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Sielenbach

04.07.2018

Rührender Abschied von Pater Michael

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3 Bilder
Am Samstag in Altomünster überraschten 124 aktuelle und ehemalige Ministranten aus der Pfarreiengemeinschaft, darunter auch die Sielenbacher Minis, Pater Michael zum Abschied.

Der beliebte Pfarrer verlässt Sielenbach nach zehn Jahren. Emotional und herzlich verabschieden sich die Menschen der Pfarreiengemeinschaft von ihm. Bewegende Szenen gibt es auch beim Pfarrfest.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, so beschreibt Pater Michael de Koninck seine doch sehr gemischten Gefühle bei seinem Abschied aus dem Pfarrverband Altomünster, Wollomoos, Sielenbach und Oberzeitelbach. Für den 46-Jährigen ging am Sonntag ein Marathon der Verabschiedungen zu Ende. In jeder Gemeinde wurde er anders, aber stets herzlich und emotional verabschiedet. In der Pfarrkirche St. Petrus in Sielenbach zelebrierte Pater Michael die heilige Messe passenderweise zum Fest der Kirchenpatrone Petrus und Paulus.

In diesem Zuge sagte er von Herzen „seiner“ Pfarrfamilie ein „Vergelt’s Gott“ und ein „Petri Dank“ für „zehn Jahre, in denen ich mich vom ersten Moment an beheimatet, geschätzt und als Seelsorger aufgenommen gefühlt habe“, so der belgische Geistliche des Deutschen Ordens. Pater Michael erinnert sich gerne an viele fröhliche Feste, aber auch an schwere Tage in dieser Zeit.

Martin Heitmeier, Leiter der Sielenbacher Blaskapelle, bedankte sich bei Pater Michael (linkes Bild, rechts stehend) für die jahrelange unkomplizierte Zusammenarbeit. Der Sielenbacher Kirchenchor unter der Leitung von Josef Kirmeir (rechtes Bild, rechts) ließ es sich nicht nehmen, Pater Michael ein Ständchen zu singen.

Pater Michael zieht es nach Oberbayern

Obwohl er bei seiner Ankunft für viele nicht unbedingt das typische Erscheinungsbild eines Pfarrers hatte, sondern eher unkonventionell in Bomberjacke und Springerstiefeln mit Tätowierungen und auffälliger Frisur auftrat, wurde er sofort herzlich empfangen, erinnerte sich Josef Kirmeir, Leiter des Sielenbacher Kirchenchors. Für Kirmeir war aber genau diese unkonventionelle Art ein Schlüssel für den Erfolg des Paters, vor allem auch bei den jüngeren Gemeindemitgliedern. Der Chor verabschiedete sich auch gesanglich von Pater Michael mit Unterstützung der Besucher. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Trinkl und Kirchenpfleger Peter Zehentbauer dankten dem Geistlichen ebenfalls von Herzen für alles, was er in zehn Jahren für die Gemeinde getan habe. Bürgermeister Martin Echter lobte ganz speziell sein Engagement für die Schulen und Schüler des Ortes, die ihm immer besonders am Herzen lagen.

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Pater Michael selbst wünschte sich zum Schluss das gemeinsam gesungene Patroziniumslied als Erinnerung an Sielenbach. Auf den Zuschauer wirkte Pater Michael während des gesamten Abschieds äußerst nachdenklich, in sich gekehrt, aber durchaus in sich ruhend. Beim anschließenden Pfarrfest im Innenhof des Sielenbacher Pfarrheims tauschte der sportliche Pater die Sutane gegen die kurze Lederhose. Für Baggertennis konnte er sich ebenso begeistern wie für den Rollbraten und die hausgemachten Kuchen. Gefühlt war die gesamte Gemeinde versammelt, um sich persönlich von dem beliebten Pfarrer zu verabschieden. Eine Gruppe junger Mädchen hatte eigens ein Bild eines Schutzengels für Pater Michael und seinen zukünftigen Lebensweg gemalt und übergab es mit einem Ständchen. So war dieser Tag für den Geistlichen und die Gemeinde stark geprägt von rührenden Momenten des Abschieds. Die Versetzung aus Sielenbach in das oberbayerische Weyern erfolgte auf eigenen Wunsch des Paters, und dennoch bleibt laut seiner Aussage die Ungewissheit, ob man im neuen Zuhause ebenso herzlich empfangen wird und sich ebenso wohlfühlt wie hier in Sielenbach.

Martin Heitmeier, Leiter der Sielenbacher Blaskapelle, bedankte sich bei Pater Michael (linkes Bild, rechts stehend) für die jahrelange unkomplizierte Zusammenarbeit. Der Sielenbacher Kirchenchor unter der Leitung von Josef Kirmeir (rechtes Bild, rechts) ließ es sich nicht nehmen, Pater Michael ein Ständchen zu singen.

Wie es für den beliebten Pater nun weitergeht

Die Fülle der entgegengebrachten Emotionen im Laufe seines Abschiedes haben auch ihren Teil dazu beigetragen, dass dieser trotz aller Motivation für die neuen Aufgaben schwererfiel als zuerst angenommen. Erst einen Tag zuvor war er beispielsweise in der Kirche in Altomünster von 124 aktuellen und ehemaligen Ministranten überrascht worden, die sich von ihm persönlich verabschieden wollten. Ein seltener Anblick, selbst für einen erfahrenen Geistlichen, und einer, den man nicht so schnell vergisst. Zuallererst aber gibt es für ihn einen kleinen Urlaub an der Nordsee mit seinem treuen vierbeinigen Begleiter Snoozle. In weiterer Zukunft ist für Pater Michael auch noch ein Besuch im Heiligen Land ein Ziel, das er sich verwirklichen will. Aus der Sielenbacher Zeit nimmt er Erinnerungen an „viele Menschen mit großen Herzen, die noch fest in ihrem Glauben verwurzelt sind“ mit.

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