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Prozess in Aichach

23.05.2019

Prüfungsaufgaben aus Liebe verraten: Ex-Konrektor akzeptiert Urteil

Die Aufgaben für die Realschulabschluss-Prüfungen 2018 hat ein ehemaliger Konrektor weiter gegeben.
Bild: Alexander Fahl (Symbol)

Plus Aus Liebe hat ein Konrektor die Aufgaben für die Abschlussprüfung 2018 aus dem Tresor geholt. Jetzt akzeptierte er seine Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Er war Konrektor einer Realschule im Wittelsbacher Land und er hat im Vorfeld die Aufgaben für die Abschlussprüfung 2018 in vier Fächern verraten: Wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses und Siegelbruch hat der Aichacher Amtsrichter Walter Hell den 44-Jährigen vergangene Woche zu einer siebenmonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt (wir berichteten). Inzwischen steht fest: Der längst suspendierte Lehrer akzeptiert das Urteil.

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Im Gerichtssaal hatten der Angeklagte und sein Anwalt nach dem Richterspruch noch auf eine Erklärung verzichtet. Inzwischen ist die Frist für eine mögliche Berufung abgelaufen. Wie Richter Hell auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, ist damit das Urteil rechtskräftig.

Sie wirft ihm im Gerichtssaal den Verlobungsring vor die Füße

Das trifft auch auf das Urteil gegen die inzwischen offenbar ehemalige Lebensgefährtin zu. Für den Sohn der 39-Jährigen hatte der 44-Jährige die Kuverts der Prüfungsaufgaben aus dem Realschultresor geholt, geöffnet und abfotografiert – zwei Tage vor der ersten Abschlussprüfung, damit sich der schlechte Schüler an einer Realschule im Nachbarlandkreis Neuburg-Schrobenhausen noch vorbereiten konnte. Der Betrug flog rasch auf: weil der Siegelbruch bei den Prüfungsaufgaben offensichtlich war und weil der Schüler mit extrem guten Leistungen und Musterlösungen auffiel.

Während der 44-jährige ehemalige Lehrer in der Verhandlung reinen Tisch machte und geständig war, sagte die wegen Anstiftung angeklagte Frau nicht aus. Sie machte allerdings in einer Verhandlungspause ihrem Unmut Luft: gegenüber ihrem Rechtsanwalt und gegenüber dem 44-Jährigen, dem sie den Verlobungsring vor die Füße warf. Walter Hell verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe mit 120 Tagessätzen zu insgesamt 2400 Euro. Damit ist sie vorbestraft.

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