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Aichach

31.01.2020

Polizei nimmt junge Radler in Aichach ins Visier

An vier Kontrollstellen rund ums Schulzentrum kontrollierte die Aichacher Polizei Radfahrer.
Foto: Gerlinde Drexler

Plus Die Polizei kontrolliert morgens am Aichacher Schulzentrum die Radfahrer. Dabei ahndete sie 31 Verstöße in knapp einer Stunde.

Am liebsten hätte er gar nicht angehalten. Das sah man dem Jugendlichen an, der am Donnerstagmorgen von der Polizei rausgewinkt wird. Er ist einer von vielen Radfahrern, die die Beamten der Polizeiinspektion Aichach zusammen mit Kollegen aus Augsburg am Aichacher Schulzentrum genauer unter die Lupe nehmen. Bei den Kontrollen ging es sowohl um die Beleuchtung als auch um die Verkehrssicherheit der Räder.

An vier Stellen rund um das Schulzentrum steht die Polizei. In knapp einer Stunde beginnt der Unterricht an den Schulen. Es ist noch dämmrig. Trotzdem sind einige Radler ohne Beleuchtung unterwegs. Thomas Schmid, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Aichach, und seine Kollegen haben alle Hände voll zu tun.

Aichacher Polizei verhängt 15 Euro Bußgeld für defekte Klingel

Sie winken nicht nur die Radfahrer heraus, die ohne Licht fahren. Stichpunktartig wird auch überprüft, ob die Räder verkehrstüchtig sind. Eine defekte oder fehlende Klingel kostet zum Beispiel 15 Euro Bußgeld, fehlendes Licht 20 Euro. Fährt jemand freihändig, muss er mit fünf Euro Bußgeld rechnen, hört er Musik über Ohrstöpsel, kostet es zehn Euro. Teuer wird es, sollte die Polizei jemanden erwischen, der während der Radfahrt sein Handy benutzt. Dann flattert demjenigen ein Bußgeldbescheid über 55 Euro ins Haus.

Auch einige Lehrer, die mit dem Rad in die Arbeit kommen, sind unter den Kontrollierten. „Vorbildlich“, lobt Schmid, denn an ihren Rädern haben die Polizeibeamten nichts auszusetzen. Nur einer der Lehrer ist ohne Helm unterwegs. Das sei aber keine Vorschrift, sagt Schmid. Auch wenn er selbst es lieber sehen würde, wenn alle Radfahrer einen Helm und eine Schutzweste tragen. Er betont: „Sicherheit durch Sichtbarkeit.“

Ein Zehnjähriger fährt ohne Licht

Deshalb achtet die Polizei auch besonders auf Radfahrer, die ohne Licht unterwegs sind. So wie ein Zehnjähriger, der außerdem gegen den Verkehr auf dem Bürgersteig fährt. Schmid winkt ihn zu sich heran. Das Licht am Rad würde funktionieren, stellt er fest. Auf seine Frage, warum es nicht an sei, zuckt der Zehnjährige verlegen mit den Schultern. Weil sonst an dem Fahrrad alles in Ordnung ist, drückt der Polizeibeamte ein Auge zu. „Licht noch einschalten“, gibt er dem Schüler mit auf den Weg, als der erleichtert wieder auf sein Rad steigt.

„Klasse“ findet Andreas Naumann die Kontrollen. Der 17-jährige Schüler ist zu Fuß auf dem Weg in die Schule, ist aber ein begeisterter Radfahrer. Er weiß, wie gefährlich es ist, von anderen Verkehrsteilnehmern nicht gesehen zu werden. „Ich habe immer eine Warnweste an“, sagt er.

Die Reaktionen der Schüler auf die Kontrollen sind ganz unterschiedlich. Die meisten würden „brav folgen“, wenn sie von den Beamten herausgewunken werden, sagt Schmid. Seine Erfahrung: „Einige sind verständnisvoll, andere lassen es über sich ergehen.“ Gelegentlich „überhört“ ein Radfahrer auch das Rufen der Beamten. Aber das ist die Ausnahme.

Die Eltern erhalten jetzt Post von der Polizei

Gibt es etwas zu beanstanden, nehmen die Polizisten die Daten der Schüler auf. Die Eltern werden dann in den nächsten Tagen Post erhalten. Auch hier sind die Reaktionen sehr unterschiedlich, weiß Schmid aus Erfahrung. Damit sie um das Bußgeld herumkommen, haben Eltern schon angerufen und gesagt, sie hätten ihrem Kind erlaubt, ohne Licht zu fahren, erzählt er.

Bei der heutigen Kontrollaktion sind es insgesamt etwa 110 Fahrradfahrer, die die Polizei genauer unter die Lupe nimmt. Bei 31 stellte sie einen Verstoß fest. „Eltern und Erwachsene sollten hier ein Vorbild für unsere Jüngsten sein“, so Schmid. Weitere Kontrollen sind geplant.

Lesen Sie dazu auch: Zu viele Schüler radeln in Aichach ohne Licht

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