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Feier

06.08.2018

Pöttmes wird mit der Europafahne ausgezeichnet

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Im Hintergrund die Kinder vom Hort Adlerhorst mit dem selbst gestalteten Logo, vorne die echte Europafahne. Es freuen sich: (von links) Alain Navarret, Bürgermeister und Landrat von La Haye-Pesnel, Bürgermeister Franz Schindele und Edeltraut Gatterer, ehemaliges Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
Bild: Vicky Jeanty

Auszeichnung gilt als Würdigung für Engagement in europäischen Belangen. In Pöttmes zählen dazu die Städtefreundschaft und die Integrationsarbeit.

Seit Sonntag kann sich Pöttmes mit der Europafahne schmücken. Sie gehört zu den höchsten Auszeichnungen des Europarates und gilt als Bestätigung eines jahrelangen, vielseitigen Engagements für ein vereintes und friedliches Zusammenleben in der großen Europäischen Gemeinschaft. In feierlichem Rahmen wurde das Sternenbanner von Edeltraut Gatterer überreicht. Sie ist ehemaliges Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.

Mehr Europa ging erst mal nicht: Vor dem Pöttmeser Rathaus flatterten die französische, die deutsche und die europäische Fahne. Die Kinder des Hortes Adlerhorst defilierten mit den aufgemalten Fahnen verschiedener Mitgliedsländer. Die Jüngsten des Trachtenvereins steuerten tänzerisch die weiß-blaue bayerische Variante bei. Die Pöttmeser Blaskapelle und La Lucernaise aus der Partnerstadt La Haye-Pesnel stimmten die Europahymne an. Die hatte zuvor Alain Navarret, Bürgermeister und Landrat aus La Haye-Pesnel, als Solo-Einlage statt einer Begrüßungsrede vorgesungen. An seinem Jackett prangten zwölf goldene Europasterne, die er sich eigens hatte aufnähen lassen.

Pfarrer rufen dazu auf, Menschen mit Achtung und Wohlwollen zu begegnen

Die Zusammengehörigkeit war auch im Festgottesdienst zu spüren, den Pfarrer Thomas Rein an der Seite seines französischen Kollegen Michael Damois zelebrierte. In den Fürbitten wurde gemahnt, sich kraftvoll für ein friedliches Europa einzusetzen und den Menschen mit Achtung und Wohlwollen zu begegnen. Am Kriegerdenkmal legten beide Bürgermeister ein Blumengebinde nieder – zum ehrenden Gedenken an all jene, die in den verheerenden Kriegen ihr Leben gelassen haben. Im Rathaus-Foyer zeigte Kulturreferentin Ludwiga Baronin Herman einige ihrer Fotos aus Bangladesch. Auch das war als Appell an die humanitäre Verpflichtung als Europäer gedacht.

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Der Europagedanke war auch in den Festreden eine Konstante. Pöttmes’ Bürgermeister Franz Schindele sieht sich und die Gemeinde mit der europäischen Ehrenfahne in der Pflicht, sich weiterhin für den europäischen Gedanken einzusetzen: Völkerverständigung, Freiheit, Frieden und Wahrung der Menschenrechte anstelle von populistischem und nationalistischem, fremdenfeindlichem und rassistischem Gedankengut. Ein offenes, barrierefreies Europa anstelle einer „Festung“, die sich mit Mauern und Stacheldraht abschottet und das Fremde mit Argwohn betrachtet. Schindele dankte seinem Vorgänger Johann Schmuttermeier. Während dessen Amtszeit war Pöttmes mit dem Europadiplom ausgezeichnet worden – „die Grundlage für die heutige Auszeichnung“, so Schindele.

Bürgermeister aus La Haye-Pesnel singt, statt eine Festrede zu halten

Alain Navarrets europäische Überzeugung kulminierte in der von ihm vorgesungenen Europahymne. Auch ihn ihr geht es ja darum, aus allen Menschen „Brüder“ und „Freunde“ zu machen.

Edeltraut Gatterer war eigens aus Brüssel angereist. Sie beglückwünschte die Pöttmeser zu der Auszeichnung, die die Verdienste der Bürger in ihrem Streben würdige, den europäischen Gedanken in der Praxis umzusetzen. Ihre Ansprache war eine Laudatio auf die Pöttmeser Vielseitigkeit. Einige wesentliche Aspekte hätten die Kommission des Parlamentarischen Ausschusses überzeugt: Die 38-jährige, lebendige Partnerschaft mit La Haye-Pesnel inklusive des Schüleraustauschs. Die Integrationsarbeit in Bezug auf die vielen Flüchtlinge in Pöttmes. Die multikulturellen Feste und Musikveranstaltungen, das Einbeziehen der Jugend in gemeindliche Entscheidungen, dass Pöttmes sich als Fairtrade-Gemeinde präsentiert.

Gatterer ermutigte die Bürger, in ihrem Engagement für Europa nicht nachzulassen, „damit sie auch noch die Ehrenplakette erhalten, und [...] den Europreis“. Danach trugen sich Navarret und Gatterer ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Die Ehrengäste, darunter der stellvertretende Landrat Peter Feile, speisten in den Ratsstuben. 122 Franzosen waren bereits am Samstag angereist. Sie erwartet eine Woche voller Ausflüge. Vor ihrer Heimreise am Freitag ist eine Soirée im Schlossgarten der von Hermans in Schorn geplant.

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