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Willprechtszell

13.07.2019

Sanierung der Schule in Willprechtszell beginnt

Die Grundschule in Willprechtszell soll saniert werden, doch vermutlich wird es teurer als kalkuliert.
Bild: Archivfoto Johann Eibl

Schulverband hat Schwierigkeiten, Aufträge zu vergeben. Das Gerüst soll nun eine Woche vor den Ferien aufgebaut werden. Dann werden Dach und Fenster erneuert

In wenigen Wochen soll die Sanierung der Grundschule in Willprechtszell starten. Doch die „angespannte Marktlage“ in der Baubranche wie der Verbandsvorsitzende Dietrich Binder sie gegenüber unserer Zeitung beschrieb, machte es den Mitgliedern des Schulverbands Willprechtszell schwer, Fachfirmen für die anstehenden Arbeiten zu finden. Doch nicht nur die vollen Auftragsbücher der Fachfirmen wurden zum Problem für die Vertreter der Gemeinden Aindling, Petersdorf und Pöttmes. Auch die Tatsache, dass die meisten Arbeiten in den Ferien oder in den unterrichtsfreien Zeiten nach Schulschluss anstehen, erschwerte den Angebotsprozess.

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Um eine Fachfirma für die Erneuerung der Fenster im alten Teil der Schule sowie der Turnhalle zu finden, musste der Schulverband zweimal ausschreiben. Insgesamt 20 Firmen wurden in die Ausschreibung aufgenommen, in der ersten Runde gab es keine Angebote, in der zweiten Runde gab es ein einziges Angebot, berichtet Binder. Für einen Angebotspreis von rund 109000 Euro erhielt die Firma Demi Fenster und Türen aus Augsburg den Zuschlag, obgleich der Angebotspreis etwa 5000 Euro über der ersten Preiskalkulation des Schulverbands lag.

Jetzt kommt Edelstahl statt Aluminium auf das Dach

Auch die Suche nach einer Spenglerei, die das neue Dach der Schule aus Aluminium anfertigt, war zunächst vergebens. Von sechs Firmen gab es zunächst kein einziges Angebot. Erst als der Schulverband sich dazu entschied, am Material nachzujustieren und Edelstahl anstatt Aluminium anzufragen, erreichte den Verband ein Angebot. Die Firma Josef Schlecht aus Axtbrunn erhielt den Zuschlag für einen Angebotspreis von rund 182000 Euro. Durch das teurere Material, den ungünstigsten Arbeitszeitpunkt in den Sommerferien und die Marktlage musste der Schulverband hier tiefer in die Tasche greifen als gedacht. Geplant wurde ursprünglich mit 50000 Euro weniger an Kosten.

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Weniger schwierig war hingegen die Suche nach einer Fachfirma, die den Gerüstbau übernimmt. Von insgesamt zehn Firmen, die Teil der Ausschreibung waren, gaben fünf ein Angebot ab. Der Zuschlag ging an die Firma Uhle Gerüstbau aus Deisenhausen für einen Angebotspreis von knapp 34000 Euro. Hier spart der Schulverband Kosten ein, denn der Preis liegt knapp 6000 Euro unter der Kalkulation. Das letzte Gewerk, das bei der Schulverbandssitzung zur Vergabe anstand, waren die Abbrucharbeiten am Dach. Bei sieben Firmen wurden Angebote angefragt, zwei bewarben sich. Für einen Angebotspreis von gut 38000 Euro ging der Zuschlag an das Abbruchunternehmen Josef Balleis aus Unterschneitbach. Sein Angebot lag etwa 5000 Euro über den kalkulierten Kosten.

Zum Zeitplan verrät Binder: In der letzten Schulwoche soll das Gerüst aufgebaut werden, der Abbruch beginnt dann in den Ferien. Die Hauptarbeitszeit dieser Gewerke, die alle eng ineinander greifen, liegt in den Ferien. Falls die Arbeiten sich über das Ferienende hinaus ziehen, müssen sie nach Schulschluss ausgeführt werden, so der Verbandsvorsitzende.

Barrierefreie Umgestaltung in den Sommerferien im nächsten Jahr

Auch der weitere Plan steht bereits: Ende Juli können die Elektro- und Installationsarbeiten vergeben werden. Die Ausschreibung läuft bereits. Im Herbst sollen die Fassaden- und Dämmarbeiten, Baumeister- und Fliesenarbeiten sowie weitere anfallende Aufgaben ausgeschrieben werden. Alle Arbeiten, die laut sind, sollen dann auf die Herbstferien terminiert werden. Auch wird es weitere Maßnahmen in den Oster- und Pfingstferien geben, schätzt Binder. Das Thema barrierefreie Umgestaltung terminiert er auf die Sommerferien 2020/2021.

Dass sich die Arbeiten an der Schule verschoben haben, zeigt sich auch mit Blick auf die Jahresrechnung 2018. Ursprünglich waren im Haushaltsplan 2018 bereits 100000 Euro für die Planung der Sanierung des Gebäudes und der Umsetzung der Barrierefreiheit reserviert. De facto fielen 2018 nur gut 8000 Euro an. Diese Tatsache sowie Kostenreduzierungen im Bereich Personal, Verwaltungs- und Betriebsaufwand ermöglichten es, dass der Schulverband eine Zuführung zu den allgemeinen Rücklagen in Höhe von 388000 Euro vornehmen konnte. Diese werden auch dazu dienen, die Sanierung und die barrierefreie Erschließung der Grundschule Willprechtszell finanzieren zu können.

Lesen Sie dazu auch: Willprechtszeller Schule bald ohne Barrieren

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