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Finanzausschuss

11.04.2018

Radler als Aichachs „Helden des Alltags“

Radler auf Tour statten gerne der Burgkirche in Oberwittelsbach einen Besuch ab. Verbesserungen für Radfahrer hat die Stadt derzeit aber nicht im Auge. Das hat verschiedene Gründe. Archivbild
Bild: Michael Hochgemuth

Gremium lehnt den Beitritt der Stadt zur Arge „fahrradfreundliche Kommune“ vorerst ab. Warum die Entscheidung um ein Jahr zurückgestellt worden ist

Aichach Die Stadt Aichach will vorerst noch keine „fahrradfreundliche Kommune“ sein. Ein entsprechender Antrag auf einen möglichen Beitritt zur bayernweiten Aktionsgemeinschaft, der beispielsweise die Stadt Augsburg angehört, steht vorerst nicht zur Debatte. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Aichacher Stadtrates lehnte am Montag ab und stellte und eine mögliche Entscheidung mit 9:3-Stimmen um ein Jahr zurück. Den Antrag hatten die beiden Stadträtinnen der „Grünen“, Magdalena Federlin und Marion Zott, eingebracht.

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Komplett ablehnen, dieser Antrag kam von Helmut Beck (CSU), wollte der Finanzausschuss nicht (mit 4:8). Der Antrag der „Grünen“ wurde im Gremium recht kontrovers diskutiert. Magdalena Federlin bezeichnete die Radler, die vor allem in der Aichacher Innenstadt mit allerlei Problemen zu kämpfen hätten, „als Helden des Alltag“. In Aichach müsse noch einiges entwickelt werden. Innerstädtische Probleme wollte auch Lothar Bahn (Freie Wähler) „durchaus erkennen“. Der Landkreis sei dagegen mit Radwegen gut ausgestattet.

Bürgermeister Klaus Habermann räumte ein: „Wir haben längst ein Radwegekonzept, an dem wir permanent arbeiten.“ Er bat darum, die Frage einer fahrradfreundlichen Kommune um ein Jahr zurückzustellen, da das Bauamt aufgrund der derzeitigen personellen Situatuion mit anderen wichtigen Maßnahmen (unter anderem das umfangreiche Bauprogramm) überfordert sei. Habermann: „Das ist bei uns derzeit personell nicht umzusetzen.“

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Wie bekannt, ist die Leitung des Stadtbauamts derzeit nur kommissarisch (Helmut Baumann) besetzt, nachdem sich die Stadt von Bauamtschefin Martina Illgner getrennt hatte. Federlin dagegen warnte davor, einen möglichen Beitritt zur Arge „fahrradfreundliche Stadt“ wegen Personalmangels „beiseite zu schieben“.

Helmut Beck wollte die Einschätzung der beiden Grünen-Stadträtinnen „überhaupt nicht zu teilen“. Beck: „Ich komme in Aichach mit dem Radl überall dorthin, wo ich will. Da brauche ich keinen Verein dazu.“ Karl-Heinz Schindler (SPD) sagte: „Ich will erst mal wissen, was im Landkreis passiert.“ Amtsleiterin Aurelia Igel erklärte dazu: „Der ist mit seinem Radwegekonzept erst in den Anfängen.“

Die „Arge fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ umfasst mittlerweile 61 Gemeinden, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Radverkehr in ihrem Gebiet zu fördern. Für die Auszeichnung „fahrradfreundliche Kommune“ bedarf es eine Vor- und eine Hauptbefahrung durch eine Bewertungskommission. Diese Kommission stellt erst einmal fest, ob die Aufnahme in die Arge überhaupt erfolgen kann. Der jährliche Mitgliedsbeitrag liegt bei einer Stadt über 20000 Einwohner bei 2000 Euro. Über die „Helden des Alltags“ und über eine „fahrradfreundliche Stadt“ soll also in etwa einem Jahr erneut diskutiert werden. "Seite 1

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