Newsticker

RKI meldet 11.409 neu mit Corona Infizierte
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Pöttmes-Hellau feiert seinen Kirchenchor

Pfarrfasching

10.02.2015

Pöttmes-Hellau feiert seinen Kirchenchor

Pfarrer Thomas Rein, wie man ihn nur im Fasching erleben kann: als forsche Sängerin Tanja aus Kasachstan, die unbedingt in den Pöttmeser Kirchenchor will. Ungläubig beobachtet von Praktikant Michael Prendota. Bild: Vicky Jeanty
4 Bilder
Pfarrer Thomas Rein, wie man ihn nur im Fasching erleben kann: als forsche Sängerin Tanja aus Kasachstan, die unbedingt in den Pöttmeser Kirchenchor will. Ungläubig beobachtet von Praktikant Michael Prendota. Bild: Vicky Jeanty

Fünf Stunden Unterhaltung voller Höhepunkte im Ochsenwirt. Pfarrer Thomas Rein mimt Federboa-Sängerin

VON VICKY JEANTY

Pöttmes Eine große Sorge weniger für die Pfarrgemeinschaft Pöttmes: Nach Jahren chorlosen Daseins darf man sich auf ein singstarkes und vielfach modulierbares Chorkonglomerat freuen. Casting-Boss Michael Prendota (Praktikant) engagierte vom Fleck weg sechs Kandidaten und Kandidatinnen, die der Pfarrkirche eine wunderbare Beschallung und dem Pfarrer einen massiven Zulauf an abhandengekommenen Gläubigen bescheren wird.

Das Chorwunder war nur eine der glänzenden Einlagen des diesjährigen Pfarrfaschings beim Ochsenwirt in Pöttmes. Ein voller Saal mit vielen gut gelaunten und applaudierfreudigen Maskerern sorgte für beste Stimmung. Moderator Josef Kopold hatte sein Publikum fest im Hellau-Griff, auf der Bühne entfaltete sich die fünfte Jahreszeit dank heimischer Faschingsrezepturen narrisch guat.

Hier gibt es weitere Bilder zum Pfarrfasching.

Ausschließlich der intensive Blick ins „Liesbet“ – sein Brevier als „lies und bete“ Ratgeber – verhalf dem völlig maroden Pfarrherrn Ludwig Krammer junior wieder in die Pantoffeln. Überhaupt die hohe Geistlichkeit: machte aus dem Pfarrfasching regelrecht einen Pfarrerfasching, nachdem die Herren gleich mit sechs Mann hoch zugegen waren. Allen voran Hochwürden Thomas Rein. Ein mimisches Natur-und Verwandlungstalent erster Güte unter dem Herrn. Seine Eulenspiegel-Narrenkappe schien nur Staffage! Sein wahres Können zeigte er als kasachstanische Profi-Sängerin Tanja, als die er sich im Nerz und mit roter Federboa in wahrhaft himmlische Gefilde schmetterte. Gefolgt vom italienischen Startenor Augustino Kapellino (Pater Augustine) mit Frack, Zylinder und grandiosem Stimmvolumen. Pater Georg aus Indien rockte in der Harley-Davidson-Lederjacke an seiner E-Gitarre, Praktikant Michael Prendota mimte den obercoolen Casting-Boss. Mit den selbstbewussten, eher schräg singenden Michaela Schlaegel, Gudrun Sperr und Gabi Krammer war die Truppe perfekt. Pöttmes kann chormäßig loslegen.

Zuvor hatte „Tanja“ ihre Vorsing-Proben bei den ortsteiligen Chören geistreich und schön zynisch auf die Schippe genommen. Da gibt’s die Profitruppe in Schnellmannskreuth, die Stummen in Osterzhausen, die Echo-Singer in Gundelsdorf und die Ein-Ton-Singer in Heimpersdorf. Pfarrer Rein mutierte zwischendurch zum knackigen James Bond samt unwiderstehlichem Frauenverdreher-Blick.

Heißes Thema war der rasante Kirchgänger-Schwund. Der katholische Burschenverein Bemas e.V. mit den einzigen Mitgliedern Gabi Mühlstein und Lorena Schmuttermeier als knapp 80-jährige tattrige Rollator-Anhänger schlugen Bonuskarten pro Gottesdienst mit kostenloser Verköstigungsgarantie im Pfarrhaus vor. Matthias Heinrich stufte das als „Rein-en“ Unsinn ein. Hedwig Bolzer, Michaela Kessel und Kuni Kriegler entwarfen einen Bauernkalender samt Reinschem Konterfei: Der Verkaufserlös sollte in den Pool mit Rutsche fließen, ein Präsent für den 50. Geburtstag ihres Herrn in vier Jahren.

Faschingsvorsitzende Cilli Reichart spielte die gar nicht „dumme Augustine vom Bemaser Zirkus“. Zum Abschluss ihrer spitzen Hiebe nach links und rechts gab’s einen doppelten Salto, Version light.

Wambos aus Ebenried – famos! Akrobatisch steckt die Männerformation locker die professionellen Gardemädels in die Tasche. Als Betschwestern mit frommen Blick nach oben enthüllten sie auf offener Bühne, was in und unter ihnen steckt: Glitzerglamour-Girls der 20er-Jahre mit einem fast Cancan-, fast Sister-Act-Verschnitt. Umwerfend.

Der Pfarrer im Ruhestand, Othmar Kahlig, erzählte Schmunzelgeschichten von früher, es gab eine Jodel-Schulung frei nach Loriot und eine Rennbahn-Lehrstunde mit Blick ins Dekolleté. Lorena Schmuttermeier schmetterte „Atemlos“, die fetzige Blaskapelle Pöttmes spielte unzählige Faschings-Tuschs. Als Gäste begrüßt wurden Bürgermeister Franz Schindele und Gattin Barbara, Kaplan Simon Stegmüller als Pharao, die Schwestern Anna und Petra von Maria Stern aus Augsburg. „Die meisten Narren san in Bemas“, stellte Kopold fest.

Bei uns im Internet

eine kleine, aber feine Bildergalerie

aichacher-nachrichten.de/bilder

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren