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Neujahrsempfang

14.01.2020

SPD will das neue Jahrzehnt zu goldenen 20ern machen

Ihren Neujahrsempfang hat die Aichacher SPD im Gewölbe des Gasthofs Specht gegeben. Am Rednerpult steht der Vorsitzende der Stadtratsfraktion und Dritter Bürgermeister Karl-Heinz Schindler.
Foto: Wolfgang Holzhauser

Aichacher Bürgermeister Klaus Habermann fordert Respekt, Anstand und Mitmenschlichkeit

Einfach mal Danke sagen. Unter diesem Motto stand der Neujahresempfang der Aichacher SPD im Gewölbe des Gasthofes Specht für gut 90 geladene Gäste, die sich ehrenamtlich um Aichach und ihre Heimat verdient machen. Kristina Kolb-Djoka, die als stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende den Abend eröffnete, betonte, es sei wichtig, die erbrachten Leistungen zu feiern. Immerhin gebe es im Ehrenamt immer viel Amt und wenig Ehre. „Durch das Ehrenamt wird eine Demokratie erst lebensfähig“, betonte sie. „Was Sie leisten, hat öffentliche und gesellschaftliche Bedeutung.“

Bürgermeister Klaus Habermann betonte, zur Demokratie gehörten aber auch Respekt, Anstand und Mitmenschlichkeit. Derzeit störe ihn eine Schmutzkampagne in den sozialen Medien, die auch ihn und seine Mitstreiter träfe. „Ich finde das mies, da das einfach eine unreflektierte, unverschämte und respektlose Stimmungsmache ist. Die Motive dieser immer gleichen Täter sind zudem so was von durchschaubar.“ Habermann sieht vor allem die Anonymität im Netz als Grund für den Tonfall unter der Gürtellinie. „Früher hat man sich wenigstens noch in die Augen schauen müssen“, so der Bürgermeister.

Doch Wahlkampf sei dann doch mehr als nur Hetze im Netz, sondern könne auch Spaß machen, findet Habermann. Gerade heute habe die Aichacher SPD viele gute Argumente auf ihrer Seite. So haben sich die Stadt und die Ortsteile in den vergangenen 24 Jahren toll entwickelt. „Kommunalpolitik, das ist weniger reden und mehr anpacken“, sagte Habermann. „Man muss immer wieder viele Steine aus dem Weg rollen, aber aus denen kann man meist schöne Geh- und Radwege, Straßen und Plätze bauen.“ Als Beispiel dafür nannte er die neu gestaltete Obere Vorstadt.

Der Aichacher SPD gehe es aber vor allem um die Zukunft. Man wolle, so Habermann weiter, das angebrochene Jahrzehnt zu goldenen Zwanzigern machen. Um das zu erreichen, sei es wichtig, große Themenblöcke wie Demografie, Digitalisierung und Klimaschutz mit Weitsicht und Augenmaß anzugehen. So sollen in den kommenden Jahren weiter bezahlbarer Wohnraum entstehen, das betreute Wohnen weiter ausgebaut, mit dem neuen Verwaltungsgebäude mehr Bürgernähe geschaffen und durch den Neubau der AWO und der Erweiterung des Spitals neue Optionen für Senioren geschaffen werden.

Den Blick in die weite Welt wagte im Anschluss Karl-Heinz Schindler, der Dritte Bürgermeister der Stadt Aichach und Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat. Staatenlenkern wie Trump, Erdogan, Boris Johnson, Victor Orban und dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro könne eine mehr oder weniger handlungsunfähige EU immer weniger entgegensetzen. Zeitgleich versage die Staatengemeinschaft auch im Bereich der Flüchtlingshilfe. Die Welt sei generell kälter und egoistischer geworden. „Heute ist man nur noch zufrieden, wenn die eigene Erwartung zu 100 Prozent erfüllt wird. Aber so funktioniert Konsens nicht.“ Er nannte ein Beispiel aus Aichach: „Jetzt wird gesagt, die Bahnunterführung ist eher weniger für Fahrradfahrer. Also ist das gesamte Bauprojekt gescheitert.“ Kopfschüttelnd machte Schindler einen Schwenk zum Klimawandel. „Alle wollen Windenergie. Aber wenn es dann in der eigenen Stadt passiert, gibt es Bürgerproteste und eine weitere Spaltung der Gesellschaft.“ Auch er selbst bekomme E-Mails, auf die ihn selbst 40 Jahre als Lehrer an der Mittelschule nicht vorbereitet hätten, sagte Schindler. „Selbst mit sehr dickem Fell ist man da hin und wieder geschockt.“

Auf Wahlkampf wurde an diesem Abend verzichtet. Schindler bedankte sich stattdessen bei allen Anwesenden für ihre Unterstützung und das eine oder andere kritische Wort zur richtigen Zeit. Gleichzeitig nahm er die Gäste in die Pflicht: Gerade im Ehrenamt habe man die Verantwortung, Multiplikator zu sein, so Schindler. „Also seien Sie ein Multiplikator. Für Anstand, Respekt und Miteinander. Denn das brauchen wir in dieser Zeit dringender als jemals zuvor.“ (AN)

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