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Zehn Jahre Rauchverbot

22.02.2018

Rauchverbot: Wirte im Wittelsbacher Land heute zufrieden

Zehn Jahre Rauchverbot in Bayern - und die Wirte ziehen Bilanz.
Bild: Christian Kruppe (Symbolfoto)

In Bayern gilt seit zehn Jahren das Nichtraucherschutzgesetz. Damals gab es massiven Widerstand unter den Gastwirten im Wittelsbacher Land. Heute sehen das einige ganz anders.

In der Bar ist es ruhig. Die Stimmung ist gedrückt. Ein paar Gäste sitzen am Tresen und an den Tischen. Von draußen vor der Tür dringen laute Stimmen und Gelächter in die Kneipe. Dort stehen die Raucher und unterhalten sich angeregt. Draußen ist Stimmung, drinnen tote Hose. Das ist das Bild, das sich heute in einigen Wirtschaften, Bars und Kneipen zeigt – zumindest, wenn man Raucher fragt. So war das nicht immer und so ist es auch nicht in allen Wirtschaften.

Erst vor zehn Jahren wurde das Nichtraucherschutzgesetz, das sogenannte Rauchverbot, eingeführt. Dieses untersagt das Rauchen in Restaurants, Kneipen, Diskotheken, Bars, Bierzelten und öffentlichzugänglichen Vereinsheimen. Die Raucher müssen seitdem vor die Tür. Damals regte sich deshalb massiver Widerstand unter den Gastwirten. Die Wirte fürchteten Umsatz-Einbußen und hatten Angst um ihre Existenz – auch im Wittelsbacher Land.

Einer, der sehr skeptisch war, ist Jochen Gutmann vom Moosbräu in Aindling. Er äußerte sich vor zehn Jahren im Gespräch mit den AN besorgt über das Rauchverbot. Er fürchtete, dass die Gäste ausbleiben würden. Heute sieht er das Rauchverbot anders. Gutmann sagt: „Das hat sich absolut positiv entwickelt, damit habe ich nicht gerechnet.“ Kurz nach der Einführung des Nichtraucherschutzgesetztes seien zwar einige Stammgäste ausgeblieben, aber nach einiger Zeit habe es sich wieder eingependelt, berichtet der Aindlinger. Insgesamt hat es sich sogar zum Vorteil für das Moosbräu entwickelt. Gutmann erklärt: „Heute haben wir mehr Essengäste. Durch die saubere Luft haben die Gäste einfach mehr Lust zum Essen.“ Vor einiger Zeit war der Wirt in Österreich und hat selbst in einem Restaurant gegessen, in dem geraucht wurde. „Das war echt eklig. Ich bin froh, dass es bei uns so ist, wie es ist“, resümiert Gutmann.

Ebenso sieht es Kaspar Wagner vom Gasthof Wagner im Aichacher Stadtteil Untergriesbach. Er äußerte sich schon vor zehn Jahren positiv über das Rauchverbot. Er sagte damals: „Wir haben kein Problem mit dem Verbot.“ Das sieht er noch heute so. Die Raucher seien im Gasthof Wagner schon früher zum Rauchen vor die Tür gegangen, durch das Verbot habe sich also nicht viel verändert, berichtet der Gastwirt. Allerdings findet Wagner die Art und Weise, wie das Gesetz durchgesetzt wurde, nach wie vor schlecht. „Man hätte die Wirte selbst entscheiden lassen sollen“, betont er.

Kritischer sieht es der Aichacher Wirt Manfred Fritsch vom Berabecka Boandlbräu. Er ist gegen das Rauchverbot – heute wie vor zehn Jahren. Damals organisierte Fritsch sogar eine „Raucherunterstützerparty“ und sprach Befürwortern des Gesetzes Hausverbote aus. Er fürchtete, weniger Umsatz zu machen, und das Fernbleiben der Stammgäste. Fritsch sagt: „Wir hatten immense Umsatz-Einbußen. Nach Längerem hat das sich aber wieder beruhigt.“ So wie früher sei es jedoch nicht mehr geworden. Zwar sei die Luft heute besser, aber dafür sei die Gemütlichkeit weg, beklagt er. Fritsch stört es, dass das Rauchverbot den Wirten keinen Handlungsspielraum lasse. Eine bessere Lösung sieht er in Berlin – dort gibt es speziell gekennzeichnete Raucherlokale. Die Bars und Kneipen seien heutzutage durch das Rauchverbot unattraktiv und es sei für die Betreiber schwieriger geworden, führt der Boandlbräu-Wirt an. Er sagt: „Mit Nichtrauchern alleine kann sich keine Kneipe halten.“

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