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Ausschreibung

06.07.2017

Regiobahn fährt weiter durchs Paartal

Die Bayerische Regiobahn hat die Ausschreibung für einen Übergangsvertrag gewonnen und fährt zumindest bis Ende 2021 auf der Paartalbahn wie hier bei der Aukapelle (Obergriesbach). Archivbild
Bild: Wolfgang Sellmeier

Zweijähriger Übergangsvertrag für Zeit von Ende 2019 bis Ende 2021 geht an bisherigen Betreiber der Bahnlinie

Aichach/München Die Bayerische Regiobahn (BRB) hat sich bei der Ausschreibung für den Übergangsvertrag „Dieselnetz Augsburg II“ gegen den Konkurrenten Deutsche Bahn durchgesetzt. Das heißt: Die Regiobahn ist jetzt zumindest bis Ende 2021 auf der Paartalbahn von Augsburg bis Ingolstadt durchs Wittelsbacher Land unterwegs. Zu dem Paket gehören auch die Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn bis Weilheim und weiter nach Schongau sowie die Linie auf der Altmühlbahn von Ingolstadt bis Eichstätt. Das Netz umfasst mehr als drei Millionen Zugkilometer pro Jahr.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, hat gestern mitgeteilt, dass sie die Vergabe an die Regiobahn beabsichtige. Fix ist das allerdings noch nicht: Den endgültigen Zuschlag kann die BEG nämlich wegen der Einspruchsmöglichkeiten des unterlegenen Bieters (Deutsche Bahn) frühestens in zehn Tagen erteilen. Die Ausschreibung ist notwendig geworden, weil der laufende Betreibervertrag für das Dieselnetz zwischen BRB (eine hundertprozentige Tochter des französischen Verkehrskonzerns Transdev) und BEG nach zehn Jahren zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 endet und die Ausschreibung für die „Augsburger Netze“ nicht wie ursprünglich geplant im Dezember 2019 starten kann (wir berichteten). Grund für den späteren Start der „Augsburger Netze“ ist, dass sich der Personenfernverkehr auf der Schiene insbesondere mit der Fertigstellung von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm wesentlich ändern wird. Das Megaprojekt verzögert sich. Das hat wiederum Einfluss auf das Wettbewerbsprojekt „Augsburger Netze“ und soll durch die Verschiebung auf Dezember 2021 berücksichtigt werden, so die Bayerische Eisenbahngesellschaft in einer Mitteilung.

Das Konzept der Regiobahn für den Betrieb von 2019 bis 2021 umfasst laut BEG zwei Stufen: Der Fahrplan entspreche ab Ende 2019 dem heutigen Angebot. Dabei kommt bei der Paartalbahn der Haltepunkt „Brunnen“ (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) neu hinzu. In der zweiten Stufe ab Ende 2020 muss mit Fertigstellung der Elektrifizierung der Bahnstrecke Geltendorf-Lindau der Fahrplan auf der Ammerseelinie angepasst werden. Das Fahrtenangebot auf allen übrigen Strecken des Netzes bleibe bis auf kleine Verschiebungen im Minutenbereich unverändert.

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Seit Ende 2009 sind die „Lint 41“-Triebwagen der Regiobahn in Weiß und Blau auf der Paartalbahn unterwegs. Ob das so bleibt, war bis gestern offen. Der frühere Betreiber, die Deutsche Bahn, zeigte nämlich sehr großes Interesse an einer Rückkehr auf die Linien des Dieselnetzes. Zunächst ging es bei der Vergabe ja nur um zwei Jahre, doch dann bei einer großen zusammengefassten Ausschreibung für die Bahnregion Augsburg für den Zeitraum ab 2022 um mindestens zehn weitere Jahre. Die BEG sondierte 2016 den Markt und musste auch für die Übergangszeit neu ausschreiben. Denn für die Regiobahn gab es überraschenderweise Konkurrenz durch den „roten“ Platzhirsch. Wie ein Sprecher des früheren Monopolisten auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung bereits im vergangenen Jahr bestätigte, bewarb sich das Unternehmen für die vier genannten Diesel-Strecken – laut Branchenkennern mir einem sehr knapp kalkulierten Angebot. Es seien genügend Fahrzeuge vom Typ „Desiro“ vorhanden, so das Unternehmen. Über Jahrzehnte hinweg bis Ende 2009 war auf der Paartalbahn immer die Bahn beziehungsweise Vorgängerunternehmen des früher komplett staatlichen Verkehrskonzerns unterwegs. Dann setzte sich bei der erstmaligen Netz-Ausschreibung der Konkurrent aus Frankreich durch.

Der ursprüngliche Plan der BEG: Die vier Verbindungen sollten zum Fahrplanwechsel 2019/2020 mit dem „E-Netz-Augsburg“ (rund 5,5 Millionen Zugkilometer) zu den „Augsburger Netzen“ zusammengefasst und gemeinsam in zwei Losen ausgeschrieben werden. Das E-Netz umfasst die Verkehre zwischen München, Augsburg, Ulm, Aalen und Treuchtlingen. Bei der letzten Ausschreibung erhielt die DB Regio den Zuschlag und betreibt das Netz seit Ende 2007 als „Fugger-Express“. Diesen Zeitplan verhindern besagte Verzögerungen des Megaprojekts in Baden-Württemberg. Die BRB wiederum dachte offenbar, dass ihr Vertrag für diese Zeitspanne einfach bis Ende 2021 verlängert wird. So läuft es nämlich beim Paket für den „Fugger-Express“, doch für dieses Netz zeigte kein Konkurrent Interesse. Eine weitere Beauftragung der Regiobahn war laut BEG aus vergaberechtlichen Gründen nicht möglich.

Wie berichtet, hat die BRB im Mai vergangenen Jahres nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für das „Dieselnetz Augsburg I“ (Augsburg nach Füssen, Augsburg nach Landsberg und München nach Füssen) bekommen. Sie bedient ab 2018 diese Routen – und die Deutsche Bahn verliert einen wichtigen Auftrag.

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