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Kommunalwahl

16.03.2014

Rudi Fuchs siegt deutlich

Mit 69,9 Prozent fährt der Bürgermeister ein eindeutiges Ergebnis ein. Das hat in dieser Höhe kaum einer erwartet

Plötzlich Jubel, Applaus brandet auf: Auf der Leinwand in der Affinger Schulaula leuchtet gegen 19.15 Uhr das vorläufige Ergebnis der Bürgermeisterwahl auf. Rudi Fuchs hat sein Amt erfolgreich verteidigt. Mehr als das. Der 56-Jährige hat 69,6 Prozent bekommen. Ein strahlender Wahlsieger und seine Frau fallen sich glücklich in die Arme. Wenig später sagt er: „Ich bin froh und dankbar.“

Zu diesem Zeitpunkt halten sich weit über 100 Menschen in der Wahlzentrale auf. Eine Stunde zuvor war die Runde noch überschaubar. Um 18.07 Uhr trifft das erste Ergebnis ein. Aus Aulzhausen kommen 79 Prozent für Fuchs, 18,2 für Hubert Brucklachner (SPD/Aktive Bürger), nur 2,8 Prozent für Erwin Gerblinger (Freie Wählergemeinschaft Anwalting). Das sagt nicht viel. Es ist ruhig. Auch später, als nach und nach die weiteren Resultate aus den Ortsteilen eintreffen, spricht kaum einer. Zum Beispiel Gebenhofen, wo Fuchs knapp 40 Prozent holt. Das Lager gebe es offensichtlich doch nicht in der Tiefe, stellt Markus Winklhofer, Spitzenkandidat der Liste Christliche Bürgervereinigung Affing, für sich fest. Fuchs unterhält sich kaum. Der Affinger Gemeinderat Willi Kosub macht sich Gedanken, ob es eine Befriedung geben kann in der Gemeinde. Er glaubt nicht daran.

Um 18.28 Uhr ist Affing da. Das vorläufige Gesamtergebnis weist 73,4 Prozent für Fuchs aus. Doch es fehlt die Briefwahl. Es sind knapp 1500 Stimmen. Deshalb wird noch nicht gejubelt.

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Die Stimmung bleibt verhalten in der Schulaula, die sich immer mehr füllt. Viele Affinger sind gekommen, Gemeinderäte und Kandidaten. Vertreten sind aber alle Ortsteile, auch Gebenhofen und Anwalting. Diskutiert wird nicht. Eine Frau aus Haunswies stellt fest. „Die Leute wollen keinen Streit.“ Sie wollten mit allen Bürgern normal reden, egal aus welchem Ortsteil sie kämen. Fuchs antwortet derweil auf die Frage, wie er den Tag verbracht hat. Lang geschlafen hat er, Eishockey geguckt und Schuhbeck, der Rehrücken zubereitet hat. Ein entspannter Sonntag, der doch geprägt war vom Warten auf den Abend. Im Wahllokal war Fuchs nicht. Er ist einer der Briefwähler.

Bis deren Stimmen ausgezählt sind, dauert’s. Derweil ist Erwin Gerblinger eingetroffen, begleitet von seiner Frau. Auch Hubert Brucklachner taucht auf. Georg Engelhard, Gemeinderat aus Anwalting, stellt fest, dass Gerblinger in Gebenhofen und Anwalting überzeugt habe, im restlichen Gemeindegebiet nicht. Dabei habe Gerblinger schon kommuniziert, dass er für eine vernünftige Lösung bei den Umgehungsstraßen sei, aber das sei wohl nicht angekommen.

Dann ist das Gesamtergebnis da. Knapp 70 Prozent – viele sind überrascht. Auch Fuchs. „Das ist ein Ergebnis, das ich in der Form nicht erwartet hätte“, stellt er fest und lässt sich umarmen, die Schulter klopfen und die Hand schütteln.

Hubert Brucklachner spricht von einem „Vertrauensvotum für Herrn Fuchs“. Seine 11,2 Prozent (2008: 18 Prozent) kommentiert er gefasst: „Der Wähler hat entschieden, das war’s halt.“ Mit der Eindeutigkeit hat Brucklachner ebenso wenig gerechnet wie Gerblinger. Die Grundtendenz aber war dem Augsburger klar. In den vielen Gesprächen mit den Menschen „habe ich schon gespürt, wie der Wind weht“. Zu seinem Abschneiden sagt er: „Ganz so schlecht find’ ich’s gar nicht.“ Jede einzelne Stimme „muss man sich erkämpfen“, stellt der Augsburger fest. Er macht aber keinen geknickten Eindruck und spricht von einer „sehr schönen Erfahrung“. Brucklachner und Gerblinger gehen gemeinsam zu Fuchs und gratulieren ihm. So will es auch Josef Schmid halten, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Umgehungsstraße Anwalting-Gebenhofen. „Ich gratulier’, es passt und fertig“, sagt er.

Derweil stehen die Gratulanten Schlange. Vize-Bürgermeister Rolf Fissel überreicht Blumen, die Verwaltungsmitarbeiterin Monika Barl mitgebracht hat. Stefan Geißler wünscht als Kaminkehrer Glück. Der Wahlsieger, der allen dankt, „die mit mir und für mich gearbeitet haben“, lässt sich all das gern gefallen. „Wir genießen einfach mal den heutigen Abend“, sagt er und strahlt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat war bis Redaktionsschluss noch nicht ausgezählt.

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