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Missionarische Woche

26.02.2018

Pöttmeser Pfarrer: „Unverschämt katholisch sein“

Rund 40 junge Missionare kamen für zehn Tage nach Pöttmes, um den Glauben in der Pfarreiengemeinschaft zu stärken. Für die entgegengebrachte Gastfreundschaft bedankten sich die Jugendlichen mit einer Tanzeinlage. Nach dem gestrigen Pontifikalamt formten sie vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul einen Flashmob.
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Rund 40 junge Missionare kamen für zehn Tage nach Pöttmes, um den Glauben in der Pfarreiengemeinschaft zu stärken. Für die entgegengebrachte Gastfreundschaft bedankten sich die Jugendlichen mit einer Tanzeinlage. Nach dem gestrigen Pontifikalamt formten sie vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul einen Flashmob.
Bild: Andreas Dengler

Die Missionarische Woche „Wach auf, Mach auf“ ist vorbei. Aber nach dem Willen der Organisatoren soll sie Startschuss für einen Neubeginn sein. Die Aktionswochen sollen künftig häufiger stattfinden.

Mit einem Pontifikalamt ging gestern die diözesanweit einzige Missionarische Woche unter dem Motto „Wach auf, Mach auf“ in der Pfarreiengemeinschaft Pöttmes zu Ende. Weihbischof Florian Wörner feierte mit Diözesanjugendpfarrer Florian Markter, Pfarrer Thomas Rein und Kaplan Helmut Epp in der Pöttmeser Pfarrkirche St. Peter und Paul den Abschlussgottesdienst. Der Diakon und künftige Primiziant Tobias Seyfried aus der Nachbarpfarrei Echsheim begleitete die Feier.

Die Besucher aus allen Pfarreien kamen so zahlreich, dass zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt werden mussten. Ein langer Zug bahnte sich zu Beginn der Messe den Weg durch das große Kirchenschiff. Über 45 Ministranten waren für das Pontifikalamt eingeteilt. Weihbischof Florian Wörner hielt die Predigt. Er erinnerte sich darin an ein Gespräch mit einem Jugendlichen. Ein 15-Jähriger fragte ihn, was der Sinn des Lebens sei. „Warum sind wir hier auf der Welt?“, zitierte Weihbischof Wörner die Frage des jungen Katholiken. Vor knapp zwei Wochen feierten die Christen Aschermittwoch. An dem Tag wird nicht nur an die menschliche Vergänglichkeit erinnert, sondern auch der Beginn der Fastenzeit und das Warten auf das Osterfest eingeläutet. Tod und Vergänglichkeit seien eine ungenügende Antwort auf die Sinnfrage, betonte Wörner. Der Sinn des Lebens lasse sich besser mit Gottes Liebe und Willen beantworten: „Alle Menschen sind von Gott geschaffen und gewollt.“ Seine unendliche Liebe zu erwidern und der persönlichen Berufung zu folgen, sei die Bestimmung der Menschen.

Pöttmeser Pfarrer Thomas Rein mit einer ungewöhnlichen Forderung

Der Tod habe nicht das letzte Wort. So sei auch der Abschluss der Missionarischen Woche nicht das Ende des missionarischen Handelns. Vielmehr müsse die Aktion als ein Startschuss für einen Neubeginn gesehen werden. Wörner: „Wir alle müssen über Gott reden, ob im Zug, im Büro, im Café oder im Verein.“

Pfarrer Thomas Rein forderte am Ende des Pontifikalamts alle Gottesdienstbesucher auf, künftig „unverschämt katholisch zu sein“. Damit meinte er, ohne Scham zu seinem Glauben zu stehen und mit allen Menschen über Gott zu reden.

In den kommenden Tagen will sich Rein mit dem Pfarrgemeinderat beraten, welche Impulse aus der vergangenen Woche in Zukunft übernommen werden könnten. Während der Aktionswoche sei ihm bewusst geworden, wie wichtig die Musik für den Glauben sei, sagte Rein: „Im gemeinsamen Musizieren wird der Glaube in seiner ganzen Ungezwungenheit gelebt.“

Die Missionarische Woche war eine zehntägige Aktion, zu der über 40 Jugendliche aus ganz Deutschland nach Pöttmes kamen (wir berichteten). Kernstück waren die Hausbesuche der jungen Missionare. Jeweils zwei junge Leute zogen in der Pfarreiengemeinschaft von Haus zu Haus, um mit den Bewohnern über Gott und die Welt zu reden. Zusätzlich fanden fast täglich zahlreiche Veranstaltungen, Gottesdienste und Anbetungen statt. Zu den Höhepunkten zählten ein Jugendabend mit dem Thema Bier und Glaube, das Podiumsgespräch „Kirche und Sex“ und ein geselliger Pfarrgemeindeabend. Am Samstag fand in der Pöttmeser Pfarrkirche der Abend der Versöhnung statt. Bis kurz vor Mitternacht kehrten in dem Gotteshaus Besucher ein, um dort zu verweilen. Organisiert wurde die Woche vom Institut für Neuevangelisierung, dem Bischöflichen Jugendamt und den Teilnehmern des „Basical“-Jahrgangs.

Teilnehmer formen Flashmob

Der Theologe und Mitorganisator, Andreas Theurer vom Institut für Neuevangelisierung, war sehr zufrieden mit dem Verlauf der Woche. Künftig soll sie nicht wie bisher jährlich zu Beginn der Fastenzeit stattfinden, sondern auch im Herbst. Bereits im September werde sie wieder in einer Pfarrei des Bistums Augsburg Halt machen. Auch die jungen Missionare waren mehr als zufrieden. Die Aktionswoche sei wie eine Bergtour mit Höhen und Tiefen gewesen. Aber spätestens auf dem Gipfel seien alle Strapazen vergessen gewesen, sagte Richard Salzer. Der junge Mann war zum dritten Mal als Missionar unterwegs und will im Herbst wieder dabei sein. Vincent Weber sagte: „Es ist einfach nur cool, Jesus zu den Leuten zu bringen.“ Der 17-Jährige absolviert gerade das „Basical“-Orientierungsjahr und war zum ersten Mal bei der Aktionswoche dabei.

Als kleines Dankeschön für die Gastfreundlichkeit hatten die jungen Leute einen Tanz einstudiert. Am Ende des Pontifikalamts formten sie vor der Kirche einen Flashmob und trotzten mit wilden Bewegungen der klirrenden Kälte.

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