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Aichach

23.12.2015

Polizei vernichtet Hanfplantage zweimal in Folge

Der Mann baute nicht nur einmal Hanf an.
Bild: Koslowski, dpa (Symbolbild)

Nach der ersten Durchsuchung durch die Polizei beginnt ein 24-Jähriger gleich wieder mit der Aufzucht von Marihuana. Das Aichacher Schöffengericht hat dafür kein Verständnis.

Unglaublich dreist war ein 24-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis. Nachdem die Polizei heuer im Juni bei ihm im Haus eine professionell angelegte Marihuanaplantage gefunden und vernichtet hatte, betätigte sich der 24-Jährige erneut als Gärtner. Vier Monate später fand die Polizei bei ihm wieder solche Pflanzen und eine Anzucht von Psychopilzen. Die Quittung dafür gab es am Dienstag vom Aichacher Schöffengericht. Der 24-Jährige muss wegen Anbaus, Besitzes und Handels mit Betäubungsmitteln zwei Jahre in den Knast.

Rund 600 Gramm Marihuana mit unterschiedlich hohem Wirkstoffgehalt hatten die Polizeibeamten bei der Wohnungsdurchsuchung im Sommer bei dem 24-Jährigen gefunden. Außerdem noch Rauschgiftutensilien wie eine Digitalwaage oder Schnupfspiegel und eben eine professionell angelegte Marihuana-Aufzuchtanlage mit 24 unterschiedlich großen Pflanzen. Aufmerksam geworden war die Polizei auf den 24-Jährigen, weil ihn ein Zeuge in einem anderen Verfahren belastet hatte. Anhaltspunkte dafür, dass er die Anlage zusammen mit zwei Kumpels in Arbeitsteilung betrieb, fand die Polizei aber nicht. Auch auf „mehrere Pakete Haschisch in einer Hinterwäldlerhütte“, von denen der Zeuge berichtet hatte, stieß die Polizei nicht.

Staatsanwältin: "Unglaubliche Dreistigkeit"

Allerdings war sich der Polizeibeamte vor Gericht auch sicher, dass der Angeklagte bei der Vernehmung nicht ganz offen war: „Was er gesagt hat, kam relativ zäh und war bei weitem nicht alles.“ Tröpfchenweise habe der 24-Jährige die Vorwürfe zugegeben, erinnerte er sich. Nachdem der Angeklagte zuerst ausschließlich für den Eigenbedarf angebaut haben wollte, räumte er im Laufe des Verhörs dann doch ein, auch Drogen verkauft zu haben. Vor Gericht gab der Angeklagte alles zu, bestritt aber zunächst, dass er nach der Polizeiaktion 300 Gramm Marihuana an einen 37-Jährigen verkauft habe. Der 37-Jährige, gegen den in dieser Sache noch ein Verfahren läuft, machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

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Als „unglaubliche Dreistigkeit“ bezeichnete Staatsanwältin Alexandra Krug, dass der Angeklagte direkt nach der Wohnungsdurchsuchung mit der nächsten Pflanzenaufzucht begonnen haben muss. Denn im Oktober fand die Polizei im Keller des Hauses zwei Pflanzen sowie Boxen mit Aufzuchten von Psychopilzen. Die Begründung des Angeklagten, dass es sich dabei nur um Zierpflanzen gehandelt habe, glaubte die Staatsanwältin nicht. Krug hielt auch das Geständnis in letzter Sekunde für ein taktisches Manöver: „Er hat am Anfang nur eingeräumt, was man ihm eh nachweisen konnte.“ Sie plädierte für eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

24-Jähriger muss ins Gefängnis

Verteidiger Ulrich Hieronimi wies darauf hin, dass sein Mandant kein knallharter Dealer sei und heute drogenfrei lebe. Er sprach sich für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten aus. Das Schöffengericht verurteilte den 24-Jährigen zu einer zweijährigen Haftstrafe. Vorsitzende Sabine Igloffstein hielt ihm zugute, dass er nur aufgrund seines Geständnisses wegen des Marihuanaverkaufs verurteilt werden konnte. Für eine Bewährung sah sie keine Voraussetzung. „Es fällt uns nicht leicht, so kurz vor Weihnachten zu sagen, dass jemand in den Knast muss. Es ging nicht anders. Vielleicht wachen Sie auf.“

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