist, wer an der Verabschiedung nicht teilnimmt.

In Echsheim, Reicherstein und in Wiesenbach werden künftig weniger Messfeiern angeboten als bislang. Klemens Kiser, der als Pfarrer für die Katholiken in den drei Orten im westlichen Bereich der Marktgemeinde Pöttmes zuständig war, wurde am Sonntag in Echsheim verabschiedet. Nach dem Gottesdienst in der Kirche Mariä Heimsuchung, den Kiser zusammen mit seinem Mitbruder Tobias Seyfried feierte, fand sich der größte Teil der Besucher bei einem Stehempfang vor dem Gotteshaus ein.

Klemens Kiser will zum Abschied von Echsheim keine großen Reden hören

Bei dieser Gelegenheit überreichte Kirchenpfleger Johann Müller dem Priester im Namen von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat ein Geschenk. Klemens Kiser wollte nach seinen 27 Dienstjahren keine großen Reden hören, denn oft sei nichts dahinter. Zum Empfang meinte er: „Ich hab’ gesagt: Ich brauch’s net.“ Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat aber hätten darauf Wert gelegt. Dann erklärte der 62-jährige Pfarrer: „Ich werde in nächster Zeit leider meine Koffer packen müssen.“ Wo er künftig seinen Lebensmittelpunkt haben wird, war am Sonntag nicht zu hören.

Ab 1. September ist die Pfarreiengemeinschaft Pöttmes komplett errichtet. Kiser betonte: „Ich wäre gerne noch einige Jahr geblieben, vielleicht auch bis zu meinem Ruhestand.“ Ein reigiöses Anliegen lag ihm am Herzen, nachdem Echsheim, Reicherstein und Wiesenbach nun der Pfarreiengemeinschaft Pöttmes angehören werden: „Lasst den Sonntag den Sonntag sein.“ Damit meinte er den Besuch des Gottesdienstes: „Der Sonntag bleibt der Tag des Herrn.“

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Klemens Kiser hält zum Abschied von Echsheim keine Predigt

Auf dieses Thema war Klemens Kiser auch bereits während der Messfeier eingegangen. „Ich werde keine Predigt halten“, erklärte er nach dem Evangelium: „Es ist August, das haben wir vor Jahren so eingeführt.“ Er verwies in dem Zusammenhang auf den Heiligen Chrysogonus. Früher habe man gesagt, für den Besuch einer Messe sei ein Fußweg von einer Stunde angemessen.

Heute im Zeitalter der Motorisierung brauche man nur fünf oder acht Minuten, um zu einem Gottesdienst in einer anderen Kirche zu kommen. Wenn man für Termine unterschiedlicher Art diese Zeit aufwende, dann sollte man das auch für eine Messe so handhaben und keine Ausreden suchen. Zum Abschluss seiner kurzen Ausführungen vor dem Opfergottesdienst zitierte Kiser eine Passage aus der aktuellen Gottesdienstordnung; dort schrieb er: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir in den vergangenen Jahren geholfen haben, und bitte auch alle um Vergebung, wenn ich jemand Unrecht getan habe.“ Wie berichtet, hatte Klemens Kiser Unterstützer und Gegner in der Pfarrei.

Die Ministranten haben ein Geschenk für Pfarrer Kiser zum Abschied von Echsheim

Auch die Ministrantinnen und Ministranten verabschiedeten sich von Kiser mit Geschenken. Sie hatten gerahmte Bilder zur Erinnerung mitgebracht.

Während Kiser seinen Abschiedsgottesdienst mit seinem jungen Kollegen Tobias Seyfried feierte, der aus dem Ort stammt und im vergangenen Jahr zum Priester geweiht worden ist, war die Pfarreiengemeinschaft Pöttmes nicht vertreten, ebenso wenig wie die politische Gemeinde. Der Pöttmeser Pfarrer Thomas Rein war im Pfarrbrief auf die Veränderungen eingegangen, die „wir alle spüren werden“. Es heiße nun Abschied nehmen von vertrauten Gottesdienstzeiten und selbstverständlichen Gewohnheiten: „Ein guter Anfang ist die Wallfahrt zur Gottesmutter von Echsheim und Wiesenbach nach Maria im Elend am 1. September.“

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