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Prozess

13.02.2020

Prozess: Mann nimmt Freund seiner Mutter in den Schwitzkasten

Im Streit nahm ein heute 18-Jähriger den Lebensgefährten seiner Mutter in den Schwitzkasten und drohte: „Ich mach dich tot.“
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Ein 18-Jähriger steht wegen eines Angriffs vor Gericht. Dabei wird klar: Er hat mehr auf dem Kerbholz. Auch ein Einbruch ins Tennisheim spielt eine Rolle.

Im Streit nahm ein heute 18-Jähriger den Lebensgefährten seiner Mutter in den Schwitzkasten und drohte: „Ich mach dich tot.“ Wie Aichachs Amtsgerichtsdirektor Walter Hell auf Anfrage mitteilte, war dieser Vorfall vom Januar 2019 nur einer von vielen Anklagepunkten, wegen denen der junge Mann nun in nicht öffentlicher Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht in Aichach saß.

Der 18-Jährige ist vor Gericht kein Unbekannter: Er war einer der Randalierer, die im November 2018 das Tennisheim des TC Wittelsbach (Stadt Aichach) verwüsteten. Erst im Oktober vergangenen Jahres war er deshalb wegen Diebstahls und Sachbeschädigung zu 64 Stunden Hilfsdiensten und drei bis fünf Gesprächen beim Augsburger Verein Brücke verurteilt worden. Bei den Gesprächsterminen sollte es unter anderem um eigenverantwortliches Handeln gehen.

Tennisheim Aichach: Mann hat eine Scheibe eingeworfen

Mit einem Pflasterstein hatten der Angeklagte und sein Begleiter ein Fenster im Tennisheim eingeworfen. Mit Farbe, die sie im Keller fanden, richteten sie ein ziemliches Chaos an. Sie beschmierten sämtliche Räume des Kellers einschließlich des Inventars sowie auf der Südseite des Heims sämtliche Fenster und die Glasfront des Freisitzes. Rund 10.000 Euro betrug der Sachschaden. Neben einer Kaffeemaschine und Besteck stahlen die Einbrecher auch ein großes Weizenglas, das ein Fassungsvermögen von fünf Litern hat.

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Bild: Katja Röderer

Doch gegen den Angeklagten gab es noch weitere Vorwürfe, die in der nicht öffentlichen Verhandlung in dieser Woche zur Sprache kamen: Zusammen mit einem Kumpel riss er laut Amtsgerichtsdirektor im Februar 2019 den Spiegel an einem Lieferwagen ab. Der Schaden betrug 500 Euro. Einen Monat vorher war er mit dem Lebensgefährten seiner Mutter aneinandergeraten. Im Streit nahm der junge Mann den Lebensgefährten seiner Mutter in den Schwitzkasten und schlug mit der Faust auf ihn ein. Dazu drohte er: „Ich mach dich tot.“ Im März 2019 stahl der Angeklagte aus dem Büro des Lebensgefährten seiner Mutter 200 Euro Bargeld sowie eine Flasche Whiskey.

Prozess in Aichach: Ein Gramm Marihuana für sieben Euro verkauft

Rund ein halbes Jahr lang – von Juni 2018 bis Januar 2019 – verkaufte er außerdem im Bereich des Aichacher Bahnhofs Marihuana. Die Staatsanwaltschaft hatte 20 Fälle angeklagt, in denen der 18-Jährige jeweils mindestens ein Gramm zu sieben Euro verkauft hatte.

Obwohl der Angeklagte bisher noch nicht vorbestraft ist, plädierte die Staatsanwaltschaft aufgrund der Fülle an Delikten für eine einjährige Gefängnisstrafe zur Bewährung. Außerdem soll ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt werden. Als Auflage soll der Angeklagte 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Jugendrichterin Eva-Maria Grosse schloss sich dieser Forderung der Staatsanwaltschaft an. Es befand den Angeklagten für schuldig der vorsätzlichen Körperverletzung und Bedrohung, des Diebstahls und der Sachbeschädigung in mehreren Fällen sowie des unerlaubten Handels mit Betäubungsmittel in 20 Fällen.

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