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Gemeinderat III

14.04.2018

Präsentation zum Nahwärmenetz enttäuscht die Ratsmitglieder

Soll Baar ein Wärmenetz mit Hackschnitzeln bekommen? Im Gemeinderat wurden dazu die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie präsentiert. Doch genau diese Tatsache stieß auf Kritik.

Nur zwei Standorte kämen dafür überhaupt infrage. Doch die Idee, eine Hackschnitzelanlage zu nutzen, sorgt für Kritik

Mit Unzufriedenheit quittierten einige Räte den ambitionierten Vortrag von Sebastian Wiggenhauser vom Büro Steinbacher Consult über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu einem Nahwärmenetz in Baar. Werner Wörle sagte: „Ich bin nicht zufrieden, habe aber auch keine weiteren Fragen.“ Der Grund: Man habe beschlossen, dass ein Wärmenetz mit Hackschnitzeln für Baar nicht infrage komme. Eben das hatte Wiggenhauser zuvor jedoch vorgestellt.

Auch Norbert Reiter erklärte nach der Präsentation: „Damit kann ich nichts anfangen.“ Er hätte sich gewünscht, dass bei der Machbarkeitsstudie eine zentrale Wärmepumpe oder ein Blockheizkraftwerk Teil der Berechnungen geworden wäre. Doch diese Ansätze wären laut Wiggenhauser nicht wirtschaftlich. Im Fokus standen unterschiedliche Varianten mit einer Hackschnitzelanlage, einer Solarthermie-Anlage und einem Gaskessel. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie fiel vor allem teuer aus. Zwei Standorte stellte Wiggenhauser vor. Die Idee, eine Heizzentrale am Spielplatz zu errichten, würde den Anschluss von 31 Haushalten ans Netz ermöglichen. Die Leitungslänge läge bei 1900 Metern. Die Errichtung eines sogenannten Hybrid-Netzes mit anpassbaren Temperaturen in Sommer und Winter würde 1,6 Millionen Euro kosten. Die Umsetzung eines klassischen Nahwärmenetzes mit einer dauerhaft hohen Temperatur würde 1,5 Millionen kosten. Eine Einzellösung mit einem Gaskessel käme auf 543000 Euro.

Allen Preisen liegen aktuelle Kalkulationen zugrunde sowie die Annahme, dass es eine Förderung gibt. Sie war jeweils eingerechnet. Die Wärmeentstehungskosten beträgen bei der Hybrid-Lösung 19,5 Cent pro Kilowattstunde, beim klassischen Nahwärmenetz 18,1, bei der Einzellösung mit Gas 11,1 Cent. Eine positive CO2-Bilanz gäbe es nur bei der Hybrid-Lösung oder beim klassischen Nahwärmenetz.

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Die Kosten für das Nahwärmenetz am zweiten möglichen Standort am Stadel, der sich im Besitz der Gemeinde befindet, wären deutlich günstiger: Die Errichtung eines Hybrid-Netzes würde 563000 Euro kosten, ein klassisches Nahwärmenetz 515000 Euro. Eine Einzellösung mit einem Gaskessel käme auf 164000 Euro. Günstiger wäre dieses Modell einerseits, weil es nur acht Anschlussmöglichkeiten gäbe. Die Leitung wäre nur 600 Meter lang.

Die Wärmeentstehungskosten lägen bei der Hybrid-Lösung bei knapp 13,4 Cent pro Kilowattstunde, beim klassischen Nahwärmenetz bei 12,3 und bei der Einzellösung mit Gas bei 8,7 Cent. Eine positive CO2-Bilanz ließe sich auch hier nur bei der Hybrid-Lösung oder beim klassischen Nahwärmenetz erreichen. Final kam Wiggenhauser zur Bewertung, das klassische Nahwärmenetz sei für Baar zu empfehlen. Der Rat wird in einer seiner nächsten Sitzungen weiter darüber beraten. (brast)

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