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Friedberg

21.06.2017

Rentnerin ertappt zwei Einbrecher

Eine Rentnerin aus Friedberg hat der Polizei dabei geholfen, zwei Einbrecher dingfest zu machen.
Bild: Symbolfoto: Alexander Kaya

Eine 70-jährige Friedbergerin hilft der Polizei, Kriminelle festzunehmen, die sich an ihrem Toilettenfenster zu schaffen machen. Wie sie den Fall erlebt hat.

Eine 70 Jahre alte Frau, die der Polizei dazu verhilft, zwei Kriminelle zu schnappen: Über diese ungewöhnliche Geschichte, die in Friedberg spielte, berichteten wir im Bayern-Teil. Die Kriminellen hatten bei der allein lebenden Seniorin geklingelt. Als diese nicht öffnete, versuchten sie, das Toilettenfenster aufzubrechen. Als die Frau, aufgeschreckt durch den Lärm, die Haustür aufmachte, flohen die Männer. Doch sie kamen nicht weit. Am Friedberger See schnappte sie die Polizei, bei der die 70-Jährige sofort angerufen hatte.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte sie: „Als es geklingelt hat, habe ich aus dem Fenster geschaut und gedacht, da will mir jemand was verkaufen.“ Also öffnete sie nicht. Die beiden 26 und 27 Jahre alten Männer gingen dann wohl davon aus, es sei niemand daheim und versuchten es mit dem Einbruch. „Als ich dann wegen des Lärms die Tür geöffnet habe, wusste ich sofort, was los war“, erinnert sich die Seniorin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. „Geht’s noch?“, habe sie den Mann angeschrien, der sich am Toilettenfenster zu schaffen machte, während der andere an der Hausecke Schmiere stand. „Der hat sich genauso erschrocken wie ich.“ Die Männer liefen weg, die Seniorin zum Telefon.

Sie habe es genau richtig gemacht, lobt Robert Zimmermann, der stellvertretende Polizeichef in Friedberg. In der Regel seien Einbrecher feige, liefen weg, sobald sie sich ertappt fühlen. Resolutes Auftreten sei da wichtig. Zweiter Punkt: Schnelligkeit. Uniformierte und zivile Polizisten konnten die Tatverdächtigen auch deshalb schnappen, weil diese nicht weit kamen. Zimmermann rät: „Immer sofort die 110 wählen.“ Viele Opfer, weiß er aus Erfahrung, rufen stattdessen erst einmal Verwandte oder Freunde an und beratschlagen, was zu tun ist. „Da geht wertvolle Zeit verloren.“ Außerdem habe die Seniorin die Männer gut beschreiben können. Wie ihr das trotz des Schrecks gelang, weiß sie selber nicht so recht. Sie habe aber die ungewöhnliche Frisur des einen registriert, als dieser wegrannte. „Die Haare oben lang und an den Seiten kahl geschoren – jetzt weiß ich, dass das Undercut heißt“, sagt sie mit einer Prise Humor. „Bei der Gegenüberstellung habe ich gesagt, der Mann soll sich umdrehen, dann habe ich ihn wiedererkannt.“

Ihre gute Laune hat die Frau nicht verloren. Zwar ging sie an dem betreffenden Abend doch nicht aus. Aber dass alle bei ihr übernachten wollten, fand sie dann doch übertrieben. „Allerdings habe ich allen Nachbarn Bescheid gegeben, dass sie aufpassen sollen, und lasse die Terrassentür jetzt nicht mehr offen, wenn ich im ersten Stock bin.“

Sie ist froh, dass sich die versuchte Tat an einem Tag ereignete, als sie zu Hause war und die Täter abwehren konnte. Selbst wenn Einbrecher ins Haus eindringen, rät der Polizist Zimmermann: „Gelassen bleiben.“ Man solle nicht den Helden spielen, sondern sich lieber in einem Zimmer in Sicherheit bringen, sofort die Polizei rufen und sagen, dass die Täter noch im Haus sind.

Die beiden Tatverdächtigen in Friedberg, die aus dem Landkreis Augsburg stammen, werden noch mit weiteren Einbrüchen in Verbindung gebracht. Zu den Ermittlungen darüber kann Zimmermann sich jedoch nicht äußern. Die Seniorin sagt derweil: „Ich wünsche allen Betroffenen, dass die Täter festgenommen werden. Denn das ist ein so unglaubliches Eindringen in die Privatsphäre.“

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