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29.07.2010

Retter des Klosterguts spornt an, Erhaltenswertes nicht wegzureißen

Den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung ergatterte Heinz Gruber für die Instandsetzung des ehemaligen Klosterguts von St. Stephan in Haberskirch. Fotos (2): Gruber
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Den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung ergatterte Heinz Gruber für die Instandsetzung des ehemaligen Klosterguts von St. Stephan in Haberskirch. Fotos (2): Gruber

Friedberg Er ist ein Wiederholungstäter im positiven Sinne. Heinz Gruber aus Haberskirch hat schon zum zweiten Mal einen Preis für sein Engagement für die Erhaltung denkmalgeschützter Häuser überreicht bekommen. Bereits 2002 wurde ihm die bayerische Denkmalschutzmedaille verliehen - damals für die Renovierung des Maxbauernhofs in Unterbergen bei Schmiechen. Nun hat ihn die Hypo-Kulturstiftung mit einem ihrer sieben Denkmalpreise ausgezeichnet - diesmal für die Instandsetzung des ehemaligen Klosterguts von St. Stephan in Haberskirch. Nach den beiden Hauptpreisträgern erhielt Gruber einen der fünf mit 5 000 Euro dotierten Anerkennungspreise. Er ist diesmal der einzige Preisträger in Schwaben.

Alte Gebäude wieder aufzumöbeln, ist ein Hobby des Geschäftsführers der Softwarefirma Mascom (Unterbergen). Gruber will auch andere dazu ermutigen, Erhaltenswertes nicht wegzureißen. Beinahe wäre das ehemalige Klostergut in Haberskirch dem Erdboden gleichgemacht worden. Es gab schon Pläne, an dessen Stelle Reihenhäuser zu errichten.

Doch Heinz Gruber erwies sich als Retter des Anwesens. 2007 kaufte er die Gebäude und begann mit der Instandsetzung.

Aus Schandfleck wird Hingucker

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"Er hat mit seinem außergewöhnlich großen Einsatz an Zeit und Geld aus einem vernachlässigten, in der Substanz akut gefährdeten Gebäude wieder ein Schmuckstück werden lassen. Seine Leistung hat Vorbildcharakter", hieß es in der Laudatio der Hypo-Kulturstiftung. Sie prämierte als Teil des Gesamtensembles das ehemalige Gast- und Bauernhaus am Hofberg in Haberskirch. Es ist erstaunlich, wie sich dieses Gebäude gewandelt hat. Aus einem mit Asbestzement-Platten verkleideten "Schandfleck" wurde wieder ein Hingucker mit Kalk-Fassadenputz und passenden Kastenfenstern nach historischem Vorbild. Über eine Million Euro hat Gruber bislang in Instandsetzung des großen Anwesens gesteckt. Bis alles fertig ist, werden noch zwei bis drei Jahre vergehen. Seit Ende 2008 wohnt der private Denkmalschützer in dem ehemaligen Gasthaus. Auch seinen Firmensitz will er künftig in das frühere Klostergut verlegen.

Die Instandsetzung hat das Dorfbild gleich neben der Kirche aufgewertet. Nachträglich erfolgte wieder der Eintrag in die Denkmalschutzliste. Im Kern stammt das Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der historische Grundriss ist unberührt geblieben.

Dafür interessierten sich gestern Gymnasiasten von St. Stephan, die Gruber durch das ehemalige Klostergut führte. Früher wurde von Haberskirch aus auch ihr Internat in Augsburg versorgt. (AN)

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