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Kühbach-Radersdorf

09.06.2018

Radersorf: Irrwege durch den keltischen Knoten

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2 Bilder
In einem Getreidefeld hat Hans Tyroller, Betreiber des alljährlichen Radersdorfer Maislabyrinths, ein Keltenlabyrinth angelegt. Aus der Luft ist zu sehen: Tyroller hat es auf einer Fläche von etwa 130 mal 180 Metern in Form eines keltischen Knotens in das Feld gemäht.
Bild: Hans Tyroller

In Radersdorf gibt es in diesem Jahr eine Neuheit: ein Getreidelabyrinth.Hans Tyroller, bekannt für sein Maislabyrinth, hat es in sein Weizenfeld gemäht

Seit 15 Jahren betreibt Hans Tyroller aus dem Kühbacher Ortsteil Radersdorf das dortige Maislabyrinth. Auch heuer soll es den unter anderem bei Familien beliebten Irrgarten wieder geben. Doch Tyroller hatte noch eine andere Idee. Während der Mais noch wächst, ist auf einem Weizenfeld nebenan bereits ein zweiter grüner Irrgarten entstanden: ein Keltenlabyrinth. Am Freitag präsentierte Tyroller es vor Schulkindern aus Kühbach.

Im vergangenen Jahr war die Idee zu dem Keltenlabyrinth entstanden. Nach Tyrollers Angaben gibt es nirgends einen vergleichbaren Irrgarten. Er deckte sich mit Büchern über die keltische Kultur ein und mähte schließlich auf etwa 130 mal 180 Metern die Umrisse eines Keltischen Knotens in den Weizen. Der steht auf dem zweieinhalb Hektar großen Feld mittlerweile etwa hüfthoch. In der Mitte des Keltenlabyrinths ließ Tyroller einen kreisrunden Thingplatz mit einem Durchmesser von etwa zehn Metern frei. Er steht für den früheren Versammlungsplatz der Kelten. Aus Pfosten nagelte Tyroller vier Gestelle zusammen: Sie markieren die Himmelsrichtungen.

Die ersten, die den neuen Irrgarten betreten durften, waren die Schulkinder aus Kühbach. Die Klassen 3b mit Lehrerin Nicola Albert und die 4a mit Angelika Weber verbrachten ihren Wandertag bei schönem, aber dampfigem Wetter in Radersdorf. Nach einer Erläuterung stürmten die Mädchen und Buben in das Getreidefeld. Die kleine Runde dort ist 400 Meter lang, die große 1400 Meter. Die Kinder mussten neun Stationen ausfindig machen und bekamen dafür neun Puzzleteile, die – richtig zusammengefügt – einen keltischen Knoten ergaben. Unterwegs im Weizenlabyrinth, erläuterte Tyroller viel Wissenswertes rund um die Kelten: wer sie waren, wann und wie sie bei uns lebten. Dass das Keltenlabyrinth ausgerechnet in einem Getreidefeld liegt, ist kein Zufall. Denn mit den Kelten kam der Getreideanbau hierher. Ab sofort ist das neue Labyrinth für Besucher geöffnet. Sie müssen dabei neun Fragen beantworten: etwa, nach welchem Kalender die Kelten das Jahr einteilten oder welche Trophäen sie von den Schlachtfeldern mitnahmen. Am Donnerstag, 21. Juni, dem Tag der Sommersonnwende, wird auf dem Thingplatz im Labyrinth eine Feuerschale entzündet und es wird wie zur Keltenzeit das Sonnwendfest gefeiert.

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