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Stadtsparkasse Aichach

06.03.2009

Regionales Geschäftsmodell statt globale Spekulation

2008 war ein gutes Jahr für die Stadtsparkasse Aichach: Hohes Wachstum der Bilanzsumme, zufriedenstellendes Jahresergebnis, Mitarbeiterzahl konstant, Spenden deutlich erhöht. Ohne das Landesbank-Debakel wäre es sogar "ein sehr gutes Ertrags-Jahr" geworden.

Aichach 2008 war ein gutes Jahr für die Stadtsparkasse Aichach: Hohes Wachstum der Bilanzsumme, zufriedenstellendes Jahresergebnis, Mitarbeiterzahl konstant, Spenden deutlich erhöht. Ohne das Landesbank-Debakel wäre es sogar "ein sehr gutes Ertrags-Jahr" (Vorstand Wolfgang Wittor) geworden. Aber 2009 wird sehr schwierig, weiß Vorstandsvorsitzende Birgit Cischek: Auch wenn die Stadtsparkasse auf ihr konservatives und regionales Geschäftsmodell setzt und Risikogeschäfte schon immer und erst recht in Zukunft ausschließe, werden die Auswirkungen der globalen Entwicklung auch im Wittelsbacher Land zu spüren sein, ist Cischek klar: Aus der Finanzkrise werde unweigerlich eine Wirtschaftskrise.

Doch die Stadtsparkasse ist nicht nur überzeugt, dass die Region die schwierige Phase durch ihre breit gefächerte und mittelständisch geprägte Wirtschaft besser überstehen wird als andere Standorte. Die Bank will als Marktführer im nördlichen Landkreis auch ihren Anteil dazu beitragen, dass Unternehmer, Firmen und auch Privatleute weiter investieren können. "Bei der Stadtsparkasse gibt es keine Kreditklemme", betonte Birgit Cischek bei der Vorstellung der Geschäftszahlen. Die Kunden haben ihre Einlagen beim Institut im vergangenen Jahr auf rund 529 Millionen erhöht. Die Ausleihungen sind auch leicht gestiegen auf 336 Millionen Euro.

190 Millionen mehr angelegt

Regionales Geschäftsmodell statt globale Spekulation

Das bedeutet also, dass bei der Stadtsparkasse über 190 Millionen Euro mehr Geld von Kunden angelegt sind, als sie an Krediten ausleiht - eine Refinanzierung am Bankenmarkt sei überhaupt nicht notwendig, zeigte Cischek auf: Die "freien" Kundengelder würden nicht in spekulativen, sondern in sicheren Werten am Kapitalmarkt "mit überschaubarem Risiko" angelegt.

Vor allem im vierten Quartal 2008, Höhepunkt der schlechten Nachrichten, als mehrere Banken an der Wall Street in New York zusammenbrachen, wechselten eine Reihe neuer Kunden zur Stadtsparkasse. Aber auch langjährige Kunden schichteten von Aktien oder Fonds in konservativere Anlagen um. Mittlerweile seien aber auch durch den Banken-Rettungsschirm der Regierung "Wettbewerbsverzerrungen" und Lockvogelangebote am Markt zu spüren, ärgert sich Birgit Cischek, die ihr Haus aber anders positioniert sieht: "Unser Anspruch ist die Qualität und nicht der Preis." Deshalb werde die Stadtsparkasse auch nicht jedem Zinsangebot hinterherlaufen.

Im Geschäftsjahr 2008 stieg die Bilanzsumme jedenfalls auf den neuen Rekordwert von 644 Millionen Euro. Die Wachstumsrate liege mit 7,5 Prozent weit über dem Durchschnitt der bayerischen Sparkassen von 4,2 Prozent, so Vorstand Wittor. Das Eigenkapital konnte durch den Jahresgewinn um eine weitere Million auf 43,4 Millionen Euro aufgestockt werden. Wie berichtet, schmälert der Landesbank-Verlust das Ergebnis der Stadtsparkasse. Laut Wittor hätte die Stadtsparkasse 2008 sonst einen Jahresertrag von rund zwei Millionen Euro erwirtschaftet: "Es ärgert mich wahnsinnig, aber für uns ist es nicht existenzbedrohend."

Die 74 bayerischen Sparkassen, bislang zur Hälfte Eigentümer der Landesbank, mussten den Wert ihrer Anteile um rund 400 Millionen Euro berichtigen. Die Stadtsparkasse Aichach hielt mit 3,6 Millionen Euro einen Anteil von etwa 0,3 Prozent an der BayernLB. Jetzt hält der Freistaat Bayern über 80 Prozent der Anteile.

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