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Handwerk

14.11.2018

Rollladen Kneißl gibt’s nicht mehr

Nach rund 50 Jahren im Betrieb hört Richard Kneißl auf. Bis zum Jahresende soll auch die kaufmännische Abwicklung über der Bühne sein. Foto: Gerlinde Drexler

Warum Inhaber Richard Kneißl den Aichacher Traditionsbetrieb nach fast 60 Jahren schließt

Seit Anfang November ist die Aichacher Firma Rollladen Kneißl geschlossen. Seine Belegschaft hat Inhaber Richard Kneißl bereits vor geraumer Zeit informiert. Die meisten seiner zuletzt zwölf Mitarbeiter sind bereits anderweitig untergekommen. Einer von ihnen hat sich im Rollladenbau selbstständig gemacht. Auf ihn verweist Kneißl unter anderem am Anrufbeantworter der Firma oder auf einem Zettel am Ausstellungsraum. Ihm ist es wichtig, seinen Kunden Ansprechpartner zu nennen, an die sie sich wenden können. Unter anderem sind es gesundheitliche Gründe und der Facharbeitermangel, die den 63-Jährigen zu dem Schritt veranlassten. Für das Firmengelände hat er schon Pläne.

Seit fast 60 Jahren war Rollladen Kneißl ein fester Begriff, wenn es um Rollladen und Sonnenschutz ging. Der Kundenkreis der Firma reichte weit über die Landkreisgrenzen hinaus. In den 1950er Jahren betrieb Kneißls Vater Josef zuerst eine kleine Schreinerei im Aichacher Stadtteil Oberbernbach. Doch schon 1960 spezialisierte er sich auf Rollladenbau und zog mit seinem Betrieb an den heutigen Standort Am Bahndamm. Damals war Kneißl einer der ersten in der Region, der Rollladen baute. 1990 übernahm dann Sohn Richard den Betrieb. Zu Werk- und Lagerhalle sowie Büro baute er 1996 noch ein Ausstellungsgebäude. „Das war damals der richtige Schritt“, sagt der 63-Jährige. Die Kunden wollten die Waren (Rollladen und Sonnenschutz) sehen, bevor sie sich für ein bestimmtes Produkt entschieden.

Überwiegend arbeitete Kneißl mit Wohnungsbaugesellschaften und Bauträgern zusammen. Auch viele Privatleute standen in seiner Kundenkartei. Der Facharbeitermangel machte Kneißl jetzt zunehmend zu schaffen. Dazu kam, dass nur noch wenige Auszubildende den Beruf eines Rollladenmonteurs lernen möchten.

Den Schritt raus aus dem Arbeitsleben macht der 63-Jährige mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Überlegung, den Betrieb zu verpachten, hatte er wieder verworfen, weil er dafür langfristig einiges investieren müsste. Die beiden Söhne als Nachfolger kamen nicht in Frage, weil die sich beruflich anders orientiert haben. Kneißl entschied sich, den Betrieb zu schließen. Voraussichtlich bis zum Jahresende dauert es noch, bis die Schließung auch kaufmännisch abgewickelt ist. Dann will Kneißl das rund 2000 Quadratmeter große Betriebsgelände verkaufen. (drx)

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