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Aichach

04.12.2020

Prozess in Aichach: Polizei findet Drogen im Jugendzimmer

Amphetamine und Marihuana hat die Polizei bei einem 19-Jährigen aus Aichach gefunden. Der junge Mann stand nun vor Gericht.
Bild: Frank Leonhardt, dpa (Symbolbild)

Plus Ein 19-Jähriger aus Aichach versteckte bei ihm Zuhause Marihuana und Amphetamine. Der "Besuch" der Polizei schockt ihn. Nun stand der junge Mann vor Gericht.

Ein heilsamer Schock war es für einen 19-jährigen Aichacher, als die Polizei im August diesen Jahres sein Jugendzimmer durchsuchte. In einem Rucksack fanden die Beamten Marihuana und Amphetamine, eine Feinwaage und ein Handy, das der Aichacher zum Verkauf der Drogen nutzte. Wegen unerlaubten Handels mit Drogen und unerlaubten Besitzes musste er sich jetzt vor dem Jugendgericht am Amtsgericht Aichach verantworten. Zuvor hatten ihm schon seine Eltern den Kopf gewaschen. Dem Gericht war der junge Mann bereits in anderer Sache bekannt. Es ging um einen Baum.

Ohne groß drum herumzureden, gab der 19-Jährige vor Jugendrichterin Eva-Maria Grosse alles zu. Sowohl die drei Mal, in denen er im Frühjahr jeweils für 50 Euro Marihuana verkaufte, als auch den Besitz von 3,5 Gramm Marihuana und 27,3 Gramm Amphetaminen, die die Polizei bei ihm im Zimmer gefunden hatte.

Besuch der Polizei ist ein Schock

Er habe damals selbst täglich zwei bis drei Gramm Cannabis konsumiert, erzählte der Angeklagte der Jugendrichterin. Damit war nach der Durchsuchung schlagartig Schluss. Der 19-Jährige sagte zu dem Moment, als die Polizei in der Tür stand: „Der Schock war groß genug." Die ersten Tage sei ihm der Verzicht auf die Drogen noch schwergefallen. „Nach der ersten Woche ging es super."

Weil er mit Drogen gedealt hat, musste ein 19-Jähriger sich vor Gericht verantworten.
Bild: Katja Röderer (Archivfoto)

An dieser Wandlung haben sicher auch seine Eltern einen großen Anteil. Seine Mutter habe einen Tag lang nicht mehr mit ihm geredet, sagte der 19-Jährige aus. „Es war mir eine Lehre, als sie am Tisch saß und weinte." Außerdem hatten sich seine Eltern mit ihm zusammengesetzt und ihm gründlich den Kopf gewaschen. Seine Mutter habe seitdem verstärkt ein Auge auf seine Aktivitäten, sagte der 19-Jährige aus.

Die Jugendgerichtshelferin sieht kein Drogenproblem mehr

Auf die gute Beziehung zu seinen Eltern hatte auch Nicole Jehl von der Jugendgerichtshilfe hingewiesen. Sie beschrieb den Angeklagten als „vernünftig und einsichtig" sowie „sehr freundlich und kooperativ" im Gespräch. „Es gibt keine Anhaltspunkte mehr für Drogenprobleme", hieß es im Bericht von Jehl. Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe sprach sich für eine Gesprächsweisung mit fünf Terminen beim Augsburger Verein Brücke sowie Gespräche mit der Drogenhilfe aus.

Das griff Staatsanwältin Yvonne Möller auf. Sie plädierte für eine Verwarnung sowie eine Gesprächsweisung bei der Brücke und drei Gesprächen mit der Drogenhilfe. Die Staatsanwältin hielt dem 19-Jährigen zugute, dass er geständig war. Als Minuspunkt zählte für sie, dass er durch den Handel mit Drogen auch andere Leute mit hineingezogen und deren Gesundheit gefährdet hatte. Außerdem gab es vor drei Jahren laut Möller „eine geringfügige Vorstrafe". Der heute 19-Jährige war wegen Sachbeschädigung angeklagt, von einer Verfolgung war jedoch abgesehen worden. Es ging dabei um die Beschädigung eines Baumes, die durchaus für Aufsehen sorgte.

Der Angeklagte nimmt das Urteil an

Jugendrichterin Grosse verwarnte den Angeklagten wegen vorsätzlichen unerlaubten Handels mit Drogen in drei Fällen und Besitz von Drogen. Er muss bei der Brücke fünf Gespräche zu den Themen Tatreflexion und Ausbildungsplatzsuche und drei Gespräche mit der Drogenhilfe führen. Der Angeklagte nahm das Urteil an und versicherte: "Es tut mir leid, und es kommt nicht mehr vor."

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